Startseite » Basiswissen Wirtschaftsmarsch » Internationale Rohstoffkonzerne im Goldrausch – Mobambiks Regierung ließ sich über den Tisch ziehen und will nicht das die Verträge nachverhandelt werden: „Die Mitglieder unserer Regierung sind so korrupt, dass sie sich schon bei den ersten Verträgen die Taschen gefüllt haben. Sie wollen nicht, dass die Verträge bei Nachverhandlungen offengelegt werden. Die Bevölkerung würde dann erfahren, wie viele Milliarden ins Land fließen und die Bekämpfung der Armut einfordern.“ Die von Willy Brandt geleitete Nord-Süd-Kommission hat schon vor 30 Jahren die Einrichtung einer Rohstofforganisation bei der UN gefordert, um die Länder aus der Abhängigkeit der Rohstoffkonzerne zu befreien! Das ist nicht vorangetrieben worden, denn es nützt weder den Konzernen mit ihrem starken Einfluss in den Industrieländern auf die Politik als auch den afrikanischen Eliten!

Internationale Rohstoffkonzerne im Goldrausch – Mobambiks Regierung ließ sich über den Tisch ziehen und will nicht das die Verträge nachverhandelt werden: „Die Mitglieder unserer Regierung sind so korrupt, dass sie sich schon bei den ersten Verträgen die Taschen gefüllt haben. Sie wollen nicht, dass die Verträge bei Nachverhandlungen offengelegt werden. Die Bevölkerung würde dann erfahren, wie viele Milliarden ins Land fließen und die Bekämpfung der Armut einfordern.“ Die von Willy Brandt geleitete Nord-Süd-Kommission hat schon vor 30 Jahren die Einrichtung einer Rohstofforganisation bei der UN gefordert, um die Länder aus der Abhängigkeit der Rohstoffkonzerne zu befreien! Das ist nicht vorangetrieben worden, denn es nützt weder den Konzernen mit ihrem starken Einfluss in den Industrieländern auf die Politik als auch den afrikanischen Eliten!

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Mosambik im Goldrausch

REPORTAGE | PHILIPP HEDEMANN, 15. März 2013, 05:30
  • Mike Kamombe (31) aus Simbabwe arbeitet in einer kleinen Goldmine in Mosambik. Sollte er einen Klumpen Gold finden, will er ihn behalten.
    foto: standard/hedemann

    Mike Kamombe (31) aus Simbabwe arbeitet in einer kleinen Goldmine in Mosambik. Sollte er einen Klumpen Gold finden, will er ihn behalten.

  • Internationale Firmen wollen den Reichtum bergen. Ob die Bevölkerung davon profitieren kann, ist allerdings fraglich

Maputo – Mehr als die Hälfte der Einwohner des südostafrikanischen Landes Mosambik lebt in Armut. Die Menschen müssen also mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Die Entdeckung unvorstellbarer Mengen an Bodenschätzen könnte den knapp 24 Millionen Einwohnern aus der Armut helfen. Oder aber nur einigen wenigen die Taschen füllen.

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„Als die Rohstoffe entdeckt wurden, hatte unsere Regierung keine Ahnung, was sie wert sind und hat sich von den großen Konzernen über den Tisch ziehen lassen“, sagt Rogério Ossemane vom Institut für Sozial- und Wirtschaftsstudien in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo.

Weltweit operierende Bergbaukonzerne wie das brasilianische Unternehmen Vale, der britisch-australische Gigant Rio Tinto oder der britische Branchenriese Beacon Hill Resources werden nach Einschätzung von Experten in den nächsten Jahren umgerechnet 54 Milliarden Euro in die Ausbeutung der mosambikanischen Bodenschätze stecken.

Trillionen Kubikmeter Gas

Die Regierung geht davon aus, dass die Bergbauproduktion die nächsten fünf Jahre jährlich um 30 Prozent wächst. Am meisten werden die vor der Küste entdeckten Gasvorräte einbringen. Knapp zwei Trillionen Kubikmeter Gas sollen dort unter dem Meeresgrund auf die Förderung warten.

Die internationalen Rohstoff-Unternehmen sind nach Angaben des Sozialforschers Ossemane inzwischen bereit, die Verträge zugunsten der Regierung nachzuverhandeln, da sie den Reichtum im Boden und am Meeresgrund zunächst unterschätzt hatten. Doch laut Ossemane will die Regierung dies gar nicht. Industrie- und Handelsminister Armando Inroga sagt, dass eine Nachverhandlung bestehender Verträge weitere Investoren abschrecken könnte.

Ossemane hingegen glaubt: „Die Mitglieder unserer Regierung sind so korrupt, dass sie sich schon bei den ersten Verträgen die Taschen gefüllt haben. Sie wollen nicht, dass die Verträge bei Nachverhandlungen offengelegt werden. Die Bevölkerung würde dann erfahren, wie viele Milliarden ins Land fließen und die Bekämpfung der Armut einfordern“, sagt der Absolvent der renommierten School of Oriental and African Studies in London. In der Rangliste der korruptesten Länder von Transparency International belegt Mosambik den 120. von 183 Plätzen. Tendenz sinkend.

Mosambik wird seit Ausrufung der Unabhängigkeit vor knapp 38 Jahren von der einstigen Befreiungsbewegung Frelimo autoritär regiert. Wer wie Ossemane der Staatsspitze Korruption vorwirft, lebt gefährlich. Ihm ist das egal. Er kämpft dafür, dass die Rohstoff-Milliarden zur Bekämpfung der Armut eingesetzt werden und fordert eine stärkere Besteuerung ausländischer Firmen. Er will, dass das Land, in dem rund 80 Prozent der Bevölkerung von derLandwirtschaft leben, mit den Einnahmen seine Wirtschaft diversifiziert, um sich so auf die Zeit nach Gas und Kohle vorzubereiten.

Positive Überraschung

Kristian Lempa, Rohstoff-Experte der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), ist optimistischer als Ossemane. Lempa glaubt, dass der Boom durchaus dazu beitragen könnte, die Lebensbedingungen im Land zu verbessern. „Mosambik könnte eine positive Überraschung werden. Das Land hat aus den Fehlern anderer rohstoffreicher Länder gelernt. Zudem ist der Bevölkerung einfach nicht mehr zu vermitteln, dass sie nicht vom Rohstoff-Boom profitieren sollen“ , meint Lempa.

Grubenarbeiter Mike will sich nicht darauf verlassen, dass die Regierung irgendwann irgendetwas für ihn tut. Er nimmt sein Schicksal lieber selbst in die Hand. „Wenn ich da unten einen schönen Klumpen finde, wird der Besitzer der Mine ihn nie zu Gesicht bekommen. Ich stecke ihn einfach ein“, sagt Mike und deutet mit seiner mit rot-golden schimmerndem Schlamm beschmierten Hand in einen rund acht Meter tiefen Schacht. Mit einer Hacke und einer Stirnlampe wühlt er sich hier, im Norden Mosambiks, jeden Tag zehn Stunden lang durch die 80 Zentimeter hohen Stollen, die jederzeit einstürzen könnten. Bisher hat er noch keinen dicken Goldbrocken gefunden. Für den lebensgefährlichen Job bekommt er umgerechnet nicht einmal sechs Euro am Tag. (Philipp Hedemann, DER STANDARD, 15.3.2013)

http://derstandard.at/1363239102467/Mosambik-Das-viertaermste-Land-der-Welt-im-Goldrausch


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