Startseite » Demokratisierungsmarsch » Was bleibt vom Weltsozialforum in Tunesien?Die Diskussionen um die weltweite Krise des neoliberalen Systems machten deutlich, das physische Armut nicht länger eine Massenerscheinung nur in den Ländern des Südens ist. Die gemeinsame Betroffenheit hat die Notwendigkeit des gemeinsamen globalen Widerstands offenkundig gemacht. Fragen des gesellschaftlichen Umbruchs und Krisenerscheinungen wie Klimawandel, Finanzkrise sowie Hunger, Armut und Migration waren zentrale Anliegen des Weltsozialforums. 50.000 Menschen aus 127 Ländern nahmen teil, auch 40 Gewerkschaften aus vielen Ländern. Vielen junge Tunesierinnen und Tunesiern machen in Gesprächen deutlich, dass sie sich angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit auch um ihre persönliche Zukunft sorgen.

Was bleibt vom Weltsozialforum in Tunesien?Die Diskussionen um die weltweite Krise des neoliberalen Systems machten deutlich, das physische Armut nicht länger eine Massenerscheinung nur in den Ländern des Südens ist. Die gemeinsame Betroffenheit hat die Notwendigkeit des gemeinsamen globalen Widerstands offenkundig gemacht. Fragen des gesellschaftlichen Umbruchs und Krisenerscheinungen wie Klimawandel, Finanzkrise sowie Hunger, Armut und Migration waren zentrale Anliegen des Weltsozialforums. 50.000 Menschen aus 127 Ländern nahmen teil, auch 40 Gewerkschaften aus vielen Ländern. Vielen junge Tunesierinnen und Tunesiern machen in Gesprächen deutlich, dass sie sich angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit auch um ihre persönliche Zukunft sorgen.

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Weltsozialforum in Tunis

Im Zeichen der Würde

Mit einer großen Demonstration endet das Weltsozialforum. Mitbestimmung und Migration waren Schwerpunkte des internationalen Treffens.von Christian Jakob

Gäste des Forums demonstrieren zum Abschluss ihre Solidarität mit Palästina.  Bild:  dpa

TUNIS taz | Mit einer großen Demonstration ist am Samstag das zwölfte Weltsozialforum (WSF) in Tunis zu Ende gegangen. Die Organisatoren geben die Teilnehmerzahl des Treffens mit über 30.000 an.

Das Forum stand in diesem Jahr unter dem Motto „Würde“, einem der Schlagworte der tunesischen Revolution. Die Zusammenkunft internationaler Nichtregierungsorganisationen habe denjenigen Gehör verschafft, deren Stimme man auf der Welt sonst nicht wahrnehme, so ein WSF-Sprecher.

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Neben Entwicklungsfragen wie Nahrungssouveränität oder Migration war der Israel-Palästina-Konflikt eines der Schwerpunktthemen des Forums. Die Abschlussdemo fiel auf den palästinensischen „Tag des Bodens“. Bei ihrem Marsch durch die Innenstadt von Tunis skandierten die Teilnehmer „Befreit Gaza“ und „Nein zur Besetzung“.

Am Vorabend hatten sich die Globalisierungsgegner im großen Hörsaal der El-Manar-Universität versammelt. „Wir wissen, wer die Welt kaputtmacht“, rief eine brasilianische Vertreterin der Kleinbauernorganisation La Via Campesina auf der Bühne, „es sind sind die großen Konzerne, die Multinationalen. Ihre Macht zerstört alles, und deswegen sind wir hier.“

Mitbestimmung im Mittelpunkt

Zuvor hatte ein Via-Campesina-Sprecher die westlichen Agrarkonzerne scharf angegriffen: „Sie kaufen das beste Land, doch statt Lebensmittel für die Menschen produzieren sie Exportpflanzen, Biokraftstoffe oder Futtermittel für Fleischfabriken.“ Er rief die Landwirte auf, sich „weltweit zu vereinen, um ihr Land zu verteidigen“.

„Das Weltsozialforum hat in Tunesien bewiesen, dass es sich thematisch weiterentwickeln kann“, sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. Die Organisation ist als einzige deutsche Initiative im Internationalen Rat des Forums vertreten. Es sei eine richtige Entscheidung gewesen, in dem Land, in dem der Arabische Frühling begann, Menschenrechte und politische Mitbestimmung in den Mittelpunkt zu stellen, sagte Füllkrug-Weitzel. „Die Menschen sind enttäuscht, dass immer häufiger diktatorische Strukturen des alten Regimes wieder aufleben.“ Die Erfolge des demokratischen Aufbruchs seien in Gefahr.

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„Für eine Woche war Tunis eine Hauptstadt der Welt“, sagte der tunesische Interims-Ministerpräsident Ali Larayedh bei einem Empfang anlässlich des Forums. Bei der gleichen Gelegenheit dankte Kamel El-Habib, Sprecher des lokalen Organisationskomitees, der Regierung dafür, „bestmögliche Bedingungen“ für das Forum geschaffen zu haben. Im Vorfeld des Forums war bekannt geworden, dass die WSF-Organisatoren der von der islamistischen Ennahda-Partei geführten Regierung „innenpolitische Neutralität“ zugesichert hatten.

http://www.taz.de/!113814/

 

Weltsozialforum in Tunis geht zu Ende

(von Redaktion, epo)

Tunis. – Das elfte Weltsozialforum hat im Verlauf der vergangenen Woche mehr als 50.000 Menschen aus 127 Ländern in Tunis versammelt und wird unmittelbar vor seinem Abschluss von den Veranstaltern als außerordentlicher Erfolg gewertet. Das Organisationskomitee des WSF schätzt, dass etwa 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Tunesien stammten. Die internationale Gewerkschaftsbewegung war mit rund 40 Organisationen vertreten.

„Dieses globale Treffen in Tunis hat nicht nur die Überlebensfähigkeit der Sozialforumsidee bestätigt, sondern auch eine neue Dynamik des weltweiten Widerstands gegen die dramatische Armutspolitik der Herrschenden sichtbar gemacht. Der aufrührerische Geist des arabischen Frühlings hat auch die sozialen Bewegungen im Rest der Welt erreicht“, sagte das Mitglied des International Council des WSF, Hugo Braun, der auch dem Attac-Koordinierungskreis angehört.

Mit einer ebenso bunten wie kämpferischen Eröffnungsdemonstration von 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, mit mehr als 1.000 Seminaren, Foren und Diskussionszirkeln sowie einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen bot das Programm des WSF in Tunis das ganze Spektrum der Globalisierungskritik. Die Ursachen und Perspektiven der revolutionären Entwicklungen in Nordafrika nahmen einen besonderen Raum ein.

Die Diskussionen um die weltweite Krise des neoliberalen Systems machten Attac zufolge deutlich, das physische Armut nicht länger eine Massenerscheinung nur in den Ländern des Südens sei. Die gemeinsame Betroffenheit habe die Notwendigkeit des gemeinsamen globalen Widerstands offenkundig gemacht. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt wurde in einer Vielzahl von Veranstaltungen zu Problemen des Klima- und Umweltschutzes sichtbar.

Aus Deutschland waren 37 Organisationen mit eigenen Aktivitäten auf dem Forum dabei, darunter neben Attac die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die evangelische Entwicklungsorganisation Brot für die Welt, aber auch Bildungseinrichtungen wie die TU Berlin oder die Universität Hildesheim.

Am Rande des WSF fand in Tunis auch ein Treffen des weltweiten Attac Netzwerks statt, auf dem Vertreterinnen und Vertreter aus 17 Ländern eine weitere enge Zusammenarbeit mit gemeinsamen Kampagnen zur Kritik der globalen Finanzmärkte vereinbarten.

Das WSF wird am Samstag mit einer Abschlussdemonstration beendet, zu der 50.000 Menschen erwartet werden. Eine Tagung des International Council soll am Sonntag und Montag über die weiteren Aktivitäten der Sozialforumsbewegung beraten.

Vom 26. bis 30. März 2013 fand das elfte Weltsozialforum in Tunis / Tunesien statt mit insgesamt rund 1000 Einzelveranstaltungen und ca. 30 000 Teilnehmer_innen.

Die deutschsprachigen Medien berichten über die Foren eher selten. Auch im Internet ist die Berichterstattung in deutscher Sprache zum Teil nur schwer auffindbar. Diese Seiten wollen hierso weit es geht Abhilfe schaffen. Doch nicht nur das. Gedacht ist an ein Portal, dass

  • über die Vorbereitungen für das kommende Weltsozialforum (WSF) berichtet,
  • über die weltweiten Aktivitäten im Zusammenhang des WSF informiert (mit Schwerpunkt Deutschland und Europa),
  • auf Veranstaltungen hierzu hinweist.

Aktuell:

„Eine Investition in die Zukunft“

Jugend und Menschenrechte prägen das 11. Weltsozialforum in Tunis

Tunis/Berlin, 30.3.2013. Brot für die Welt zieht eine positive Bilanz des fünftägigen Treffens der internationalen Zivilgesellschaft. Unter den mehr als 30.000 Teilnehmern waren auffallend viele junge Tunesierinnen und Tunesier. Sie nutzten die Chance, erstmals in einem arabischen Land in einen Austausch über Themen der Globalisierungskritik treten zu können.

„Das Weltsozialforum hat in Tunesien bewiesen, dass es sich thematisch weiterentwickeln kann“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Region sei es eine richtige Entscheidung gewesen, in dem Land, in dem der Arabische Frühling begann, Menschenrechte und politische Mitbestimmung in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Menschen sind enttäuscht, dass immer häufiger diktatorische Strukturen des alten Regimes wieder aufleben. Die Erfolge des demokratischen Aufbruchs sind in Gefahr.“ Füllkrug-Weitzel betont, Brot für die Welt werde über das Weltsozialforum hinaus die vielen neuen Kontakte nutzen, um die jungen Bewegungen für Demokratie zu stärken.

Auch Fragen des gesellschaftlichen Umbruchs und Krisenerscheinungen wie Klimawandel, Finanzkrise sowie Hunger, Armut und Migration waren zentrale Anliegen des Weltsozialforums von Tunis. Die Debatten darüber wurden in den Veranstaltungen auf dem Uni-Campus El Manar von vielen jungen Tunesierinnen und Tunesiern aktiv mitgestaltet. Sie machten in Gesprächen deutlich, dass sie sich angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit auch um ihre persönliche Zukunft sorgen.

Brot für die Welt und seine internationalen Partnerorganisationen werden ihre Erfahrungen an die lokalen und regionalen Netzwerke und Bewegungen weitergeben. Darüber hinaus werde man als Mitglied des Internationalen Rates die guten Signale von Tunis 2013 in die Auswertung und die Entscheidung für das nächste Weltsozialforum 2015 einbringen, sagte Brot-für-die-Welt-Präsidentin Füllkrug-Weitzel abschließend.

 


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