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Mexikanischer Dichter gibt den Opfern des Drogenkrieges eine Stimme! Sein Sohn war vor zwei Jahren mit anderen jungen Leuten ermordet worden. Täter werden nicht ermittelt und bleiben straflos!Mit einem Teil der Einkünfte werden Waffen durch Strohmänner der Drogenkartelle in den USA rechtmäßig erworben und danach illegal nach Mexiko geschmuggelt. So sollen nach einer Untersuchung des U.S. Government Accountability Office 87 % aller in den letzten fünf Jahren in Mexiko beschlagnahmten Waffen in den USA gekauft worden sein.Am 31. Januar wurden 14 Musiker und vier Helfer der Band Kombo Kolombia vermutlich von schwerbewaffneten Mitgliedern eines Drogenkartells in Hidalgo (Nuevo Leon) entführt.[60] Ihre Leichen wurden drei Tage später von der Polizei in einem Brunnen gefunden. Seit 2006 hat der Drogenkrieg über 70.000 Opfer gefordert. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung bewertete 2010 den Konflikt neu als innerstaatlichen Krieg.

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Der Dichter, der Mexiko bewegt

Peter Gaupp, San José de Costa Rica ⋅ Letzte Woche hat der mexikanische Dichter und Journalist Javier Sicilia einen Baum zum Gedenken an seinen Sohn Juan Francisco gepflanzt. Dieser war zwei Jahre zuvor in der Nähe von Cuernavaca zusammen mit weiteren sechs jungen Leuten ermordet aufgefunden worden – ein Opfer der hemmungslosen Gewalttätigkeit in einem von Drogenkrieg, organisiertem Verbrechen und chronischer Straflosigkeit geprägten Land.

Gesühnt ist auch dieser Mord bis heute nicht. Doch Sicilia, der sich mit dem Schicksal der Trauer in Anonymität nicht abfinden wollte, hat erreicht, dass die Angehörigen Ermordeter und Verschwundener sich seither organisieren und manifestieren. Seine «Bewegung für den Frieden in Gerechtigkeit und Würde» hat Karawanen und Kundgebungen in Mexiko und den Vereinigten Staaten durchgeführt. Sympathisanten haben auch in europäischen Städten demonstriert.

Die Bewegung hat den bisher schweigenden Leidtragenden der Gewalttätigkeit eine Stimme verliehen und erreicht, dass diese von den Politikern zur Kenntnis und ernst genommen werden müssen. Der im letzten Jahr abgetretene Präsident Felipe Calderón empfing eine Abordnung der Bewegung und entschuldigte sich für die Unfähigkeit des Staates, seine Bürger zu schützen. Sein Nachfolger, Enrique Peña Nieto, erfüllte mit dem Erlass eines Opfer-Gesetzes Anfang dieses Jahres eine Forderung der Bewegung. Sicilia begrüsste die Initiative, machte aber klar, dass der guten Absicht Taten – Untersuchungen, Urteile, Abfindungen – folgen müssten: Gerechtigkeit, nicht bloss Worte.

In Mexiko-Stadt versammelten sich Mitglieder der Bewegung am Gründonnerstag bei der «Estela de Luz», die vor drei Jahren von Calderón zum Gedenken an die Ausrufung der Unabhängigkeit Mexikos im Jahr 1810 eingeweiht worden war. Sie haben die Regierung aufgefordert, das unter massiver Kostenüberschreitung errichtete, über hundert Meter hohe Licht-Monument als «Friedens-Stele» in ein Mahnmal für die Opfer der Gewalt umzuwandeln.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/der-dichter-der-mexiko-bewegt-1.18057834

Drogenkrieg in Mexiko werden die bewaffneten Konflikte in Mexikobezeichnet, die sowohl von Polizei- und Militäreinheiten gegen die imDrogenhandel tätigen kriminellen Organisationen (sog. mexikanischeDrogenkartelle) als auch unter den Angehörigen der Drogenkartelle selbst ausgetragen werden. Seit 2006 hat der Drogenkrieg über 70.000 Opfer gefordert. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung bewertete 2010 den Konflikt neu alsinnerstaatlichen Krieg.[1]

Zurzeit stehen ungefähr 50.000 Armeeangehörige und 35.000 Bundespolizisten gegen schätzungsweise 300.000 Angehörige der mexikanischen Drogenkartelle und ihre paramilitärischen Einheiten im Einsatz. Die Drogenkartelle kämpfen mit hochmodernenSchusswaffen sowie mit Granatwerfern und Handgranaten. Sie haben mittels ihrer territorialen Herrschaft in einigen Grenzregionen zu den USA das Gewaltmonopol des mexikanischen Staates faktisch außer Kraft gesetzt.[2]

Inhaltsverzeichnis

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Entwicklung des Konflikts [Bearbeiten]

Karte aller Bundesstaaten Mexikos (rot: heftige Konflikte)

Entstehung[Bearbeiten]

Gewalttätige Konflikte zwischen den Drogenkartellen gab es bereits in den 1990er und in den frühen 2000er Jahren. So wurden während der sechsjährigen Amtszeit von Vicente Fox (2000 bis 2006) etwa 9000 Personen in Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel getötet. Die mexikanische Regierung verhielt sich trotzdem lange passiv. Dies änderte sich erst mit der Wahl des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón, der die Bekämpfung der organisiertenDrogenkriminalität in Mexiko zu einem seiner wichtigsten Ziele für seine Amtszeit 2006 bis 2012 erklärte. Am 11. Dezember 2006 sandte er 6500 Militärangehörige in den Bundesstaat Michoacán, um die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Drogenkartellen zu beenden. Diese Handlung gilt allgemein als der Beginn des Drogenkrieges zwischen dem mexikanischen Staat und den Drogenkartellen.

Konfliktparteien [Bearbeiten]

Polizei [Bearbeiten]

Zur mexikanischen Polizei werden die Polizeikräfte der Gemeinden, Städte und Bundesstaaten sowie die zentrale Bundespolizei gezählt. Die meisten Polizisten (über 425.000) arbeiten für die Gemeinden; die Munizipalpolizei ist häufig schlecht entlohnt und wenig ausgebildet. Die Bundespolizei besteht aus ungefähr 34.500 Polizisten. Weil jeder Gliedstaat und jede Gemeinde ein eigenes Corps hat, gibt es über 2000 Einheiten. Die von Präsident Calderón angestrebte Vereinheitlichung der Polizei stößt indessen im Parlament auf Widerstand der kommunalen Behörden und der Gouverneure der Bundesstaaten.[3]

Das Korps der Munizipalpolizei gilt als besonders anfällig fürKorruption.[4] Es werden immer wieder Fälle bekannt, in denen kommunale Polizisten selbst kriminell verwickelt waren oder sogar Angehörige anderer staatlicher Behörden ermordeten. Aber auch die Bundespolizei gilt als korrumpierbar. So wurde im August 2010 die Entlassung von ungefähr 4700 Bundespolizisten angekündigt, weil sie sich nicht als vertrauenswürdig erwiesen hätten.[5] Nach Schätzungen sollen 5 bis 15 Prozent der Sicherheitskräfte mit den Kartellen zusammenarbeiten.[6]

Militär [Bearbeiten]

Die mexikanischen Streitkräfte, die sich in die Bereiche Heer und Marine trennen, unterstehen dem mexikanischen Verteidigungsministerium. Von den ungefähr 200.000 Militärangehörigen sind über 50.000 Soldaten im Drogenkrieg engagiert.

Drogenkartelle [Bearbeiten]

Einflussbereiche der Kartelle in Mexiko (2008)

Die bereits in den 1990er-Jahren entstandenen Drogenkartelle[7] (Golf-KartellJuárez-Kartell,Tijuana-Kartell und das unterdessen mächtigste Drogenkartell, dasSinaloa-Kartell) und neuere wie das Beltrán-Leyva-KartellLa Familia Michoacana undLos Zetas sind in die Kämpfe untereinander oder gegen die mexikanischen Sicherheitskräfte involviert.[8]

Die zahlreichen Verhaftungen oder Tötungen von Drogenbossen in den fünf Jahren des Drogenkrieges haben die Kräfteverhältnisse zwischen diesen Drogenkartellen nachhaltig verändert. Im Februar 2010 soll sich das Sinaloa-Kartell mit dem Golf-Kartell und La Familia Michoacana verbündet haben, um gemeinsam gegen die anderen Drogenkartelle zu kämpfen.[9] Diese Kämpfe sollen unterdessen vorwiegend durch das Sinaloa-Kartell und die Los Zetas beherrscht werden.[10]

Anderseits verstärkte sich der Trend zur Fraktionierung der Drogenkartelle. Dies gilt vor allem für die beiden Nachfolgeorganisationen des Beltrán-Leyva-Kartells, das 2010 gegründete Cartel Pacifico Sur und das Cártel Independiente de Acapulco oder für Los Caballeros Templarios, welche aus Teilen der (ehemaligen) La Familia Michoacana bestehen.

Vorgehen der Drogenkartelle [Bearbeiten]

Das operative Vorgehen der Drogenkartelle ist je nach Gruppierung unterschiedlich. Alle teilen jedoch die Strategie, mit äusserster Gewalt gegen ihre Gegner vorzugehen. Wichtiger Bestandteil sind sogenannte „Casas de Seguridad“ („Sichere Häuser“), in denen Entführte, Drogen und Waffen bewacht werden. Diese Häuser sind oft luxuriöse Wohnhäuser in guten Wohngegenden. Dort werden Folterungen und Exekutionen durchgeführt. Oft werden die Opfer in solchen Häusern vergraben. Solche Häuser befinden sich auch auf dem Land, wo Schmuggelrouten gut zu kontrollieren sind. Meist an geographisch-strategisch wichtigen Punkten.

Die Schutzgelderpressung („Narcocuota“) ist erst seit wenigen Jahren üblich. Es wird davon ausgegangen, dass die Gruppierung „Los Zetas“ im Jahre 2007 damit begann. Die anderen Gruppierungen eiferten es den Zetas nach. An vielen Orten in Mexiko zahlt heute jedes Einzel- oder Großhandelsgeschäft Schutzgeld, ob es mit dem Drogenhandel zu tun hat, oder nicht.

Eine weitere Einkommensquelle der Kartelle ist die Erpressung und Entführung von zentralamerikanischen Migranten, die auf dem Weg in die USA sind. Diese Menschen reisen oft auf Güterzügen, wo sie einfach überfallen werden können. Es wird davon ausgegangen, dass viele dieser Menschen zu den nicht identifizierbaren Todesopfern des Drogenkrieges gehören, die in Massengräbern an vielen verschiedenen Orten Mexikos gefunden werden. Viele dieser Migranten werden auch zur Mitarbeit in Drogenkartellen gezwungen, viele Frauen zur Prostitution in Grenzstädten wie Tijuana oder Ciudad Juárez.

Entführungen sind ein sich ebenfalls verbreitender Geschäftszweig der Kartelle.

Eine weiterer Einkommenszweig ist seit kurzer Zeit auch der Schmuggel von Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas.

Die mexikanischen Drogenkartelle nutzen außerdem lateinamerikanische Gangs wie die „Mara Salvatrucha“ oder die „Mara 18“. Diese Gangs arbeiten mittlerweile verstärkt für die mexikanischen Kartelle und sind zuständig für Vertrieb der Drogen und Kontrolle bestimmter Stadtgebiete, ebenso für die Ausbeutung von Migranten, die von Zentralamerika über Mexiko in die USA reisen. Dies trifft vorrangig auf Südostmexiko und mittelamerikanische Staaten wie El Salvador, Guatemala und Honduras zu, wo diese Gangs seit Jahrzehnten das organisierte Verbrechen beherrschen und weit verbreitet sind.

Opfer [Bearbeiten]

Todesopfer [Bearbeiten]

Tote im Drogenkrieg
Jahr Anzahl
2006 (nach 11. Dezember) 62
2007 2.826
2008 6.837
2009 9.614
2010 15.273
2011 12.903
gesamt 47.515

Die Regierung Mexikos veröffentlichte im Januar 2011 aufgrund einer neuen Berechnung die Zahl der Todesopfer des Drogenkrieges in den Jahren 2006 bis 2010 (siehe Tabelle rechts).[11]Danach sind im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg bis Ende 2011 47.515 Todesopfer zu beklagen. Fast die Hälfte aller Todesopfer wurden in den Bundesstaaten Chihuahua,Sinaloa und Guerrero gezählt; die fünf am stärksten betroffenen Städte waren JuárezCuliacán,TijuanaChihuahua und Acapulco de Juárez.[12] Für 2011 gibt die Regierung die Zahl von 12.903 Toten an.[13]

Es wird davon ausgegangen, dass von neun Getöteten acht Angehörige der Drogenmafia sind. Experten gehen dabei davon aus, dass auf Unternehmungen der Staatsgewalt keine äquivalenten Gegenmaßnahmen seitens der Drogenkartelle folgen, sondern dass diese verstärkt damit beginnen, sich untereinander zu bekämpfen, beispielsweise um sich die weniger werdenden Schmuggelrouten zu sichern. Insgesamt wurden bis März 2010 rund 121.000 Personen festgenommen.

Viele der Opfer wurden enthauptet. Alleine im Jahr 2011 fand man 453 enthauptete Leichen.[14]

Mehrere zehntausend Menschen gelten außerdem als vermisst. Hierzu gibt es keine offiziellen Zahlen, da viele Menschen aus Angst vor Repressalien sich weigern, Vermisstenanzeigen aufzugeben. So gehen Sozialwissenschaftler jedoch von einer Zahl zwischen fünfzig- und hunderttausend Vermissten aus.

Behörden [Bearbeiten]

Die Zahl an getöteten Militärangehörigen, Polizisten, Staatsanwälten und weiteren in der Justiz tätigen Personen wurde bis März 2010 mit 1.000 angegeben.[15]

Von Dezember 2006 bis Juni 2011 starben 32 Bürgermeister durch Mordanschläge. Es wurden 2.888 Soldaten, Marineangehörige, Polizisten und Geheimagenten getötet. 45 Prozent der Opfer waren Gemeindepolizisten.[14]

Medienvertreter [Bearbeiten]

Häufig kommen auch Zivilpersonen ums Leben. So wurden zahlreiche Journalisten von Angehörigen der Drogenkartelle mit dem Tode bedroht, entführt oder ermordet, was faktisch zu einer massiven Einschränkung der Pressefreiheit führt.[16] Laut Angaben der Nationalen Menschenrechtskommission (Comisión Nacional de los Derechos Humanos) wurden 58 Medienschaffende seit 2000 umgebracht. Im Jahr 2010 wurden laut der Jahresbilanz der Reporter ohne Grenzen 7 Medienvertreter ermordet, womit Mexiko zu den gefährlichsten Staaten für Journalisten gehört.[17] Bekanntestes Beispiel ist die im September 2011 enthauptete Journalistin María Elisabeth Macías Castro. Die vielfach verstümmelte Leiche wurde von den Tätern an einer belebten Hauptstraße in der Grenzstadt Nuevo Laredo abgelegt.[18][19]

Illegale Einwanderer [Bearbeiten]

Des Weiteren werden immer wieder illegale Einwanderer vor der Grenze zu den USA abgefangen und verschleppt, um von bereits in den Vereinigten Staaten lebenden Verwandten Lösegeld zu erpressen.

Flüchtlinge [Bearbeiten]

Laut einer Untersuchung des Internal Displacement Monitoring Centresind schon 230.000 Menschen vor der Gewalt im Drogenkrieg geflüchtet. Die Ziele sind teilweise die USA und teilweise weniger gefährliche Regionen Mexikos.[2]

Chronologie außerordentlicher Ereignisse[Bearbeiten]

2008 [Bearbeiten]

  • Am 15. September, dem 198. Unabhängigkeitstag von Mexiko, starben bei einem Handgranatenanschlag auf dem Marktplatz vonMorelia mehrere Zivilpersonen.[20] In der Folge wurden drei Angehörige der Los Zetas verhaftet und verdächtigt, das Attentat verübt zu haben.
  • Nach einer Schießerei am 26. Oktober gelang der Polizei die Festnahme von Eduardo Arellano Felix, einem führenden Mitglied des mächtigen Arellano-Kartells.[21] Die US-Behörden hatten zuvor ein Kopfgeld von 5 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt, nachdem er die Nachfolge seines 2006 inhaftierten Bruders Francisco Javier Arellano Felix angetreten hatte.
  • Am 4. November kamen der mexikanische Innenminister Juan Camilo Mouriño und 13 weitere Personen bei einem Flugzeugabsturz in Mexiko-Stadt ums Leben.[22] Zunächst wurde ein Attentat eines Drogenkartells, später die Turbulenzen eines vorausfliegenden Flugzeuges als Unfallursache vermutet.[23]

2009 [Bearbeiten]

  • In einer Mitteilung der US-Botschaft in Mexiko-Stadt aus dem Oktober, die im Rahmen der Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks bekannt wurde, wird erwähnt, dass der damalige mexikanische Staatssekretär für Inneres, Gerónimo Gutiérrez Fernández, vorschlug, die Anstrengungen im Drogenkrieg auf drei wichtige Städte zu konzentrieren, darunter Ciudad Juarez und Tijuana, um schnell Erfolge vorzeigen zu können. Er zeigte sich wegen der Möglichkeit des „Verlierens“ bestimmter Regionen ernsthaft besorgt, denn dies würde Mexikos internationales Ansehen beschädigen, ausländische Investitionen reduzieren und zum Eindruck einer hilflosen Regierung führen.[24]
  • Am 16. Dezember wurde Marcos Arturo Beltrán-Leyva, einer der führenden Drogenhändler des Landes, von Soldaten der Marine in einer Luxusresidenz in Cuernavaca im Süden des Landes aufgespürt und getötet. Der Schlag gegen den als „Boss der Bosse“ bezeichneten Beltrán-Leyva wurde als einer der wichtigsten Erfolge im Jahr 2009 für Präsident Calderón in seinem Krieg gegen die Drogenkriminalität angesehen.[25]Danach beanspruchten dessen Bruder Héctor sowie Valdez den Führungsposten.

2010 [Bearbeiten]

  • Ein Massaker am 31. Januar auf einer Geburtstagsparty in Ciudad Juarez, das von Angehörigen eines Drogenkartells verübt wurde, forderte 17 Todesopfer, die meisten davon unter 18 Jahre alt. Das Verbrechen an den Jugendlichen beruhte anscheinend auf einer Verwechslung. Der Kondolenzbesuch von Präsident Calderón am 14. Februar 2010 bei den Angehörigen der Opfer führte zu Unruhen im Veranstaltungssaal.[26]
  • Am 28. Juni geriet Rodolfo Torre (46), aussichtsreichster Kandidat bei den Gouverneurswahlen im nordöstlichen Bundesstaat Tamaulipas, gemeinsam mit seinen Beratern nahe dem Flughafen von Ciudad Victoria in einen Hinterhalt und wurde erschossen. Calderón kündigte bei einer Sondersitzung seines Kabinetts eine Fortsetzung des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität an. Er rief zu einer „gemeinsamen Front“ gegen das organisierte Verbrechen auf. In einer Rundfunkansprache forderte er die politische Klasse und die Zivilgesellschaft zu einem nationalen Dialog auf. Alle politischen Kräfte des Landes müssten denjenigen eine gemeinsame und geschlossene Antwort liefern, die das demokratische Leben und den Frieden der Mexikaner angreifen.[27]
  • Ende Juli wurde bekannt, dass eine Gefängnisdirektorin mehrere Insassen über Nacht freigelassen und mit Waffen ausgestattet hat, damit diese Morde an konkurrierenden Banden verüben konnten. Insgesamt sollen die nächtlichen Freigänger für 35 Tote bei drei Überfällen in Torreón verantwortlich sein.[28]
  • Am 2. September griff die Armee ein Ausbildungslager der Zetas an der Grenze zu den USA an und tötete 27 Mitglieder. Es war bis dahin das Gefecht mit den meisten Verlusten für ein Drogenkartell im Drogenkrieg.[3]
  • Am 25. September fassten die Sicherheitskräfte im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco den KriminellenMargarito Soto Reyes alias „El Tigre“. Er gehörte nach Angaben der Behörden zur Führungsriege des Sinaloa-Kartells und war für den Schmuggel von monatlich einer halben Tonne unterschiedlicher Drogen in die USA verantwortlich.
  • Am 26. September wurde José Ángel Fernández de Lara, ein Anführer der Los Zetas, in Cancún festgenommen.[33]
  • Am 6. Oktober ging ein Gesetzesentwurf für eine Polizeireform an den Senat. Dabei sollen viele der zweitausend Abteilungen aufgelöst werden. Jeder Bundesstaat soll nur mehr eine Polizeiverwaltung besitzen die dem Gouverneur unterstellt ist.[34]
  • Am 18. Oktober wurden bei einer Operation von Militär und Polizei 105 Tonnen Marihuana (nach anderen Berichten 134 Tonnen[34]) beschlagnahmt und elf Verdächtige festgenommen. Zwei Personen wurden verletzt. Die Drogen sind auf dem mexikanischen Schwarzmarkt 335 Millionen US-Dollar, umgerechnet 240 Millionen Euro, wert. Jedoch ist der Wert der Drogen auf dem US-amerikanischen Markt viermal so hoch.
  • Am 19. Dezember rief die Regierung von Guatemala in der Provinz Alta Verapaz den Ausnahmezustand aus. Als Grund gab sie die offene Machtübernahme der Los Zetas seit mindestens 2009 in der Region an, die sie als einen Korridor für denDrogenhandel verwenden.[36]
  • Ende des Jahres drohten die Zetas alle Bürger der Stadt Ciudad Mier zu töten. Die Bewohner flüchteten daraufhin und hinterließen eine Geisterstadt.[2]

2011 [Bearbeiten]

  • Im April griffen Narcos auf der Westautobahn von Mexiko-Stadt nach Guadalajara einen Konvoi der Bundespolizei mit Sturmgewehren und Granatwerfern an. Die Behörden mussten aufgrund der Übermacht den Rückzug antreten.[14]
  • Von 5. bis 9. Mai fand ein von Javier Sicilia organisierter Schweigemarsch gegen den Drogenkrieg von der StadtCuernavaca zum Zocalo-Platz in Mexiko Stadt statt. Es nahmen mehr als 85.000 Mexikaner teil.[37]
  • Am 15. Mai wurden in Guatemala, in der Provinz Petén an der Grenze zu Mexiko, 27[38] oder 29 Leichen gefunden. Als Täter vermuten die guatemaltekischen Behörden die Los Zetas.[39]Aufgrund des Massakers rief Präsident Alvaro Colom einen eintägigen Notstand am 27. Mai für die Provinz Petén aus. Die Polizei erhielt dadurch mehr Befugnisse.[38]
  • Am 26. Mai lieferten sich Angehörige des Sinaloa-Kartells, laut Regierungsangaben, in Ruiz auf der Hauptstraße von Tepic nachMazatlan mit Mitgliedern der Zetas ein einstündiges Feuergefecht aus fahrenden Autos heraus bei dem 29 Personen, teilweise mit Kampfanzügen und Schutzwesten bekleidet, getötet wurden. Die Polizei konfiszierte 14 Fahrzeuge, darunter zwei gepanzerte und zusätzlich Gewehre, Munition und Handgranaten.[40]
  • Im Mai flüchteten 2500 Einwohner aus Apatzingán und Umgebung vor der Gewalt im Drogenkrieg. Mitglieder eines Drogenkartells sperrten zwei Tage lang eine Straße in der Stadt. Die Regierung forderte die Bewohner auf die Stadt zu verlassen und etwa 40 Schulen wurden geschlossen.[40]
  • Am 29. Juli wurde Jose Antonio Acosta Hernández, einer der Anführer der für das Juárez-Kartell arbeitenden Gruppe La Líneafestgenommen. Er soll laut Anklage für über 1.500 Morde verantwortlich sein.[41]
  • In der Nacht zum 11. August wurde Oscar García Montoya inTlalpan in Mexiko-Stadt festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft war er der Anführer der Gruppe Mano con Ojos (Hand mit Augen), der über 900 Morde zur Last gelegt werden.[42]
  • Bei dem Brandanschlag auf das Casino Royale in Monterreydrangen am 25. August bewaffnete Männer in das Casino Royale, ein Spielkasino, ein und setzten es in Brand. Dabei kamen mindestens 52 Menschen ums Leben. Laut Regierungsangaben soll ein Kartell dafür verantwortlich sein.[43]
  • Am 20. September wurden von zwei Kleinlastern in Veracruz, direkt neben einem Konferenzhotel, das zu der Zeit von den Generalstaatsanwälten genutzt wurde, 35 gefolterte Leichen entladen. Die Toten sollen Mitglieder der Zetas gewesen sein, was von der Polizei später bestätigt wurde. Es wurden Drohungen an die Gruppe am Tatort gefunden.[44][45] Die Generalstaatsanwaltschaft identifizierte die Täter in der Folge als Mitglieder des Sinaloa-Kartells.[14]
  • Am 22. September fand die Polizei abermals 14 Leichen mit Drohungen an die Zetas.[45]
  • Am 24. September übernahm eine Gruppe namens Mata Zetas(„die Zetamörder“) die Verantwortung für die am 20. und am 22. gefundenen Leichen. Ihre Gruppe sei gegründet worden um die Zetas zu bestrafen und ihre Herrschaft zu brechen.[45]
  • Am 6. Oktober fand die Polizei in Veracruz in drei Privathäusern insgesamt 32 Tote. Lokale Medien gehen von einer Täterschaft der Mata Zetas aus.[45]
  • Im Oktober wurden, nach einer Welle von Entführungen und Erpressungen in der Region um Linares, sämtliche Polizeikräfte der Stadt (insgesamt mehr als 100) zur Überprüfung einer möglichen Verwicklung in die Vorgänge festgenommen.[46]
  • Am 13. Oktober wurde die Nummer drei der Zetas, Carlos Oliva Castillo in Saltillo im Bundesstaat Coahuila festgenommen. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft soll Castillo für die Aktivitäten der Zetas in den Bundesstaaten Coahuila, Nuevo Leon undTamaulipas verantwortlich gewesen sein. Er soll auch den Brandanschlag auf das Casino Royale befohlen haben.[47][48]
  • Im November fand man in Culiacán 16 verbrannte Leichen und in der Stadt Guadalajara entdeckte man die sterblichen Überreste von 26 Menschen.[14]
  • Im Dezember flohen aus zwei Gefängnissen im Norden Mexikos insgesamt 226 Häftlinge.[35]

2012 [Bearbeiten]

  • Am 19. Februar kamen bei Kämpfen in der Strafanstalt in Apodaca bei Monterrey 44 Menschen ums Leben. Laut Polizei gingen diese Kämpfe wahrscheinlich auf Rivalitäten zwischen den Zetas und dem Golfkartell zurück. Die Anstalt war mit 3.000 statt 1.500 Häftlingen stark überbelegt.[50]
  • Am 13. Mai wurden nahe Cadereyta de Jiménez 49 geköpfte und verstümmelte Leichen mit einer Drohbotschaft der Zetas auf der Schnellstraße 40 zwischen Monterrey und Reynosaentdeckt.[51][52]
  • Am 4. Juni stürmten Bewaffnete eine Drogenentzugsklinik inTorreón und schossen um sich. Dabei töteten sie elf Menschen und verletzten mindestens neun weitere.[53]
  • Am 7. Juni waren in einem abgestellten Kleinlaster in einer Kleinstadt im nördlichen Bundesstaat Tamaulipas 14 zerstückelte Leichen gefunden worden. Zusammen mit den Toten fand man eine Warnung an den zweiten Mann bei den Zetas, Miguel Ángel Treviño Morales.[54]
  • Am 13. Juli führten die Hinweise von anonymen Anrufern zum Fund von sechs enthaupteten Leichen bei der Ortschaft Jojutlaund dreier Köpfe im Nachbarort Ixtla (beide Ortschaften liegen im Bundesstaat Morelos).[55]
  • Am selben Tag entdeckten Drogenfahnder an der Grenze zu den Vereinigten Staaten einen 220 Meter langen Schmugglertunnel. Dieser führte von einem Geschäft in San Luis (Arizona) zu einer Fabrik in San Luis Rio Colorado.[55]
  • Marinesoldaten verhafteten am 3. September Mario Cárdenas Guillén, einen Anführer des Golfkartells, in Altamira. Er hatte eine schwere Waffe, 90 Schuss Munition, zwei Granaten, 129.700 Pesos (entsprach etwa 7000 Euro) und Kokain bei sich.[56]
  • Am 12. September verhaften Marinesoldaten Jorge Eduardo Costilla Sánchez, einen Anführer des Golf-Kartells, in Tamaulipasnahe der Grenze zu den Vereinigten Staaten. Die Festnahme verlief gewaltlos. Mit Costilla wurden auch andere Kartellmitglieder festgenommen.[57]
  • Am 17. September flohen 132 Häftlinge mithilfe eines 1,20 Meter breiten und 297 Meter langen Tunnel aus einem Gefängnis inPiedras Negras.[35]
  • Am 18. Dezember starben elf Insassen und sechs Wärter bei einem Massenausbruch aus der Haftanstalt Gómez Palacio imBundesstaat Durango. Die Häftlinge versuchten durch mehrere Tunnel und über eine Mauer zu entkommen und besaßen Schusswaffen.[59]

2013 [Bearbeiten]

  • Am 31. Januar wurden 14 Musiker und vier Helfer der BandKombo Kolombia vermutlich von schwerbewaffneten Mitgliedern eines Drogenkartells in Hidalgo (Nuevo Leon) entführt.[60] Ihre Leichen wurden drei Tage später von der Polizei in einem Brunnen gefunden.[61] Ein Mann konnte flüchten und die Polizei alarmieren.
  • Am Morgen des 26. März besetzten hunderte Bewaffnete (die Berichte schwanken zwischen 600 und 2.000) die KleinstadtTierra Colorada und umliegende Orte. Dabei setzten sie den Polizeichef Oscar Ulises Valles, elf Polizisten und sechs Zivilisten, die sie der Mitgliedschaft bei der Organisierten Kriminalität bezichtigten, fest. Die bewaffneten Mitglieder einer Bürgerwehr (policías comunitarios) reagierten auf die Tötung eines ihrer Kommandanten am Vortag. Sie hielten die Region fast 24 Stunden lang unter ihrer Kontrolle und übergaben die festgesetzten Personen nach Verhandlungen mit regionalen Bürgermeisterinnen und der Staatsanwältin des Bundesstaats GuerreroMartha Elva Garzón, den Behörden. Daraufhin zogen sie ab.[62]

Strategien zur Deeskalation [Bearbeiten]

Die mexikanische Regierung setzt ihr Schwergewicht auf die Verhaftung von Anführern der Drogenkartelle. Diese sog. Kingpin Strategy wurde von der DEA 1992 für die Bekämpfung von Drogenkartellen entwickelt. Sie wird von den mexikanischen Behörden weiterhin als erfolgreich bezeichnet.[63]

Nicht prioritär ist die Verhinderung der Produktion, des Handels oder des Schmuggels von illegalen Drogen – im Gegensatz zum War on Drugs in den 1970er Jahren (Operation Condor), bis in die späten 1990er Jahre. Die Verlagerung der Bekämpfungsstrategie hängt auch damit zusammen, dass die mexikanischen Drogenkartelle nach Schätzungen heute mehr als 60 % ihrer Einnahmen mit anderen kriminellen Aktivitäten als dem Drogenhandel (z. B. Erpressung) erzielen.

Erst seit 2010 setzt Präsident Calderón nicht mehr einzig auf Sicherheitsmaßnahmen. Der mexikanische Staat soll nun auch zusätzlich in Bildung, Gesundheit und Sozialarbeit investieren. Damit sollen vorab Jugendlichen andere Perspektiven gegeben werden als der Einstieg ins Drogengeschäft. Ganz allgemein soll die Zivilgesellschaft dadurch gestärkt werden. Der „Eingriffsplan Juárez“ (benannt nach der Stadt Ciudad Juárez) soll umgerechnet insgesamt 200 Millionen Euro kosten und gilt als Pilotprojekt.

Die Frankfurter Rundschau schrieb dazu:

„Experten halten diesen Paradigmenwechsel zwar für überfällig, doch für Fachleute wie Edgardo Buscaglia geht Calderóns neue Politik noch immer nicht weit genug. „Nur wenn du an ihre Vermögenswerte und Besitztümer gehst, hast du eine Chance den Krieg zu gewinnen“, sagt der Experte für organisierte Kriminalität und Hochschullehrer an der UniversitätITAM in Mexiko-Stadt. Aber an dem Punkt tue die Regierung nichts, weil Politik und Justiz bis in hoheInstanzen von der organisierten Kriminalität unterwandert seien.“[64]

Auswirkungen [Bearbeiten]

Auswirkungen auf die USA [Bearbeiten]

Drogen- und Waffenschmuggel [Bearbeiten]

Im April 2009 stellte US-Präsident Barack Obama anlässlich seines ersten Staatsbesuchs in Mexiko fest, dass der US-Bedarf an Drogen den Drogenkartellen helfe, im Geschäft zu bleiben. Der Krieg werde ausgetragen mit Schusswaffen, die nicht in Mexiko, sondern in den USA erworben worden seien.[65] Die US-Behörden gehen davon aus, dass der Hauptanteil der in die USA geschmuggelten Drogen aus Mexiko stammt. Ein Teil davon wird in Mexiko selbst angebaut (Marihuana) oder hergestellt (Methamphetamin). Vor allem aber ist Mexiko ein Transitland für Kokain aus Kolumbien und anderen südamerikanischen Ländern: Schätzungsweise 90 % des gesamten in den USA verkauften Kokains wird durch Mexiko transferiert und in die USA geschmuggelt. Der in den USA erzielte Erlös aus dem Drogenschmuggel soll für die mexikanischen und kolumbianischen Drogenkartelle jährlich zwischen 18 und 39 Milliarden Dollar betragen.[66]

Mit einem Teil der Einkünfte werden Waffen durch Strohmänner der Drogenkartelle in den USA rechtmäßig erworben und danach illegal nach Mexiko geschmuggelt. So sollen nach einer Untersuchung desU.S. Government Accountability Office 87 % aller in den letzten fünf Jahren in Mexiko beschlagnahmten Waffen in den USA gekauft worden sein.[67] Das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (ATF), eine dem Justizministerium der Vereinigten Staaten unterstellte Bundespolizeibehörde versucht diesen Waffenschmuggel zu unterbinden, teilweise mit verdeckten Operationen (vgl. Operation Fast and Furious der Jahre 2009 und 2010).

Merida-Abkommen (2008) [Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Mérida-Initiative

Der Schwerpunkt der militärischen Operationen liegt in den nördlichen Bundesstaaten (Baja CaliforniaSonoraChihuahuaCoahuila undTamaulipas) an der Grenze zu den USA. Weil der Drogenkrieg zunehmend in die USA überzuschwappen droht, unterstützen die USA in den nächsten drei Jahren – gestützt auf das 2008 vom US-Kongress genehmigte sog. Merida-Abkommen – die mexikanische Regierung mit 1,6 Milliarden Dollar.[68] Zusätzlich beabsichtigen sie Hilfe in Form von militärischer Ausrüstung, Ausbildung und Unterstützung durch ihre Geheimdienste.[69] Um dem Nachbarland Mexiko im Kampf gegen die mächtigen Drogenbosse zu helfen, will die amerikanische Regierung unter Barack Obama 80 Millionen Dollar zum Kauf von Black-Hawk-Hubschraubern beisteuern. Mit diesen Militärhubschraubern soll der mexikanischen Polizei die Möglichkeit gegeben werden, verstärkt gegen die rivalisierenden Drogenbosse vorzugehen. Mit dieser Maßnahme, die von US-Präsident Obama bereits angekündigt worden war, wollen die USA auch ihre eigenen Bürger schützen, da viele der Drogen über die Grenze geschmuggelt werden und auf diese Weise unter die US-amerikanische Bevölkerung geraten.

Auswirkungen auf Guatemala [Bearbeiten]

Die mexikanischen Drogenkartelle beherrschen seit den 1990er Jahren den Kokainschmuggel in Mittelamerika, insbesondere aber im Nachbarstaat Guatemala. Mit dem Drogenkrieg in Mexiko hat sich der Konkurrenzkampf zwischen den Drogenkartellen auf mittelamerikanische Nachbarstaaten ausgeweitet, wo sie weniger vom Staat gestört werden als in Mexiko. Seit 2007 kämpfen Los Zetas um die Drogenkorridore in Guatemala, die ehemals vomSinaloa-Kartell und dem Golfkartell beherrscht wurden. Unterdessen deuten alle Anzeichen darauf hin, dass sich Los Zetas fest in Guatemala etabliert haben. Polizei und Justiz stehen dieser Entwicklung wegen mangelnder Ressourcen, der Korruption und der Ineffizienz des Rechtssystems machtlos gegenüber.[70]

Rezeption [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.): Erfolgreiche Strategie gesucht – Mexiko debattiert „Drogenkrieg“. 16. August 2010. pdf
  • Malcolm Beith: The Last Narco. 2010. (El Chapo. Die Jagd auf Mexikos mächtigsten Drogenbaron. Aus dem Englischen übersetzt von Gunter Blank und Simone Salitter. 2011)
  • June S. Beittel: Mexico’s Drug Trafficking Organizations: Source and Scope of the Rising Violence. Hrsg. von Congressional Research Service, U.S., CRS Report R41576, 7. September 2011. pdf
  • Isaac Campos: Degeneration and the Origins of Mexico’s War on Drugs, in: Mexican Studies/Estudios Mexicanos, Vol. 26, No. 2 (Summer 2010), S. 379-408.
  • Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Drogen, Dollars, Demokratie. Herausforderungen durch den Drogenhandel in Mexiko und Brasilien. Berlin 2009, ISBN 978-3-86928-002-8pdf
  • Jeanette Erazo Heufelder: Drogenkorridor Mexiko. Transit, Berlin 2011, ISBN 978-3-88747-259-7.
  • Karl-Dieter Hoffmann: Mexikos „War on Drugs“ und die Mérida Initiative. GIGA Focus, Nummer 4, 2008. pdf
  • Anne Huffschmid: Mexiko – das Land und die Freiheit.Rotpunktverlag, Zürich 2010.
  • Anne Huffschmid, Wolf-Dieter Vogel (Hg.): NarcoZones – Entgrenzte Märkte und Gewalt in Lateinamerika, Assoziation A, Berlin 2012.
  • Viridiana Rios, David A. Shirk: Drug Violence in Mexico. Data and Analysis Through 2010. Hrsg. vom Trans-Border Institute, University of San Diego, Februar 2011. pdf
  • Stratfor (Hrsg.): Mexican Drug Wars: Bloodiest Year do Date. 10. Dezember 2010.
  • Ioan Grillo: „El Narco. The Bloody Rise of Mexican Drug Cartels“. Bloomsbury, 2011.
  • Tiffany Siegert: „Mexiko im Drogenkrieg. Akteure und Strukturen“, AVM München, 2011, ISBN 978-3-86924-157-9.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Drogenkrieg in Mexiko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1.  Conflict Barometer 2010. HIIK, 6. September 2010, abgerufen am 18. Mai 2011 (4,8 MB, englisch, pdf, S. 50ff.).
  2. ↑ a b c Klaus Ehringfeld: Hunderttausende fliehen vor Mafia-Gewalt. In: Frankfurter Rundschau. 31. März 2011, abgerufen am 1. April 2011.
  3. ↑ a b Alex Gertschen: Moral für den Krieg ohne absehbares Ende. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. September 2010, abgerufen am 30. Januar 2011.
  4.  Gudrun Springer: Die Kartelle haben überall ihre Spione und Kollaborateure. Der Standard, 3. Oktober 2010, abgerufen am 30. Januar 2011 (Interview mit Karl-Dieter Hoffmann).
  5.  3220 Polizisten in Mexiko entlassen. In: 20 Minuten Online. 31. August 2010, abgerufen am 30. Januar 2011.
  6.  Toni Keppeler: Offene Schlacht. In: die tageszeitung.23. Dezember 2010, abgerufen am 28. Dezember 2010.
  7.  Mexiko im Griff der Kartelle. Spiegel Online, abgerufen am 7. Februar 2012 (flash).
  8.  http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mexiko-fuehrer-des-golfkartells-mario-cardenas-guillen-festgenommen-a-853977.html, 5. September 2012
  9.  Sinaloa wird Mexikos mächtigstes Drogenkartell. Spiegel Online, 6. Januar 2011, abgerufen am 31. Januar 2011.
  10.  Eduoardo Castillo, Katherine Corcoran: 2 powerful cartels dominate in Mexico drug war. In: Associated Press.2. Oktober 2011, abgerufen am 27. Oktober 2011 (englisch).
  11.  Jorge Ramos Pérez: Poiré: 2010 terminó con 15 mil 273 muertes. El Universal, 12. Januar 2011, abgerufen am22. Februar 2011 (spanisch).
  12.  El Saldo de la Guerra. El Universal, abgerufen am22. Februar 2011 (pdf; 2,4 MB, spanisch).
  13.  Mariano Castillo: 2011 drug violence kills nearly 13,000 in Mexico, new figures show. CNN, 11. Januar 2012, abgerufen am 7. Februar 2012 (englisch).
  14. ↑ a b c d e Le Monde Diplomatique – Hoffnung auf Ruhe durch Korruption
  15.  Oficial: más de 22 mil 700 muertos por violencia. El Universal, abgerufen am 10. Juni 2010 (spanisch).
  16.  Alex Gertschen: Pressefreiheit im Schraubstock. Neue Zürcher Zeitung, 22. Januar 2010, abgerufen am2. Februar 2010.
  17.  Die Reporter ohne Grenzen-Jahresbilanz 2010. Reporter ohne Grenzen, 30. Dezember 2010, abgerufen am31. Dezember 2010 (pdf; 242 kB).
  18.  Blutiger Drogenkrieg in Mexiko – ein Überblick.Newsgrape, 3. Oktober 2011, abgerufen am 7. Februar 2012.
  19.  Wolf Dieter Vogel: Mexikanische Journalistin enthauptet.26. September 2012, abgerufen am 7. Februar 2012.
  20.  Es war wie ein Feuerball, In: Tagesschau, 17. September 2008 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung
  21.  Drogenboss in Mexiko festgenommen, In: Tagesschau (Dieursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung
  22.  Politiker in Mexiko ermordet? Jeder denkt es, keiner spricht es aus, In: Tagesschau (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung
  23.  David Kaminski-Morrow: Turbulence from 767 suspected in Mexican Learjet crash. Flightglobal, 15. November 2008, abgerufen am 20. Mai 2010 (englisch).
  24.  Anfragen an US-Diplomaten in aller Welt. In: ORF.3. Dezember 2010, abgerufen am 3. Dezember 2010.
  25.  Mexikanische Marine erschießt Drogenbaron Beltran Leyva. In: Reuters, 17. Dezember 2009, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  26.  Unruhen bei Präsidentenbesuch. Der Standard,15. Februar 2010, abgerufen am 20. Mai 2010.
  27.  Mexikanischer Politiker stirbt im Kugelhagel. stern.de, 29. Juni 2010.
  28.  Gefängnisdirektorin setzt Häftlinge als Mörder ein. In:Welt Online, 26. Juli 2010.
  29.  Mexikos Armee tötet mächtigen Drogenboss. In: Spiegel Online, 30. Juli 2010, abgerufen am 1. August 2010.
  30.  Entsetzen über Massaker in Mexiko. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. August 2010.
  31.  «Barbie» festgenommen. In: Neue Zürcher Zeitung, 31. August 2010.
  32.  Klaus Ehringfeld: Mexikanische Armee nimmt „El Grande“ fest. In: Frankfurter Rundschau, 13. September 2010.
  33.  Gleich zwei Drogenbarone festgenommen. In: 20 Minuten, 26. September 2010.
  34. ↑ a b Polizeireform in Mexiko. In: Neue Zürcher Zeitung.7. Oktober 2010, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  35. ↑ a b c Fluchttunnel in die Freiheit. In: die tageszeitung.2012-09-, abgerufen am 18. September 2012.
  36.  Toni Keppeler: Mit Ausnahmezustand gegen das Kartell.In: die tageszeitung. 20. Dezember 2010, abgerufen am22. Dezember 2010.
  37.  Großdemo gegen Drogenkrieg. In: ORF. 9. Mai 2011, abgerufen am 9. Mai 2011.
  38. ↑ a b Nach Massaker Notstand in Teil von Guatemala. In:Neue Zürcher Zeitung. 17. Mai 2011, abgerufen am19. Mai 2011.
  39.  Cecibel Romero, Toni Keppeler: Massaker in Guatemala. die tageszeitung, 16. Mai 2011, abgerufen am16. Mai 2011.
  40. ↑ a b Blutiges Gefecht zwischen Gangsterbanden in Mexiko. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. Mai 2011, abgerufen am 27. Mai 2011.
  41.  Bandenführer soll mehr als 1500 Morde befohlen haben.In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. August 2011, abgerufen am 1. August 2011.
  42.  Polizei nimmt Massenmörder fest. In: Frankfurter Rundschau. 12. August 2011, abgerufen am 12. August 2011.
  43.  Kasino sollte Schutzgeld an Drogenkartell zahlen. In:Welt Online. 11. August 2011, abgerufen am 23. April 2012.
  44.  Widerstand gegen die Drogenmafia. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. September 2011, abgerufen am28. September 2011.
  45. ↑ a b c d Toni Keppeler: Die „guten Mexikaner“. In: die tageszeitung. 11. Oktober 2011, abgerufen am12. Oktober 2011.
  46.  Mexican army, state police patrolling streets of northern city after police force detained. In: The Washington Post.10. Oktober 2011, abgerufen am 14. Oktober 2011 (englisch).
  47.  Anschlag auf Kasino organisiert? In: ORF.2. November 2011, abgerufen am 2. November 2011.
  48.  David Luhnow, Jose de Cordoba: Casino Arrests Stir Scandal in Mexico. In: The Wall Street Journal.14. Oktober 2011, abgerufen am 14. Oktober 2011 (englisch).
  49.  Alex Gertschen: Die USA im Drogenkrieg Mexikos. In:Neue Zürcher Zeitung. 20. Dezember 2011, abgerufen am20. Dezember 2011.
  50.  Wolf-Dieter Vogel: Bandenkrieg hinter Gittern. In: die tageszeitung. 20. Februar 2012, abgerufen am21. Februar 2012.
  51.  49 verstümmelte Leichen auf mexikanischer Schnellstraße entdeckt. In: Welt Online, 13. Mai 2012.
  52.  Natalie Evans: More horror in Mexico: 49 mutilated bodies dumped on highway in latest drugs war clash. In: Daily Mirror, 13. Mai 2012 (englisch).
  53.  Elf Tote bei Überfall auf Klinik. In: die tageszeitung.4. Juni 2012, abgerufen am 5. Juni 2012.
  54. ↑ a b Cecibel Romero: Bruderkrieg mit zerhackten Leichen.In: die tageszeitung, 21. September 2012.
  55. ↑ a b Sechs Leichen in Mexiko gefunden. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. Juli 2012, abgerufen am 16. Juli 2012.
  56.  Militär fasst mexikanischen Drogenboss. In: Spiegel Online, 5. September 2012.
  57.  Schlag gegen Drogenkartell. In: die tageszeitung, 13. September 2012.
  58.  Nach Politikermord rückt Armee in Vorort von Mexiko-Stadt ein. In: orf.at, 21. September 2012.
  59.  Tote bei Gefängnisrevolte. In: die tageszeitung, 19. Dezember 2012.
  60.  Sandra Weiss: Das brutale Ende der Band Kombo Kolombia. In: Die Welt, 30. Januar 2013.
  61.  Leichen von Musikern in Brunnen gefunden. In:Süddeutsche Zeitung, 29. Januar 2012.
  62.  Bürgerwehr «verhaftet» Polizeichef in Mexiko. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. März 2013, abgerufen am29. März 2013 (deutsch).
  63.  Patrick Corcoran: The Kingpin Strategy, Nacho Coronel, and Violence on the Pacific. In: Sight Online. 17. Mai 2011, abgerufen am 18. Mai 2011 (englisch).
  64.  Klaus Ehringfeld: Calderons neue Strategie. In:Frankfurter Rundschau, 10. März 2010
  65.  Joint-Press-Conference-With-President-Barack-Obama-And-President-Felipe-Calderon-Of-Mexico. U.S. Government, 16. April 2009, abgerufen am10. November 2009 (englisch).
  66.  National Drug Threat Assessment 2009. U.S. National Drug Intelligence Center (NDIC), Dezember 2008, abgerufen am 10. November 2009 (englisch).
  67.  U.S. Efforts to Combat Arms Trafficking to Mexico Face Planning and Coordination Challenges. GAO,18. Juni 2009, abgerufen am 10. November 2009 (englisch).
  68.  Karl-Dieter Hoffmann: Mexikos „War on Drugs“ und die Mérida Initiative. In: GIGA Focus, Nummer 4/2008 (pdf).
  69.  Unruhe über mexikanischen Drogenkrieg steigt in den USA. In: ORF, abgerufen am 7. März 2009.
  70.  Toni Keppeler: Guatemala in den Händen der Drogenkartelle. In: Le Monde diplomatique.9. Dezember 2011, abgerufen am 6. Juni 2012.
  71. http://de.wikipedia.org/wiki/Drogenkrieg_in_Mexiko

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