Startseite » Marsch für Frieden » Frankreich, England die USA machen sich dafür stark, noch mehr Waffen nach Syrien zu liefern. Das wird die Gewalt in Syrien verstärken und die Zahl der Opfer und Flüchtlinge weiter ansteigen lassen. Ohne Unterstützung von aussen hätten es die Rebellen auch kaum fertiggebracht, die Regierungstruppen aus weiten Gebieten im Norden und Osten zu vertreiben und die beiden Metropolen Damaskus und Aleppo zu belagern. Diese Erfolge waren aber zu einem grossen Teil extremistischen Islamisten zu verdanken, die einige arabische und alle westlichen Regierungen als Bedrohung sehen. Am Ostufer des Mittelmeers, an der Grenze Israels und in der Nachbarschaft der wichtigsten Erdölvorräte der Erde sind Jihadisten im Vormarsch, deren Botschaft fatal an jene der Taliban und der Kaida erinnert. Wie die Waffenlager aus dem libyschen Krieg den islamistischen Feldzug in Mali ermöglichten, drohen die in Syrien aufgehäuften Waffen einen zukünftigen Krieg in der Region zu nähren. In einer solch instabilen Region wie dem Mittleren Osten ist das keine ermutigende Perspektive. Die neuen Waffen aus Kroatien zum Beispiel, so haben Experten nach dem Studium von Videoaufnahmen aus Syrien herausgefunden, sind bei Gruppen quer durch das ideologische Spektrum gelandet, auch bei eingefleischten Islamisten. Die Lieferungen aus dem Ausland unterstreichen auch die Tatsache, dass aus dem Kampf der Syrer für Würde, Demokratie und Brot ein Stellvertreterkonflikt geworden ist, in dem Gross- und Regionalmächte um Einfluss ringen.

Frankreich, England die USA machen sich dafür stark, noch mehr Waffen nach Syrien zu liefern. Das wird die Gewalt in Syrien verstärken und die Zahl der Opfer und Flüchtlinge weiter ansteigen lassen. Ohne Unterstützung von aussen hätten es die Rebellen auch kaum fertiggebracht, die Regierungstruppen aus weiten Gebieten im Norden und Osten zu vertreiben und die beiden Metropolen Damaskus und Aleppo zu belagern. Diese Erfolge waren aber zu einem grossen Teil extremistischen Islamisten zu verdanken, die einige arabische und alle westlichen Regierungen als Bedrohung sehen. Am Ostufer des Mittelmeers, an der Grenze Israels und in der Nachbarschaft der wichtigsten Erdölvorräte der Erde sind Jihadisten im Vormarsch, deren Botschaft fatal an jene der Taliban und der Kaida erinnert. Wie die Waffenlager aus dem libyschen Krieg den islamistischen Feldzug in Mali ermöglichten, drohen die in Syrien aufgehäuften Waffen einen zukünftigen Krieg in der Region zu nähren. In einer solch instabilen Region wie dem Mittleren Osten ist das keine ermutigende Perspektive. Die neuen Waffen aus Kroatien zum Beispiel, so haben Experten nach dem Studium von Videoaufnahmen aus Syrien herausgefunden, sind bei Gruppen quer durch das ideologische Spektrum gelandet, auch bei eingefleischten Islamisten. Die Lieferungen aus dem Ausland unterstreichen auch die Tatsache, dass aus dem Kampf der Syrer für Würde, Demokratie und Brot ein Stellvertreterkonflikt geworden ist, in dem Gross- und Regionalmächte um Einfluss ringen.

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Waffen für Syrien

Schwierige Kontrolle über die Empfänger der Waffenhilfe

International Heute, 06:00
Kämpfer der radikalen sunnitischen Gruppierung Jabhat al-Nusra in Aleppo. Aufnahme vom December 2012.
Kämpfer der radikalen sunnitischen Gruppierung Jabhat al-Nusra in Aleppo. Aufnahme vom December 2012.(Bild: AHMED JADALLAH / Reuters)
Waffenlieferungen an die Rebellen sollen das Kräftegleichgewicht in Syrien beeinflussen. Aber der Westen hat keine Kontrolle darüber, in wessen Hände die Waffen schliesslich fallen.
Jürg Bischoff, Beirut

Zwei Jahre nach dem Ausbruch des Aufstands gegen das Asad-Regime in Syrien sind die Westmächte nun offenbar bereit, die Aufständischen mit Waffen zu beliefern und damit das militärische Gleichgewicht zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu beeinflussen. Welche Ziele Frankreich, Grossbritannien oder die USA damit verfolgen, bleibt unklar. Geht es darum, den Rebellen den entscheidenden Vorteil zu geben, damit sie Asad aus Damaskus vertreiben können? Oder steuern sie eine Erhöhung des Leidensdrucks an, der die beiden Seiten dazu bewegen soll, eine politische Lösung des Konflikts auszuhandeln?

Vormarsch der Islamisten

Seit Aufständische in Syrien Ende 2011 die ersten militärischen Verbände bildeten, fliessen Waffen ins Land. Von Amerika und Europa gebilligt, von Saudiarabien und den Golfstaaten finanziert, werden sie über den Irak, die Türkei, Jordanien und Libanon an die syrischen Aufständischen geliefert. Anfang dieses Jahres gelangte über eine Luftbrücke aus Kroatien modernes Kriegsgerät aus europäischen Beständen nach Syrien, womit das EU-Embargo praktisch ohnehin bedeutungslos wurde.

Ohne Unterstützung von aussen hätten es die Rebellen auch kaum fertiggebracht, die Regierungstruppen aus weiten Gebieten im Norden und Osten zu vertreiben und die beiden Metropolen Damaskus und Aleppo zu belagern. Diese Erfolge waren aber zu einem grossen Teil extremistischen Islamisten zu verdanken, die einige arabische und alle westlichen Regierungen als Bedrohung sehen. Am Ostufer des Mittelmeers, an der Grenze Israels und in der Nachbarschaft der wichtigsten Erdölvorräte der Erde sind Jihadisten im Vormarsch, deren Botschaft fatal an jene der Taliban und der Kaida erinnert. Die syrische Opposition, vertreten von der Nationalen Koalition (NK), hielt die Hilfe an die Aufständischen seit langem für ungenügend. Im Februar drohte die NK, ihre Kontakte mit ihren internationalen Sponsoren deshalb abzubrechen. Amerikaner, Franzosen und Briten beeilten sich, neue Hilfsversprechen zu machen und auch Waffenlieferungen nicht mehr auszuschliessen. Die NK ist ihr einziger Kanal, um Einfluss auf die Ereignisse in Syrien zu nehmen. Sie können ihn nicht verlieren.

Schwache Organisation

Der amerikanische Aussenminister Kerry erklärte auf seiner Tour durch die Gegend, er sei nun ziemlich sicher, dass die Hilfe nun in die richtigen Hände gelangen werde. Dies bleibt jedoch zweifelhaft. Die neuen Waffen aus Kroatien zum Beispiel, so haben Experten nach dem Studium von Videoaufnahmen aus Syrien herausgefunden, sind bei Gruppen quer durch das ideologische Spektrum gelandet, auch bei eingefleischten Islamisten.

Trotz seiner Reorganisation im letzten Jahr wird das Oppositionsbündnis weiterhin von inneren Spannungen zerrüttet, die seine Organisation schwächen. Unklar ist zudem, wie weit die Kommandogewalt des obersten Militärrats und der regionalen Militärräte über die vielen Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) reicht. Solch schwache Strukturen können kaum garantieren, dass die gelieferten Waffen nur an die «richtigen», sprich «moderaten» Kämpfer gelangen.

Die Ankunft von mehr und moderneren Waffen wird die Gewalt in Syrien wohl eher verstärken und die Zahl der Opfer und Flüchtlinge weiter ansteigen lassen. Die Lieferungen aus dem Ausland unterstreichen auch die Tatsache, dass aus dem Kampf der Syrer für Würde, Demokratie und Brot ein Stellvertreterkonflikt geworden ist, in dem Gross- und Regionalmächte um Einfluss ringen. Russland und Iran zeigen sich bei der Unterstützung für das Regime unerschütterlich, und solange Moskau und Teheran die Regierungstruppen mit den nötigen Waffen versorgen, dürfte Asad seine Stellung halten.

Und nach dem Krieg?

Sollte das Regime schliesslich fallen oder eine politische Lösung gefunden werden, wird das in Syrien angehäufte Arsenal auch nicht einfach verschwinden. Wie die Waffenlager aus dem libyschen Krieg den islamistischen Feldzug in Mali ermöglichten, drohen die in Syrien aufgehäuften Waffen einen zukünftigen Krieg in der Region zu nähren. In einer solch instabilen Region wie dem Mittleren Osten ist das keine ermutigende Perspektive.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/schwierige-kontrolle-ueber-die-empfaenger-der-waffenhilfe-1.18047788

 


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