Startseite » Marsch für Frieden » Die vom Westen forcierten Gewalt-Umstürze im Nahen Osten (vor allem in Syrien und Irak) sind eine Katastrophe für die Christen! Christen in Syrienberichten von Angriffen auf Kirchen, Entführungen und Morden wie seinerzeit im Irak. Obwohl das Oppositionsbündnis gleiche Rechte und Schutz für die Minderheiten versprochen hat, haben sich nur wenige Christen der Rebellion angeschlossen. Der wachsende Einfluss von sunnitischen Extremisten, die ein islamisches Kalifat errichten wollen, bestätigt die Christen in ihrer Skepsis. «Je mehr die Extremisten Oberwasser gewinnen, desto weniger Freiheit gibt es für die Christen». Von den ehemals 300 Kirchen im Irak (unter Saddam Hussein) sind nach dem US-Einmarsch mehr als 240 geschlossen. Die Medien, die gern über Angriffe auf Christen in den Ländern berichten, in dem sie einen Regimewechsel wollen, berichten nicht darüber, wie die vom Westen organisierten Regiemwechsel vor allem das Leben der Christen bedrohen! Und die christlichen Kirchen hier sind so in die imperiale Machtpolitik der Nato eingebunden, dass sie diese katastrophale Bedrohung ihrer Gemeinden im Nahen Osten durch die westliche Politik nicht zu einem öffentlichen Thema machen!

Die vom Westen forcierten Gewalt-Umstürze im Nahen Osten (vor allem in Syrien und Irak) sind eine Katastrophe für die Christen! Christen in Syrienberichten von Angriffen auf Kirchen, Entführungen und Morden wie seinerzeit im Irak. Obwohl das Oppositionsbündnis gleiche Rechte und Schutz für die Minderheiten versprochen hat, haben sich nur wenige Christen der Rebellion angeschlossen. Der wachsende Einfluss von sunnitischen Extremisten, die ein islamisches Kalifat errichten wollen, bestätigt die Christen in ihrer Skepsis. «Je mehr die Extremisten Oberwasser gewinnen, desto weniger Freiheit gibt es für die Christen». Von den ehemals 300 Kirchen im Irak (unter Saddam Hussein) sind nach dem US-Einmarsch mehr als 240 geschlossen. Die Medien, die gern über Angriffe auf Christen in den Ländern berichten, in dem sie einen Regimewechsel wollen, berichten nicht darüber, wie die vom Westen organisierten Regiemwechsel vor allem das Leben der Christen bedrohen! Und die christlichen Kirchen hier sind so in die imperiale Machtpolitik der Nato eingebunden, dass sie diese katastrophale Bedrohung ihrer Gemeinden im Nahen Osten durch die westliche Politik nicht zu einem öffentlichen Thema machen!

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Christen in der islamischen Welt

Banges Osterfest im Irak

International Heute, 08:54
Christen feiern am Sonntag die Ostermesse in der Kirche St. Josef in Karrada, einem zentralen Stadtteil von Bagdad.
Christen feiern am Sonntag die Ostermesse in der Kirche St. Josef in Karrada, einem zentralen Stadtteil von Bagdad. (Bild: Reuters / Mohammed Ameen)
Mindestens zwei Drittel der Christen sind in den letzten Jahren aus dem Irak geflohen. Sorgenvoll blicken die Gebliebenen auf den Aufstieg von islamischen Fundamentalisten in Nordafrika und besonders in Syrien.
Inga Rogg, Bagdad

Umm Laith will die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgeben, schon gar nicht an diesem Tag. Zusammen mit ihrer Tochter und Schwester ist die Christin zur Ostermesse in die Kirche St. Josef in Karrada gekommen, um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern. Hohe Sprengschutzmauern umgeben den Sandsteinbau in dem zentralen Bagdader Stadtteil. Vor der Zufahrt sind Polizisten einer Sondereinheit aufgefahren.

Am Eingang kontrolliert ein weibliches Gemeindemitglied penibel die Taschen der Frauen. Doch drinnen ist die allgegenwärtige Angst vor der Gewalt in der Hauptstadt wie verflogen. Die rund 300 Gläubige fassende Kirche ist fast bis auf den letzten Platz besetzt. Aus vollem Hals intonieren sie die Kirchenlieder in syrisch-aramäischer Sprache. Inbrünstig stimmen sie in die Gebete ein. Viele haben sich extra schön gemacht, kleine Mädchen tragen bunte Spangen in ihrem dunklen Haar, die Buben Anzug und Krawatte.

Weniger Angriffe auf Christen

Es ist die erste Ostermesse von Patriarch Louis Sako, der kürzlich zum Oberhaupt der chaldäischen Christen ernannt wurde. Die Auferstehungsfeier sei ein Aufruf zur Einheit des Iraks, sagt der Patriarch am Ende seiner Predigt. Die Iraker müssten sich Hand in Hand und mit einer Stimme für die Stabilität und den Wohlstand des Landes einsetzen. Nach der Predigt, die Sako auf Arabisch hält, tragen ein Mann und eine Frau eine Kerze und Weihrauch zum Altar, Kinder bringen Blumen, eine Familie folgt ihnen mit kleinen Goldgefässen. Von Sako erhoffen sich die Gläubigen neue Impulse für ihre bedrängte Glaubensgemeinschaft. Viele äussern die Hoffnung, dass der neue Papst Franziskus dem Irak einen Besuch abstattet. Solche Gerüchte gab es auch schon über seinen Vorgänger, doch angesichts der anhaltenden Gewalt scheint eine Reise des Papstes ins Land der ältesten Christengemeinden weltweit so unwahrscheinlich wie eh und je.

Umm Laith sieht dies anders. «Das ist unser Land, wir sind sicher hier», sagt sie. «Es ist an der Zeit, dass die Christen zurückkehren.» Fast trotzig wirft sie dabei den Kopf in den Nacken. Tochter und Schwester runzeln die Stirn, wollen aber nicht widersprechen.

Die Wurzeln der Chaldäer, die seit dem 17. Jahrhundert mit Rom in einer Union leben, reichen bis weit ins vorchristliche Jahrtausend zurück. Zusammen mit den assyrischen Christen bilden sie auch heute noch die grösste Gemeinde im Irak. Ihr Exodus setzte bereits Jahrzehnte vor dem Einmarsch der Amerikaner und ihrer Verbündeten vor zehn Jahren ein. Doch seither hat sich das Phänomen verstärkt, sind Hunderttausende vor den Angriffen islamischer Extremisten geflohen. Weniger als ein Drittel der damals auf rund 1,3 Millionen geschätzten Christen ist geblieben. In nur 28 der einst mehr als 50 Kirchen in Bagdad versammeln sich die Gläubigen am Sonntag zu den Ostermessen, und allein in der Kirche St. Josef wurde schon am Vorabend die traditionelle Nachtmesse gefeiert.

Verglichen mit den Jahren zwischen 2005 und 2008, hat sich die Lage für die Christen im Irak entspannt. Sowohl schiitische wie sunnitische Geistliche haben zum Schutz der Christen aufgerufen, Anschläge auf Alkoholläden, die meist von Christen betrieben werden, sind heute eher selten. Doch der Anschlag auf die Maria-Heil-Kirche, dem am 31. Oktober 2010 zwei Priester und 44 Gläubige zum Opfer fielen, hat bei vielen ein tiefes Gefühl der Perspektivlosigkeit hinterlassen. Daran hat auch die Bereitstellung von Geldern durch die schiitisch dominierte Regierung für die Renovierung von Kirchen nichts geändert. Viele sehen darin nicht mehr als einen Versuch, so um Stimmen für künftige Wahlen zu buhlen. Die Christen können nicht einfach vergessen, was zweieinhalb Jahre zuvor passiert ist.

Angst vor Extremisten

Der Konflikt in Syrien und überhaupt die Revolutionen in der arabischen Welt haben die Angst unter den irakischen Christen noch verstärkt. Genau beobachten sie, wie durch den Aufstieg von islamischen Fundamentalisten ihre Glaubensbrüder und -schwestern an den Rand gedrängt und sogar bedroht werden. Die Revolutionen seien eine Katastrophe für die Christen, sagt ein Pfarrer. «In Syrien wird es den Christen wie uns ergehen», glaubt der Familienvater Firas Katto. Rund zehn Prozent der 23 Millionen Syrer sind Christen, im Gegensatz zu den Irakern gehören sie orthodoxen Kirchen an. Viele irakische Christen suchten vor Jahren im Nachbarland Zuflucht. Heute fliehen die syrischen Christen. Zehntausende haben seit Beginn des bewaffneten Aufstands das Land verlassen oder sind innerhalb Syriens auf der Flucht. Christen berichten von Angriffen auf Kirchen, Entführungen und Morden wie seinerzeit im Irak. Obwohl das Oppositionsbündnis gleiche Rechte und Schutz für die Minderheiten versprochen hat, haben sich nur wenige Christen der Rebellion angeschlossen. Der wachsende Einfluss von sunnitischen Extremisten, die ein islamisches Kalifat errichten wollen, bestätigt die Christen in ihrer Skepsis. «Je mehr die Extremisten Oberwasser gewinnen, desto weniger Freiheit gibt es für die Christen», sagt Katto.

Von den ehemals 300 Kirchen im Irak sind inzwischen mehr als 240 geschlossen. Selbst Umm Laith scheint an ihrer Zuversicht zu zweifeln. «So vieles ist hier nicht normal», sagt sie. Ihren wirklichen Namen will sie nicht nennen. Dann geht sie an die Mariengrotte im Hof, um eine Kerze anzuzünden. Auch Katto und seine Frau, die mit ihren kleinen Zwillingen aus der Messe kommen, zünden Kerzen an. «Natürlich hoffen wir, dass unsere Verwandten und Freunde zurückkommen», sagt Katto. Er weiss, dass sich der fromme Wunsch nicht erfüllen wird.


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