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Ein großer Intellektueller der Dritten Welt: Samir Amin: Akkumulation auf Weltebene – Autozentrierte Entwicklung ist sein wichtigster Rat an die Länder der Dritten Welt

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Samir Amin (* 1931)
Akkumulation auf Weltebene – Autozentrierte Entwicklung

Dieter Senghaas

Samir Amin gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Intellektuellen der Dritten Welt. Im Unterschied zu vielen Entwicklungsforschern aus den Industrie- wie aus den Entwicklungsländern folgte er in seinem fast fünf Jahrzehnte umspannenden umfangreichen Werk immer einer weltweit orientierten Perspektive. Akkumulation auf Weltebene – dieses Paradigma wurde zum analytischen und politischen Widerpart fast aller gängigen analytischen und politischen Entwicklungsorientierungen, vor allem jener neoklassischer und sowjetmarxistischer Provenienz. Autozentrierte Entwicklung ist sein wichtigster Rat an die Länder der Dritten Welt.


Samir Amin wurde am 3. September 1931 als Sohn eines Ägypters und einer Französin (beide Mediziner) in Kairo geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Port Saïd; dort besuchte er das französische Gymnasium, das er 1947 mit dem Baccalauréat verließ. Von 1947 bis 1957 studierte er in Paris, wobei der Promotion in Ökonomie (1957) ein Diplom in Politikwissenschaft (1952) und in Statistik (1956) vorausging. In seiner Autobiographie Itinéraire intellectuel (1993) schreibt Amin, dass es ihm in dieser Zeit darauf ankam, nur ein Minimum an Arbeit in die Vorbereitung von Universitätsexamen zu investieren, um die wesentliche Zeit der „action militante“ widmen zu können. Die schon während der Gymnasialzeit vorhandene Politisierung setzte sich offensichtlich in Paris unmittelbar fort, was nicht verwundert, da Paris damals eine Metropole war, die ein unvergleichlich lebendiges intellektuelles Leben aufwies: Die Stadt war der geistige Umschlagplatz für Intellektuelle und Studenten aus aller Welt, nicht nur aus den frankophonen Teilen Afrikas.

Amin schloss sich unmittelbar nach seiner Ankunft in Paris der Kommunistischen Partei (KPF) an, geriet darüber unausweichlich in die intellektuellen und politischen Auseinandersetzungen der Linken und ihrer diversen Fraktionen, wie sie die intellektuelle Szene der französischen Metropole weitere zwei bis drei Jahrzehnte kennzeichnen sollten. Seine spätere Distanz zum Sowjetmarxismus und dessen Entwicklungsparadigma findet ihre biographischen Hintergründe in jenen frühen Jahren, in denen Amin mit anderen Studenten aus der Dritten Welt eine Zeitschrift Étudiants Anticolonialistesherausgab. Sie war vom ZK der KPF nicht immer gut gelitten. Manche der Mitstreiter Amins besetzten später führende Positionen in den Administrationen der inzwischen unabhängig gewordenen Staaten der Dritten Welt, vor allem Afrikas.

1957 legt Amin seine Dissertation vor (einer der Betreuer war François Perroux). Als Titel schlug er vor: Aux origines du sous-développement. L’accumulation capitaliste à l’échelle mondiale.Selbst im Paris der damaligen Jahre war dieser Titel zu brisant, und seine Betreuer überzeugten ihn, einen eher esoterischen Titel zu wählen: Les effets structurels de l’intégration internationale des économies précapitalistes. Une étude théorique du mécanisme qui a engendré les économies dites sous-développées. Amin ging in dieser Dissertation korrekterweise davon aus, dass die These, Unterentwicklung sei ein Produkt des Kapitalismus, in der von ihm verfochtenen Zuspitzung zuvor noch nicht vergleichbar formuliert worden war. Die zentrale Idee war, dass die „unterentwickelte Ökonomie“ nicht als eine eigenständige (selbstreferentielle) Größe begriffen werden könne, sondern nur als ein Baustein der kapitalistischen Weltökonomie, und dass die Gesellschaften der Peripherie einer ständigen strukturellen Anpassung („ajustement“) an die Reproduktionsdynamik der Zentren des Weltkapitalismus, also der fortgeschrittenen kapitalistischen Industrieländer, unterworfen seien.

Man muss sich in diesem Zusammenhang an die 50er Jahre zurückerinnern. Amins These war im Umkreis von entwicklungstheoretischen und entwicklungspolitischen Debatten, die ihrerseits erst in einer anfänglichen Aufschwungphase waren, in der Tat neu: In Lateinamerika bildete sich zu jener Zeit der sogenannte „desarrollismo“ (CEPAL, Prebisch u. a.), der erst im Jahrzehnt darauf in der Dependenz-Diskussion seinen Widerpart fand, heraus. Die Weltsystem-Analyse à la Wallerstein war zeitlich noch später gelagert. Aber auch die gängigen konventionellen Entwicklungstheorien, deren Vertreter (W. A. Lewis, A. Hirschman, G. Myrdal, W. W. Rostow, P. Rosenstein-Rodan u. a.) die Weltbank 1984 rückblickend in einem Band Pioneers in Development vorstellte, waren noch nicht wirklich prominent; auch das war erst in den 60er Jahren zu beobachten, so wie auch erst seit den späten 60er Jahren entwicklungspolitische Diskussionen maßgebliche Impulse von internationalen Organisationen wie der UNCTAD, der Weltbank und noch später der ILO erfuhren.

Das Erstaunliche also ist, dass Amin 1957 die Kritik an Positionen vorwegnahm, die erst in den zehn bis fünfzehn Jahren danach von seinen intellektuellen Widerparts in aller Differenziertheit vorgetragen wurden. Seine Kritik traf auch den Sowjetmarxismus und dessen Entwicklungsprogramm des „Einholens und Überholens“ („rattrapage“). Diese Sachverhalte wurden oft übersehen, weil Amins Dissertation von 1957 erst 1970 in erweiterter Buchform unter dem Titel L’accumulation à l’échelle mondiale erschien.

Nach Abschluss seiner Dissertation ging Amin nach Kairo zurück, wo er von 1957 bis 1960 Chef du Service des Études de l’Organisme de Développement Économomique war. Er kam also gewissermaßen in die Höhle des Löwen: Denn in dieser Planbehörde wurde die weitere Entwicklung Ägyptens auf eine Art geplant, die Amins Erkenntnissen widersprach. Auch um persönlichen Gefährdungen und Schwierigkeiten zu entgehen, verließ Amin Kairo, um Berater im Planungsministerium in Bamako (Mali) zu werden (1960 bis 1963). Es war die Zeit, in der viele afrikanische Länder unabhängig wurden und auf diesem Kontinent eine politische Radikalisierung („afrikanischer Sozialismus“) zu beobachten war.

1963 wurde Amin eine Mitarbeit im Institut Africain de Développement Économique et de Planification (IDEP) angeboten. Bis 1970 arbeitet er an diesem von der UNO in Dakar eingerichteten Institut, zwischenzeitlich auch als Professor an der Universität von Poitiers, später gleichzeitig an den Universitäten von Dakar und Paris (Paris VIII, Vincennes). 1970 übernahm Amin dann die Leitung des IDEP, dem er bis 1980 vorstand.

In diese Zeit fielen auch einige große Konferenzen, die der Vernetzung der mit Entwicklungsfragen beschäftigten Intellektuellen aus der Dritten Welt dienten: so 1972 die erste Konferenz zwischen Theoretikern des peripheren Kapitalismus à la Amin und den prominentesten Dependenztheoretikern Lateinamerikas (Cardoso, Quijano u. a.). Ich selbst hatte seinerzeit die Ehre und das intellektuelle Vergnügen, einer von drei Wissenschaftlern aus den Industrieländern zu sein, die, durchaus mit Vorbehalten, zur 1972er Konferenz zugelassen wurden. (Diese Konferenz gab den wesentlichen Anstoß für meine Aufsatzsammlung Peripherer Kapitalismus. Analysen über Abhängigkeit und Unterentwicklung, 1974.) Im Rückblick auf seine IDEP-Zeit betont Amin, dass es darum ging, über dieses Institut ungefähr 1000 junge afrikanische Intellektuelle auszubilden, die die Fähigkeit erlangen sollten, mit kritischem Geist Entwicklungsprogramme und Entwicklungspolitik zu beurteilen.

1980 verließ Amin das IDEP und wurde Direktor des Forum du Tiers Monde, das seinen Sitz ebenfalls in Dakar hat. Das Forum ist eine Nichtregierungsorganisation, deren Aufgabe es ist, durch weltweit ausgerichtete gemeinsame Projekte, Konferenzen, Plattformen etc. die interkontinentale Entwicklungsdiskussion aus der Perspektive Lateinamerikas, Afrikas und Asiens zu vernetzen und voranzubringen. Über die Arbeit dieses Forums informiert sein Lettre d’Information/Newsletter (B. p. 3501, Dakar). Seit 1996 ist Amin zusätzlich der Präsident des Forum Mondial des Alternatives,das sich unter anderem als Widerpart des Weltwirtschaftsforums von Davos versteht und 1997 ein entsprechendes Manifest (Il est temps de renverser le cours de l’histoire) vorlegte.

Samir Amin hat mehr als dreißig Bücher publiziert; die meisten von ihnen wurden in viele Sprachen übersetzt. Sein bedeutendstes frühes Werk ist ohne Zweifel das schon zitierte Buch L’accumulation à l’échelle mondiale (1970). Ein weiterer Markstein ist das seinerzeit auch auf deutsch erschienene Buch Le développement inégal (1973). Zwischen den beiden zitierten Büchern liegt eine Reihe von Publikationen, in denen sich Amin im Lichte seiner Theorie mit konkreten Länderstudien auseinandersetzte (Ägypten, Mali, Guinea, Ghana, Maghreb-Staaten, Elfenbeinküste, Senegal, Westafrika insgesamt, arabischer Raum). Classe et Nation dans l’histoire et la crise contemporaine (1979) ist eine weitere wichtige Veröffentlichung, weil in ihr eine über die engere entwicklungstheoretische Diskussion hinausgehende welthistorische und entwicklungsgeschichtliche Perspektive eröffnet wurde. Amins Auseinandersetzung mit der Option sozialistischer Entwicklung findet sich insbesondere in L’avenir du Maoïsme (1981).

Als Zwischensumme seines Denkens kann das Buch über die Abkopplungsproblematik La déconnexion (1985) begriffen werden. Nach 1989/90 legte Amin mehrere Bücher über Globalisierung und die in ihr enthaltene Krisenproblematik vor (z. B. L’Empire du chaos, 1991, ebenfalls auf deutsch greifbar). Eine Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist, insbesondere einem dogmatisch vertretenen Postmodernismus, wird in Critique de l’air du temps (1997) vorgetragen. Amins bisher letztes Buch L’hégémonisme des États-Unis et l’effacement du projet européen(2000) ist ein fulminantes Plädoyer, das „europäische Projekt“ als Gegengewicht zum unbestreitbaren Hegemonismus der USA voranzubringen und sich, anders als im Golfkrieg und im Kosovo-Krieg, nicht weiterhin dem „Diktat Washingtons“ zu unterwerfen. In allen Werken zeigt sich Amin als scharfsinniger Analytiker, gleichzeitig jedoch immer auch als politischer Schriftsteller.

Welthistorisch betrachtet ist Entwicklung identisch mit kapitalistischer Entwicklung. Aber anders als Marx und allemal die bürgerliche Ökonomie geht Amin von der Beobachtung aus, dass der real existierende Kapitalismus eine analytisch zureichend nur von der Weltebene her erfassbare Erscheinung ist. Deshalb der programmatische Titel L’accumulation à l’échelle mondiale. Amin unterstellt jedoch nicht, dass die Plünderung der südlichen Kontinente in der Zeit des Frühkolonialismus und des Merkantilismus bei den erfolgreichen Frühindustrialisierern den Durchbruch zum Agrar- und Industriekapitalismus verursacht hat. Und er geht auch nicht davon aus, dass die industrielle Entwicklung in den sogenannten Zentren oder Metropolen des Kapitalismus ohne die Peripherien in den südlichen Kontinenten (Kolonien, informal empire usw.) nicht zustande gekommen wäre. In der Frühphase der nur in Europa zum Durchbruch gelangenden agrar- und industriekapitalistischen Entwicklung wurde dieser Prozess durch die Existenz von Peripherien erleichtert, aber nicht funktional verursacht.

Die Entwicklungsdynamik der Zentren folgte vielmehr aus einer inhärenten Akkumulationsdynamik, deren struktureller und politischer Hintergrund in der Folge von Entfeudalisierung eine durchgängige Agrarrevolution war. Diese setzte sich synchron bzw. zeitverschoben in einer breitenwirksamen Industrialisierung fort, die zur Produktion von einfachen, nicht dauerhaften Gütern für einen Massenmarkt führte, wobei gleichzeitig bzw. wiederum zeitverschoben ein Kapitalgütersektor entstand, dessen Produkte die Produktivität im Agrar- und im Konsumgütersektor, schließlich auch im Kapitalgütersektor selbst nachdrücklich erhöhten.

Für Amin ist dabei wichtig zu beobachten, dass – säkular betrachtet – in den Zentren kapitalistischer Entwicklung die Erhöhung der Reallöhne der Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktivität folgte – und sich damit eine Binnenmarktdynamik entfaltete, die ihrerseits in allen Sektoren Produktivitätsschübe auslöste. Genau diese frühzeitig in den USA und in den europäischen Siedlerkolonien, nach 1950 durchgängig auch in den alten Industrieländern beobachtbare Dynamik kommt in den Peripherien nicht zustande. Amin geht davon aus, dass spätestens seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, der Epoche des Imperialismus, die Problematik der Akkumulation auf Weltebene darin besteht, dass das Verhältnis von Produktivitäts- und Reallohnentwicklung in den Zentren des Kapitalismus dem dargelegten Muster entspricht, während in den Peripherien eine vergleichbare Rückkopplung nicht stattfindet. Im Gegenteil: In letzteren ist eine (wachsende) Kluft zwischen Produktivitäts- und Reallohnentwicklung zu beobachten.

So wie die metropolitane Akkumulationsdynamik nicht ökonomistisch zu erklären ist, sondern nur im Kontext einer Analyse von sozialstrukturellen Entwicklungen und politischen Konfliktlagen (mit historisch prinzipiell offenen Folgen), so ist auch die periphere Akkumulationsdynamik nicht rein ökonomistisch erfassbar. Für Amin kommt sie dadurch zustande, dass die Peripherien als Außenposten der kapitalistischen Zentren gezwungen waren, sich in eine ungleiche internationale Arbeitsteilung einzugliedern, wodurch eine Struktur asymmetrischer Interdependenz entstand.

Hier präzise ist auch der Ansatzpunkt für die Theorie des „ungleichen Tauschs“, den Amin mit den „double factorial terms of trade“ zu erfassen versucht: also mit einem Konzept, dem gleichzeitig sowohl die Beziehung der unterschiedlichen Entlohnungen als auch diejenige der unterschiedlichen Produktivitäten zugrunde liegt. Anders als es die Dualismus-Konzepte unterstellten, führt eine solche Eingliederung in den Weltmarkt zur Verfestigung des Peripherie-Profils, da als Folge der in Peripherien vorherrschenden Akkumulationsdynamik das Reservoir billiger und billig bleibender Arbeitskraft nicht versiegt – ungeachtet dessen, ob im konkreten Fall eine agrarische oder mineralische Exklavenökonomie vorliegt oder ob erste Stufen der Industrialisierung („Importsubstitutions-Industrialisierung“) zu beobachten sind.

Warum versiegt das Reservoir billiger Arbeitskraft nicht? Warum kommt es nicht zu einer Synchronisation von Produktivitätsentwicklung und Entlohnung in Peripherien? Warum gibt es keine breitenwirksame flächendeckende Kapitalvertiefung? Die Antwort findet sich im Modell peripherer Akkumulationsdynamik, das Amin als Ergebnis vieler Länderstudien immer weiter ausdifferenzierte. Wie im Falle vergleichbarer großer „Entdeckungen“ lässt sich der Sachverhalt jedoch relativ einfach beschreiben:

Die periphere Akkumulationsdynamik ist systematisch verzerrt. Sie hat zum Hintergrund das Ausbleiben einer breitenwirksamen Agrarrevolution. Sie gewinnt ihre Dynamik durch eine exklavenhaft strukturierte Exportwirtschaft. Deren Pendant ist ein Importsektor für „Luxuskonsumgüter“, definiert als Nachfrage aus dem konsumierten Teil des Profits. Was dieser Akkumulationsdynamik fehlt, ist die für eine „autozentrierte Entwicklung“ unerlässliche Rückkopplung eines Konsumgütersektors für Massenkonsumgüter und eines Sektors für Ausrüstungsgüter auf dem Hintergrund einer wachsenden breitenwirksamen Agrarproduktivität.

Aus dieser Darstellung wird klar, dass für Samir Amin die Agrarfrage von zentraler entwicklungsstrategischer Bedeutung war. Deshalb widmete er diesem Problem sehr viele seiner empirischen Untersuchungen. Wobei, von der Sache her unausweichlich, die Agrarfrage nicht nur als Bodenverteilungsfrage, sondern als das Problem begriffen wurde, wie und in welchem Ausmaße ein entsprechender industrieller Sektor willens und imstande ist, Güter bereitzustellen, die eine breitenwirksame Dynamisierung des Agrarsektors überhaupt erst ermöglichen.

Aus Amins Analysen ließ sich prognostizieren, dass der Übergang aus einer peripheren Akkumulationsdynamik in eine breitgefächerte volkswirtschaftliche Entwicklung vom Typ des metropolitanen Kapitalismus unwahrscheinlich bleibt, wenn nicht gar unmöglich ist („développement bloqué“). Deshalb sein Plädoyer für „déconnexion“, also Abkopplung. Diese definiert er als die Ausrichtung („soumission“) der externen Beziehungen eines Landes unter die Logik breitgefächerter interner Entwicklung – also das schiere Gegenteil der üblichen strukturellen Ausrichtung der Peripherien auf die Bedürfnisse des metropolitanen Kapitalismus mit der daraus unausweichlich folgenden Polarisation des real existierenden Kapitalismus auf Weltebene: seinen Ausprägungen qua metropolitanem und qua peripherem Kapitalismus.

Eine so definierte Strategie „autozentrierter Entwicklung“ mit dem Hilfsmittel der Abkopplung ist nicht vorstellbar ohne eine aktive Intervention des Staates. Zusammen mit interessierten gesellschaftlichen Kräften besteht dessen Aufgabe darin, jene assoziativ-dissoziative Mischstrategie zu finden, deren Ziel es sein muss, selektiv die Chancen des Weltmarktes – sofern mit dem eigenen Projekt kompatibel – zur Dynamisierung einer breitgefächerten internen Entwicklung zu nutzen. 1988 hatte Samir Amin in einer längeren Auseinandersetzung mit meinem Buch Von Europa lernen (1982) die darin entwickelte These explizit aufgegriffen.

Für Amin war klar, dass eine solche Entwicklungsoption (Abkopplung, nicht Autarkie!) entsprechender politischer Voraussetzungen bedarf. Seine Länderstudien, zunächst auf Nord- und Schwarzafrika begrenzt, lehrten ihn, dass eine entsprechende Elite, vor allem eine auf ein nationales Projekt ausgerichtete nationale Bourgeoisie, nicht existierte und auch nicht im Entstehen war.

Er beobachtete vielmehr allenthalben die Herausbildung einer Kompradorenbourgeoisie (was mehr oder weniger dasselbe meint wie das, was Andre Gunder Frank später als „Lumpenbourgeoisie“ bezeichnete). Diese Kompradorenbourgeoisie, das zeigte das empirische Material, konnte sich ihre Zukunft nur über die Integration der jeweiligen Länder in einen asymmetrisch strukturierten Weltmarkt vorstellen, denn sie war der eigentliche Nutznießer solcher Integration.

Abkopplung konnte also nur das Instrument im Dienste einer anders ausgerichteten Entwicklung sein – einer Entwicklung jenseits des Kapitalismus (einschließlich seiner „staatssozialistischen“ Variante). Diese Überlegung war für Amin Anlass, sich eingehend mit dem chinesischen Entwicklungsweg à la Mao (nicht jedoch mit dem Liuismus!) zu beschäftigen.

Amins Entwicklungsparadigma, das einer ständigen Ausdifferenzierung und auch Korrektur im Detail unterzogen wurde, widersprach von Anfang an jeglichem Modell linear-evolutionistischer Entwicklung. Seine Vorstellungen richteten sich demzufolge gegen den „developmentalism“ der bürgerlichen bzw. neoklassischen Variante der Entwicklungstheorie. Insonderheit widersprach Amin auch explizit dem aus der CEPAL-Schule entstandenen „desarrollismo“-Konzept. Er hielt dieses für analytisch leidlich tragfähig (wenngleich nicht voll überzeugend), aber für politisch illusionär.

Amin widersprach mit seinem Paradigma auch der sowjetmarxistischen Entwicklungsideologie, die in der Phase des Entkolonisierungskampfes und auch in den postkolonialen Aufbaujahren bei den neuen Eliten der Dritten Welt auf viel Sympathie stieß. Und es war nur konsequent, dass Amin später, also in den 70er und 80er Jahren, einigen der prominenten entwicklungspolitischen und entwicklungsplanerischen Hilfskrücken mit größter Skepsis, oft mit fundamentaler Kritik begegnete: so der Programmatik über eine Neue Internationale Wirtschaftsordnung (und ihren operativen Konzepten), der Grundbedürfnis-Strategie, der ILO-Programmatik im Hinblick auf den informellen Sektor usw.

Seiner Überlegung folgend konnte das Ziel nicht ein „Einholen und Überholen“ sein, sondern nur eine andere Entwicklung („faire autre chose“!). Eine anders ausgerichtete Entwicklungsstrategie der in der peripheren Akkumulationsdynamik systematisch benachteiligten bzw. marginalisierten Bevölkerungsgruppen setzte jedoch deren Politisierung und eine Demokratisierung voraus. Nach der„libération des peuples“ in der Folge eines erfolgreichen Entkolonisierungskampfes ging es Amin zufolge nunmehr um eine „révolution des masses“: Denn ökonomische Entwicklung war und ist für Amin immer politische Ökonomie, überdies ein kulturrevolutionärer Vorgang: „faire autre chose“ ist nicht denkbar ohne ein entsprechendes Bewusstsein.

Im zeitlichen Umkreis seiner Dissertation beobachtete Samir Amin drei gesellschaftliche Projekte: den „Fordismus“ mit der Folge (zumindest in Europa) des sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaates, den „Sowjetismus“ als Gegenprojekt kapitalistischer Entwicklung, und den „desarrollismo“ bzw. „developmentalism“ als das Projekt nachholender Entwicklung.

Schon vor 1989/90, aber insbesondere in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts diagnostizierte Amin in diversen Schriften das Scheitern dieser drei Projekte:

Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat und die ihn kennzeichnenden Regulationsmechanismen erodieren, weil mit der Globalisierung des Kapitals die Steuerungsmöglichkeiten im einzelstaatlichen Rahmen unterminiert werden und entsprechende Steuerungsmechanismen auf Weltebene, wie sie in internationalen Organisationen ausgebildet sein müssten, nicht oder noch nicht existieren.

Das sowjetische Modell scheiterte an seinen inneren Widersprüchen, insbesondere weil der Übergang von extensiver zu intensiver Ökonomie misslang, neben anderen Faktoren eine Folge nicht gewagter politischer Reformen. Damit wurden alle Hoffnungen auf dieses Gegenmodell, die in der Dritten Welt über Jahrzehnte hinweg weit verbreitet waren, die aber Amin nicht teilte, begraben.

Und schließlich scheiterte „Bandung“ (nach der Bandung-Konferenz der „Blockfreien“ Staaten von 1955), begriffen als ein Etikett für nachholende Entwicklung. Entstanden ist eine Differenzierung innerhalb der Dritten Welt in wenige Zentren, die Amin als die neuen semi-industrialisierten Außenposten der eigentlichen Industrieländer begreift, und einen Bereich der „quart mondialisation“, also der „Verviertweltlichung“ der Welt, der nunmehr nicht nur große Teile der südlichen Kontinente, sondern auch Teile des ehedem sozialistischen Lagers umfasst.

Es ist nicht überraschend, dass angesichts dieser keineswegs weltfremden Beobachtungen Samir Amin das diagnostiziert, was einige Buchtitel der 90er Jahre signalisieren: Le grand tumulte (1991); L’Empire du chaos (1991). Eine Welt ohne leidlich verlässliche Regulationsmechanismen auf nationaler und internationaler Ebene, ohne inspirierendes Gegenmodell und ohne erkennbare Aussichten auf Entwicklungserfolge – eine Welt, in der jedoch auch eine zunehmende Polarisierung auf Weltebene und in Einzelgesellschaften nicht mehr so ohne weiteres toleriert wird, und die sich mehr und mehr politisiert: Eine solche Welt läßt das Schlimmste befürchten, von hier nicht genannten Weltproblemen (Ökologie usw.) ganz zu schweigen.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters – Amin begeht im September 2001 seinen 70. Geburtstag – ist er immer noch Aktivist (in der gängigen politischen Sprache Frankreichs heißt dies „militant“) genug, um nicht zu resignieren. Deshalb seine unerschöpfliche Lust, Bücher zu schreiben („Je considère l’écriture comme un acte social important, au même titre que d’autres“). Deshalb auch seine immer noch unermüdlichen Aktivitäten als Directeur du Forum du Tiers Monde.

Samir Amin ist ein überragender Intellektueller mit einem wirklich weltweiten Horizont und von großer Produktivität. Sein Werk ist das Gegenteil jener Schmalspurigkeit, die viele Entwicklungstheoretiker und -planer kennzeichnet. Deren szientivistische Verengungen, ihr Modellplatonismus, ist Amin fremd. Seine Fähigkeit, im Unterschied zur abstrakt-allgemeinen Theorie und zu bloß empiristischen Untersuchungen erfahrungswissenschaftliche Forschungen im besten Sinne des Begriffs, also auch unter komparativer Perspektive, zu betreiben, ist ohnehin eine Seltenheit.

Dass er seine Analysen immer im Hinblick auf soziostrukturelle Gegebenheiten, politische Machtlagen sowie Programmatiken, Ideologien und Mentalitäten betreibt, macht ihn zu einer nicht versiegenden Inspirationsquelle eines jeglicher Orthodoxie und Dogmatik abholden historischen Materialismus, dessen ständiger Impetus darin besteht, neue Entwicklungstrends zu registrieren, eigene Positionen neu zu überdenken, Debatten anzustoßen und in laufende einzugreifen.

Die Quelle für diesen intellektuellen und politischen drive ist eine anhaltende Neugier, auch eine politische Streitlust, die französische Intellektuelle kennzeichnet. Und die Neugier und die Streitlust reichen weit: von den analytischen Beiträgen über weltgeschichtliche Entwicklungen vor der Existenz des Kapitalismus bis hin zu Reflexionen über aktuelle Entwicklungprojekte im kleinsten Umkreis. Wie Samir Amin einmal formulierte: Er sei niemals „tiers-mondiste“ gewesen, sondern immer„mondiste“. Dies, und nicht nur dies, unterscheidet ihn von vielen, die im Who is Who der Entwicklungstheorie prominent figurieren.


Schriften von Samir Amin

Sämtliche Bücher von Samir Amin sind im französischen Original in Paris erschienen. Die Hauptwerke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

– (1957): Les effets structurels de l’intégration internationale des économies précapitalistes. Une étude théorique du mécanisme qui a engendré les éonomies dites sous-développées (thèse)
– (1964): L’Egypte nassérienne
– (1965): Trois expériences africaines de développement: le Mali, la Guinée et le Ghana
– (1966): L’économie du Maghreb, 2 Bde.
– (1967): Le développement du capitalisme en Côte d’Ivoire
– (1969): Le monde des affaires sénégalais
– (1970): Le Maghreb moderne
– (1970): L’accumulation à l’échelle mondiale (erweiterte Aufl. 1988)
– (1970, mit C. Coquery-Vidrovitch): Histoire économique du Congo 1880-1968
– (1971): L’Afrique de l’Ouest bloquée
– (1973): Le développement inégal (dt. Die ungleiche Entwicklung. Hamburg 1975)
– (1973): L’échange inégal et la loi de la valeur
– (1974, mit K. Vergopoulos): La question paysanne et le capitalisme
– (1975, mit A. Faire, M. Hussein und G. Massiah): La crise de l‘impérialisme
– (1976): L’impérialisme et le développement inégal
– (1976): La nation arabe
– (1977): La loi de la valeur et le matérialisme historique
– (1979): Classe et nation dans l’histoire et la crise contemporaine
– (1980): L’économie arabe contemporaine
– (1981): L’avenir du Maoïsme
– (1982, mit G. Arrighi, A. G. Frank und I. Wallerstein): La crise, quelle crise? (dt. Dynamik der globalen Krise. Opladen 1982)
– (1982): Irak et Syrie 1960 – 1980
– (1985): La déconnexion
– (1988): L’eurocentrisme
– (1988, mit F. Yachir): La Méditerranée dans le système mondial
– (1988): Impérialisme et sous-développement en Afrique (erweiterte Aufl. von 1976)
– (1989): La faillite du développement en Afrique et dans le tiers monde
– (1991, mit G. Arrighi, A. G. Frank et I. Wallerstein): Le grand tumulte
– (1991): L’Empire du chaos (dt. Das Reich des Chaos. Hamburg 1992)
– (1991): Les enjeux stratégiques en Méditerranée
– (1993): Itinéraire intellectuel
– (1994): L’Ethnie à l’assaut des nations
– (1995): La gestion capitaliste de la crise
– (1996): Les défis de la mondialisation (dt. Auswahl: Die Zukunft des Weltsystems. Hamburg 1997)
– (1997): Critique de l’air du temps
– (2000): L’hégémonisme des États-Unis et l’effacement du projet européen

Schriften über Samir Amin

Aidan Forster-Carter: The Empirical Samir Amin, in S. Amin: The Arab Economy Today, London 1982, S. 1 – 40
(mit weiteren Angaben zu frühen Kritikern, S. 123 – 124)
Duru Tobi: On Amin’s Concepts – autocentric/ blocked development in Historical Perspectives, in: Economic Papers (Warschau), Nr. 15, 1987, S. 143 – 163
Fouhad Nohra: Théories du capitalisme mondial. Paris 1997

Weiterführende Schriften

Gerald M. Meier, Dudley Seers (eds.): Pioneers in Development. Oxford 1984


Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Senghaas lehrt Friedens-, Konflikt- und Entwicklungsforschung an der Universität Bremen. Seine letzten Veröffentlichungen: Zivilisierung wider Willen. Der Konflikt der Kulturen mit sich selbst. Frankfurt/M. 1998; Klänge des Friedens. Ein Hörbericht. Frankfurt/M. 2001

Samir Amin

Apartheid global : der neue Imperialismus und der globale Süden – Apartheid global : new imperialism and the global south
Person(en) Autor: Amin, Samir
Jahr 2006
Quelle Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 51, H. 2, 2006, S. 163-169,
Konferenz: Internationale Konferenz ‚Einstein weiterdenken‘, 2005
ISSN: 0006-4416
Inhalt Der Beitrag erörtert den neoliberalen Globalisierungsprozess und seine Auswirkungen insbesondere für die im Süden lebende Weltbevölkerung. Zentraler Punkt ist dabei die Feststellung, dass das neoliberale Globalisierungsmodell mit Blick auf die Mehrheit der Menschheit schlichtweg kriminell ist, und dass dieses Globalisierungsmodell zwangsläufig auf eine militärische Ordnung hinausläuft, da es sich einzig und allein durch den zunehmenden Einsatz von Gewalt fortführen lässt. Dies beinhaltet auch eine verstärkte Aufrüstung und den jederzeit möglichen Einsatz von Massenvernichtungswaffen. In das Thema einführend werden zunächst historische Globalisierungsprozesse skizziert, und zwar (1) das Modell des frühen Imperialismus bzw. Merkantilismus sowie (2) das Modell des Kolonialismus. Der zweite Schritt beschreibt sodann zwei Modelle der Globalisierung vom Zweiten Weltkrieg bis heute: (1) Das sogenannte Bandung-Modell (nach der Konferenz von Bandung 1955, auf der die ‚Dritte Welt‘ als Synonym der Blockfreienbewegung ins Leben gerufen wird) von 1945 bis Mitte der 1970er Jahre sowie (2) das anschließende Modell der ‚imperialistischen Globalisierung‘. Diese Ausprägung charakterisiert der Autor als Apartheid auf globaler Ebene und nennt vier Bedingungen zur Aushandlung eines anderen Globalisierungsmodells: (1) ein Europa, das sich vom Liberalismus und Atlantizismus abkoppelt, (2) ein Umdenken in der Gesellschaftsentwicklung in China, (3) Wiederherstellung der Solidarität unter den Völkern des Südens sowie (4) eine Demokratisierung der institutionellen Strukturen internationalen Lebens, der UNO und anderer Organisationen. (ICG2)

Samir Amin (arabisch ‏سمير أمين‎) (* 3. September 1931 in Kairo) ist ein ägyptischer Ökonom und Kritiker des Neokolonialismus.

Inhaltsverzeichnis

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Leben [Bearbeiten]

Amin wurde als Sohn eines Ägypters und einer Französin (beide Mediziner) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er inPort Said; dort besuchte er das französische Gymnasium, das er 1947 mit dem Baccalauréat verließ. Von 1947 bis 1957 studierte er in Paris, wobei der Promotion in Ökonomie (1957) ein Diplom in Politikwissenschaft (1952) und in Statistik (1956) vorausging. In seiner Autobiographie Itinéraire intellectuel (1993) schreibt Amin, dass es ihm in dieser Zeit darauf ankam, nur ein Minimum an Arbeit in die Vorbereitung von Universitätsexamen zu investieren, um die wesentliche Zeit der „action militante“ widmen zu können.

Als Amin in Paris ankam, trat er der Kommunistischen Partei Frankreichs bei, distanzierte sich jedoch später vom sowjetischenMarxismus und stand eine Zeit lang maoistischen Kreisen nahe. Zusammen mit anderen Studenten publizierte er die ZeitschriftÉtudiants Anticolonialistes1957 schloss er seine Dissertation über die Ursachen der so genannten Unterentwicklung ab.

Nach seiner Dissertation kehrte Amin nach Ägypten zurück und arbeitete von 1957 bis 1959 als Forscher für die staatliche Institution for Economic Management“. Danach verließ Amin Kairo und war von 1960 bis 1963 Berater des Planungsministeriums inBamako (Mali).

1963 wurde er Fellow am Institut Africain de Développement Économique et de Planification (IDEP) in Dakar[1]. Er arbeitete dort bis 1970 und war zugleich Professor an Universitäten in PoitiersDakar und Paris (Paris VIII, Vincennes). Er unterstütze in den 1970ern in einem Buch anfangs den kambodschanischen Umsturz durch die „Roten Khmer“ wegen dessen rascher De-Urbanisierung und seiner ökonomischen Autarkie als angebliches Vorbild für Afrika.[2] Später revidierte er die Ansicht und sah die Khmer-Herrschaft als ein Mischung aus Stalinismus und Bauernrevolte.[3]) 1970 wurde er Direktor des IDEP, das er bis 1980 leitete. 1980 verließ Amin das IDEP und wurde Direktor des Third World Forum in Dakar.

Amin vertritt den Ansatz einer autozentrierten Entwicklung. „Samir Amin gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Intellektuellen der Dritten Welt“, so Dieter Senghaas. Ein wichtiges Merkmal des wirtschaftlichen Aufstiegs von Staaten in Europa und den USA sieht er in einer breitenwirksamen Industrialisierung und der Erhöhung der Reallöhne, die durch die gesellschaftliche Entwicklung der Zunahme der Produktivität folgte. Das führte zu einer Binnenmarktdynamik und der Produktion von Gütern für einen Massenmarkt. Dieses Verhältnis von Produktivitäts- und Reallohnentwicklung findet hingegen in Entwicklungsländern z.B. in Afrika nicht statt. Ursache dieser schlechten Situation ist nach Amins Ansicht die exklavenhaft strukturierte Exportwirtschaft in Entwicklungsländern.[4]

Amin lebt heute in DakarSenegal.

Schriften [Bearbeiten]

Deutschsprachige Schriften [Bearbeiten]

Französischsprachige Schriften [Bearbeiten]

Die Bücher Amins sind zuerst auf Französisch erschienen. Viele wurden ins Englische übersetzt.

  • (1957): Les effets structurels de l’intégration internationale des économies précapitalistes. Une étude théorique du mécanisme qui a engendré les éonomies dites sous-développées (Dissertation)
  • (1964): L’Egypte nassérienne
  • (1965): Trois expériences africaines de développement: le Mali, la Guinée et le Ghana
  • (1966): L’économie du Maghreb, 2 vols.
  • (1967): Le développement du capitalisme en Côte d’Ivoire
  • (1969): Le monde des affaires sénégalais
  • (1969): The Class struggle in Africa
  • (1970): Le Maghreb moderne (translation: The Magrheb in the Modern World)
  • (1970): L’accumulation à l’échelle mondiale, engl. Accumulation on a World Scale: Critique of the Theory of Underdevelopment, 1978
  • (1970, mit C. Coquery-Vidrovitch): Histoire économique du Congo 1880-1968
  • (1971): L’Afrique de l’Ouest bloquée
  • (1973): Le développement inégal (translation: Unequal development)
  • (1973): L’échange inégal et la loi de la valeur
  • (1973) Neocolonialism in West Africa
  • (1974, mit K. Vergopoulos): La question paysanne et le capitalisme
  • (1975, mit A. Faire, M. Hussein and G. Massiah): La crise de l‘impérialisme
  • (1976): L’impérialisme et le développement inégal, engl. Imperialism and unequal development
  • (1976): La nation arabe engl. Arab Nation: Nationalism and Class Struggles, Zed press 1978
  • (1977): La loi de la valeur et le matérialisme historique (translation: The law of value and historical materialism)
  • (1979): Classe et nation dans l’histoire et la crise contemporaine (translation: Class and nation, historically and in the current crisis)
  • (1980): L’économie arabe contemporaine (translation: The Arab economy today)
  • (1981): L’avenir du Maoïsme (translation: The Future of Maoism)
  • (1982, mit G. Arrighi, A. G. Frank and I. Wallerstein): La crise, quelle crise? (translation: Crisis, what crisis?)
  • (1982): Irak et Syrie 1960 – 1980
  • (1983): The Future of Maoism, Monthly Review Press
  • (1984): Transforming the world-economy? : nine critical essays on the new international economic order.
  • (1985): La déconnexion, engl. Delinking: towards a polycentric world
  • (1988): L’eurocentrisme, engl. Eurocentrism, Monthly Review Press 1989
  • (1988, mit F. Yachir): La Méditerranée dans le système mondial
  • (1988): Impérialisme et sous-développement en Afrique (erweiterte Neuauflage)
  • (1989): La faillite du développement en Afrique et dans le tiers monde: une analyse politique, Paris : Éd. l’Harmattan
  • (1990) Transforming the revolution: social movements and the world system
  • (1990): Itinéraire intellectual; regards sur le demi-siecle 1945-90, engl. Re-reading the post-war period: an Intellectual Itinerary
  • (1991, mit G. Arrighi, A. G. Frank und Immanuel Wallerstein): Le grand tumulte
  • (1991): L’Empire du chaos engl. Empire of chaos
  • (1991): Les enjeux stratégiques en Méditerranée
  • (1994): L’Ethnie à l’assaut des nations
  • (1995): La gestion capitaliste de la crise
  • (1996): Les défis de la mondialisation, engl. Capitalism in the Age of Globalization: The Management of Contemporary Society, Zed Books 1997
  • (1997): Critique de l’air du temps, engl. Specters of Capitalism: A Critique of Current Intellectual Fashions, Monthly Review Press 1998
  • (2000): L’hégémonisme des États-Unis et l’effacement du projet européen
  • (2002): Mondialisation, comprehendre pour agir
  • (2003): Obsolescent Capitalism
  • (2004): The Liberal Virus: Permanent War and the Americanization of the World, Monthly Review Press 2004
  • (2004) Obsolescent capitalism. Contemporary Politics and Global Disorder, Zed Books
  • (2005 mit Ali El Kenz) Europe and the Arab world; patterns and prospects for the new relationship
  • (2006) Beyond US Hegemony: Assessing the Prospects for a Multipolar World

Sekundärliteratur [Bearbeiten]

  • Aidan Forster-Carter: The Empirical Samir Amin, in S. Amin: The Arab Economy Today, London 1982, pp. 1 – 40
  • Duru Tobi: On Amin’s Concepts – autocentric/ blocked development in Historical Perspectives, in: Economic Papers (Warsaw), Nr. 15, 1987, pp. 143 – 163
  • Fouhad Nohra: Théories du capitalisme mondial. Paris 1997
  • Gerald M. Meier, Dudley Seers (eds.): Pioneers in Development. Oxford 1984
  • Wilke, Joachim: Samir Amins Projekt eines langen Weges zum globalen Sozialismus. Vielfalt sozialistischen Denkens Heft 13. Hrsg. Helle Panke Berlin

Fußnoten [Bearbeiten]

  1.  http://www.unidep.org/francais/indexfrancais.html
  2.  in: „Imperialism and Unequal Development“, Brighton: Harvester Press, 1977, S. 177, vgl. Arnaldo Pellini: Decentralisation Policy in Cambodia, Diss. 2007, Uni Tampere, S. 62 (PDF);
  3.  vgl. hierzu George J. Andreopoulos (Hg.): „Genocide: conceptual and historical dimensions“[1], University of Pennsylvania Press 1994, S. 202
  4.  http://www.inwent.org/E+Z/1997-2002/ez601-7.htm

Weblinks [Bearbeiten]

Artikel von Samir Amir online [Bearbeiten]

Texte über Amin Samin [Bearbeiten]


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