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Senegals neue Regierung geht gegen Korruption vor und bringt die alte Elite um Wade vor Gericht: Sie müssen nun nachweisen, wie sie zu ihren großen Reichtümern kamen oder sie werden beschlagnahmt!

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Karim Wade vor Gericht

Reinemachen in Senegal

International Gestern, 19:33

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Der Sohn des früheren Präsidenten Wade steht vor Gericht.
Der Sohn des früheren Präsidenten Wade steht vor Gericht. (Bild: YOUSSEF BOUDLAL / Keystone)
Senegal sagt der Korruption den Kampf an. Karim Wade, Sohn des ehemaligen Präsidenten Abdoulaye Wade, muss sich gegen den Vorwurf illegaler Bereicherung rechtfertigen.
Markus M. Haefliger, Nairobi

Karim Wade, Sohn des ehemaligen senegalesischen Präsidenten Abdoulaye Wade, musste am Freitag in der Hauptstadt Dakar erstmals vor einem Spezialgericht zur Bekämpfung der Korruption erscheinen. Der leitende Staatsanwalt des Tribunals, Alioune Ndao, wies den 44-Jährigen an, innert eines Monats zu belegen, wie er zu seinen erheblichen Reichtümern kam; sonst drohen ihm ein Strafprozess und die Beschlagnahmung der Güter.

Die Vorladung von Wade junior ist der bisherige Höhepunkt der Korruptionsermittlungen gegen die Entourage Wades, der vor einem Jahr abgewählt wurde. Sein Nachfolger Macky Sall versprach eine neue öffentliche Verwaltungskultur und dass er keine Rücksichten gegenüber dem Amtsvorgänger werde walten lassen. Pikanterweise war Sall lange Wades Premierminister gewesen und 2007 just darum entlassen worden, weil er Karims undurchsichtige Rolle kritisierte. Wades Anhänger werfen Sall denn auch ein Rachemotiv vor.

Ausser gegen Karim ermittelt das Tribunal gegen weitere ehemalige Minister; sie wurden in den letzten Monaten zuweilen unsanft angefasst und von der Gendarmerie aus den Betten geholt. In dem Zusammenhang rügte das Gericht der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft die senegalesische Justiz, weil die Massnahmen einer Vorverurteilung gleichkämen. Dass Karim Wade unschuldig sei, glaubt allerdings niemand. In den letzten drei Jahren von Wades Präsidentschaft war er für alle Ministerien zuständig, die wegen ihres Auftragsvolumens als korruptionsanfällig galten, von der Entwicklungszusammenarbeit über Luftfahrt, Bodennutzung und Infrastruktur bis zur Energie. Im Volksmund hiess Karim «Monsieur 15 Prozent» oder auch «Ministre du Ciel et de la Terre».

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