Startseite » Basiswissen Wirtschaftsmarsch » ZDF zeigt, wie die (von den „Volksvertretern“ legal ermöglichte) Steuervermeidung der großen Konzerne – wie VW -funktioniert! Diese Steuervermeidung sollte ein wichtiges Bundestagswahlkampfthema werden: Was schlagen die Parteien vor, um das zu beenden! Denn durch diese Steuervermeidung der Konzerne (und damit zu Gunsten auch höherer Einnahmen der Aktionäre, zu denen sicher auch viele Volksvertreter gehören) dadurch verlieren die Staaten Milliarden Euro, die die anderen Bürger dann zahlen müssen, durch höhere Steuern oder Kürzungen etwa von Sozial- oder Bildungsausgaben oder gar durch den Staatsbankrott!

ZDF zeigt, wie die (von den „Volksvertretern“ legal ermöglichte) Steuervermeidung der großen Konzerne – wie VW -funktioniert! Diese Steuervermeidung sollte ein wichtiges Bundestagswahlkampfthema werden: Was schlagen die Parteien vor, um das zu beenden! Denn durch diese Steuervermeidung der Konzerne (und damit zu Gunsten auch höherer Einnahmen der Aktionäre, zu denen sicher auch viele Volksvertreter gehören) dadurch verlieren die Staaten Milliarden Euro, die die anderen Bürger dann zahlen müssen, durch höhere Steuern oder Kürzungen etwa von Sozial- oder Bildungsausgaben oder gar durch den Staatsbankrott!

Aktuelle Beiträge

Leider stimmt die in dem Bericht ausgedrückte Hoffnung nicht, wie ein gestriger Film im ZDF gezeigt hat, wir werden versuchen, ihn noch zu posten!

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/726530/#/beitrag/video/726530/Steuerparadies-Cayman-Inseln

STEUEROASEN DER REICHEN DEUTSCHEN

Fortgeschrittene flüchten persönlich

Weniger abenteuerlustige Millionäre als Monsieur Depardieu ziehen mit ihrem Geld in die Schweiz oder nach Österreich. Das ist weniger exotisch, aber sicher.VON NICOLA LIEBERT

Was? In der Schweiz gibt es keine Rennen. Super, muss ich ja keine Steuern zahlen.  Bild:  dpa

BERLIN taz | Die Deutschen sind bekanntlich eine Nation von Schnäppchenjägern, auch in Steuerangelegenheiten. Anfänger verlagern wenigstens ihr Vermögen in die Schweiz oder in eine liechtensteinische Stiftung. Die Fortgeschrittenen lassen es nicht bei der Kapitalflucht bewenden, sondern flüchten persönlich.

Einige der reichsten Einwohner der Schweiz sind daher gar keine Schweizer. Der reichste von ihnen kommt aus Schweden. Ikea-Gründer Ingvar Kamprad profitiert wie viele Superreiche von einer Schweizer Spezialität, der Pauschalbesteuerung: Ausländer, die in der Schweiz leben, aber nicht arbeiten, müssen keine Steuern auf ihr Einkommen zahlen, sondern auf ihre „Lebenshaltungskosten“.

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Außerhalb der Schweiz erzielte Einkünfte bleiben außen vor. Der Steuersatz beträgt bis zu 22 Prozent – statt einem Spitzensatz von 45 Prozent in Deutschland (der sogenannten Reichensteuer) und 56,4 Prozent in Schweden. Auch eine ganze Reihe von Deutschen sind daher in die Schweiz ausgewandert, so zum Beispiel Molkereibesitzer Theo Müller und Michael Schumacher.

Der Rennfahrer zog vor Jahren in eine exklusive Residenz am Genfer See. Er gilt den dortigen Finanzbehörden als beschäftigungslos, weil es in der Schweiz ja keine Formel-1-Rennen gibt.

Die FAZ schätzte vor einigen Jahren, dass der Weltmeister von seinem geschätzten Jahreseinkommen von 150 Millionen Euro weit weniger als zehn Prozent als Pauschalsumme an den Schweizer Fiskus abführte. Seinen Bruder Ralf zog es nach Österreich, wo er offenbar mit dem Finanzministerium Sonderkonditionen aushandeln konnte.

Monaco und Österreich

Bei der Besteuerung reicher Ausländer orientiert sich Österreich an den Steuersätzen des vorherigen Heimatlandes. Und das war in Schumachers Fall die Steueroase Monaco. „Das Problem ist, dass das nicht jeder machen kann. Das wirkt sich negativ auf die Steuermoral der anderen aus“, kommentierte damals Karl-Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler.

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Kleiner Nachteil dieser Strategie: Als Steuerflüchtling muss man seine Zeit mehrheitlich in der neuen Wahlheimat verbringen. Das schafft oft nicht einmal ein zeitlich flexibler Freiberufler wie Boris Becker, der nach Monaco ausgewandert war. Er wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Becker zog inzwischen in die Schweiz um.

Gérard Depardieus Flucht aus Frankreich zeigt erneut, wie schwer es für Staaten wird, ihre Einnahmen erhöhen, um ihre Schuldenberge abzutragen und für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen. So viel ist klar: Steuergerechtigkeit lässt sich nur erreichen, wenn die Steueroasen konsequent bekämpft werden.

Richtigstellung:

Auf www.taz.de vom 4.1.2013 war unter der Überschrift „Fortgeschrittene flüchten persönlich“ zu lesen:

„Bei der Besteuerung reicher Ausländer orientiert sich Österreich an den Steuersätzen des vorherigen Heimatlandes. Und das war in Schumachers Fall die Steueroase Monaco. „Das Problem ist, dass das nicht jeder machen kann. Das wirkt sich negativ auf die Steuermoral der anderen aus“, kommentierte damals Karl-Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler. Reinhold Würth, milliardenschwerer Besitzer einer Schraubenfirma und vorbestrafter Steuersünder, entschied sich seinerseits für einen ‚Altersruhesitz‘ im schönen Salzburg – mit dem hübschen Nebeneffekt, die deutsche Erbschaftsteuer zu umgehen.“

Das ist falsch: Reinhold Würth hat seinen Erbschaftssteuerwohnsitz zur Zeit in Deutschland. Seine Erben werden nach deutschem Recht erbschaftssteuerveranlagt werden.

http://www.taz.de/!108486/

Als Steueroasen werden Staaten oder Gebiete bezeichnet, die keine oder besonders niedrige Steuern auf Einkommen oder Vermögen erheben und so für Kapital aus Ländern mit höheren Steuersätzen attraktiv sind.

Inhaltsverzeichnis

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Charakteristika [Bearbeiten]

Wichtig für eine Steueroase ist Rechtssicherheit und die politische Stabilität, durch die die Sicherheit des angelegten Kapitals gewährleistet wird, wobei Good Governance („Gute Regierungsführung”, das heißt effiziente Verwaltungsstrukturen, wenig Korruption und der daraus resultierende tiefe Steuersatz) die Wahrscheinlichkeit von zuströmendem Geld maßgeblich bestimmt[1]. Ein Bankgeheimnis kann Bestandteil der Rechtslage sein. Steueroasen sind zudem in den meisten Fällen kleine Länder, die im Verhältnis zu den dort stattfindenden finanziellen Transaktionen und dem vorhandenen Kapital eine geringe Wirtschaftsaktivität aufweisen und über eine wenig regulierte Wirtschaftspolitik verfügen. Oft handelt es sich um ehemalige britische Kolonien oder um aktuelle Überseegebiete Großbritanniens. Auch Länder, die aufgrund ihres Rohstoffexports hohe Einnahmen erzielen (beispielsweise Bahrain), erheben oft keine oder sehr niedrige Steuern. Typisch für Steueroasen ist eine hohe Anzahl von Briefkastenfirmen.[2]

Methoden der Nutzung [Bearbeiten]

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die eigene Steuerlast unter Nutzung von Steueroasen zu optimieren. Allen gemeinsam ist das Ziel, Einkommen, das in Hochsteuerländern erzielt wird, nicht dort versteuern zu müssen.

Privatpersonen können durch Verlagerung ihres Wohnsitzes Steuerzahlungen entgehen, siehe Boris Becker,Michael SchumacherStefanie Graf. Der Anteil der verlagerten Einkommen von Privatpersonen wird in den USA auf etwa zehn Prozent der gesamten verlagerten Einkommen geschätzt[1].

Für Unternehmen gibt es viele Wege, anfallende Gewinne zu verschieben:

  • Das Unternehmen kann eine Tochterfirma für seine Auslandsgeschäfte in einer Steueroase gründen, um so Steuern auf repatriierte Gewinne zu vermeiden.
  • Das Unternehmen kann Investitionen in Hochsteuerländern mit Krediten von Töchtern finanzieren, die in Niedrigsteuerländern angesiedelt sind. Es fallen so im Hochsteuerland keine (oder weniger) Gewinne an, da Zinszahlungen an die Tochter zu leisten sind.
  • Leistungen, die innerhalb eines Konzerns erbracht werden, können so verbucht werden, dass Gewinne aus Hochsteuerländern abgezogen werden. Zum Beispiel kann das Verwertungsrecht an einem Patent in einer Steueroase liegen und das inländische Unternehmen zahlt dafür Lizenzgebühren an seine ausländische Tochter. Dies ist ein legaler Vorgang, solange marktübliche Preise gezahlt werden; ob das der Fall ist, ist allerdings schwer zu überprüfen, da ein Markt dafür nicht existiert.

Problematik von Steueroasen [Bearbeiten]

Als problematisch wird bei Steueroasen gesehen, dass sie größere Staaten in einen Wettbewerb um niedrige Steuern verwickeln. Staaten versuchen ein komplexes Gemeinwesen aufrechtzuerhalten, sowie eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und damit Maßnahmen zu treffen, die für ein reibungsloses Funktionieren des Wirtschaftslebens und damit der Weltwirtschaft unverzichtbar sind. Steueroasen halten sich aus diesen Bereichen heraus, profitieren aber vom Funktionieren der Weltwirtschaft. Die NGO Tax Justice Network schätzt die durch Offshore-Finanzplätze entgangenen Steuereinnahmen auf weltweit etwa 255 Milliarden Dollar pro Jahr.[3] Die entgangenen Steuereinnahmen der USA werden auf etwa 70 Milliarden Dollar geschätzt.[4]

Eine Studie des Tax Justice Network von 2012 zeigt, dass Superreiche einen großen Teil des Vermögens in Steueroasen unterbringen.[5][6][7] Eine konservative Schätzung geht davon aus, dass 21 Billionen $ in Steueroasen untergebracht ist, 9,8 Billionen allein von den weltweit Top 100 000 Vermögenden. In der Folge führe dies gegenüber der Besteuerung versteckte Vermögen zu einer massiven Unterbewertung der Vermögenswerte in den jeweiligen Ländern. Tatsächlich wären ohne diesen Vorgang wohl die meisten Länder Gläubiger und nicht Schuldner.[8]

Initiativen [Bearbeiten]

Staatliche Initiativen [Bearbeiten]

Als Reaktion auf die Steuerproblematik startete die OECD (zusammen mit einigen anderen Initiativen zur Regulierung von Offshore-Finanzzentren) im Jahr 1998 die sogenannte „Harmful Tax Competition” Initiative. Es wurden insgesamt 41 Länder identifiziert, deren Steuergesetzgebung offensichtlich nicht konform mit einem fairen Wettbewerb war. Probleme gab es beim Start der Initiative, weil die OECD-Mitglieder SchweizÖsterreich,Belgien und Luxemburg ihr Bankgeheimnis gefährdet sahen. Nachdem die Forderungen etwas gelockert worden waren, konnten allerdings die meisten identifizierten Länder zum Einlenken bewegt werden: Seit Mai 2009 befindet sich kein Land mehr auf der „OECD-List of Uncooperative Tax Havens”.[9]

Regulierungserfolge im Bereich des Steuerwettbewerbs wurden auch durch bilaterale Verträge erreicht. Vor allem die USA und die EU können in ihren wirtschaftlichen Einflussbereichen kleinere Länder zur Kooperation nötigen. Zum Beispiel wurden manche Länder gezwungen, ihre Ungleichbehandlung von In- und Ausländern aufzugeben (Inländer mussten höhere Steuern entrichten als Ausländer) was aber in einigen Fällen nicht zu höheren Steuern für Ausländer führte, sondern Inländern niedrigere Steuersätze bescherte.[10]

Im Jahr 2005 wurde die Europäische Richtlinie zur Zinsbesteuerung eingeführt, die allerdings wie auch die anderen Initiativen zur Bekämpfung von Steuerflucht kein durchschlagender Erfolg war. Die blockierenden Länder waren wiederum die Schweiz, Luxemburg, Belgien (Belgien wird sich ab 2010 am Informationsaustausch beteiligen) und Österreich, die durchsetzten, dass statt des Austausches von Informationen (Meldeverfahren) alternativ auch eine Quellensteuer auf Kapitalerträge abgeführt werden konnte. Da die Definition von „Kapitalerträgen” sehr eng gefasst war, ist die abgeführte Quellensteuer der betreffenden Länder bisher sehr gering (210 Millionen Euro bis 2007).[10].

Die deutsche Bundesregierung hat mit dem Strafbefreiungserklärungsgesetz den Versuch unternommen,Steuerflüchtlinge dazu zu motivieren, nach Deutschland zurückzukehren, und ihnen Straffreiheit zugesichert.

Im Oktober 2008 kündigten die französische und die deutsche Regierung in Paris an, die Maßnahmen zur Austrocknung von Steueroasen zu verschärfen. Die derzeit gültige „OECD-List of Uncooperative Tax Havens” mitAndorraLiechtenstein und Monaco sollte um weitere Länder, unter anderem die Schweiz, ergänzt werden. Die deutsche Bundesregierung plant das deutsche Steuerrecht zu ändern, um Geschäftsbeziehungen zu Ländern zu erschweren, die die OECD-Grundsätze nicht gewährleisten. So soll zukünftig die Steuerbefreiung für Dividenden von Unternehmen in unkooperativen Staaten ausgesetzt werden. [11]

Im März 2009 lenkten die Steueroasen Liechtenstein und Andorra ein. So will Liechtenstein sein striktesBankgeheimnis teilweise aufheben und die OECD-Standards für Transparenz und Informationsaustausch in Steuerfragen akzeptieren.[12] Am 13. März 2009 sagten auch Österreich, die Schweiz und Luxemburg eine Lockerung des Bankgeheimnisses zu.[13]

Monaco bekundete am 15. März 2009 seine Bereitschaft, die Zusammenarbeit im Bereich der Steuerhinterziehung gemäß den internationalen Kriterien zu verbessern. Das betreffe vor allem die Regeln der internationalen Wirtschaftsorganisation OECD für den Austausch von Informationen.

Nichtstaatliche Initiativen [Bearbeiten]

Globalisierungskritische Organisationen wie attacOxfam und das Tax Justice Network fordern seit langem die „Schließung” von Steueroasen, also international verbindliche Absprachen unter Staaten, dass nirgends Reiche steuerfrei leben können – z.B. Appel de Genève, von 1996.[14] Da aber gerade die Klein- und Kleinststaaten unter den Steueroasen ohne ihren Status als Oasen nur sehr schwer ihre Unabhängigkeit bewahren könnten und im Übrigen viele Großkonzerne, Wirtschaftsführer und insbesondere auch politische Entscheidungsträger der führenden Wirtschaftsnationen selbst zu den Nutznießern dieser Oasen zählen, ist dies politisch sehr schwer durchsetzbar.

Bekannte Steueroasen [Bearbeiten]

Da der Status einer Steueroase nicht eindeutig definiert ist, ist ein Konsens über eine Aufzählung von Steueroasen nicht möglich. Die in diesem Artikel aufgeführten Listen werden deshalb je nach Sichtweise Länder enthalten, die nicht hineingehören oder es werden Länder bzw. Regionen fehlen (häufig genannt: der US-Bundesstaat Delaware). Um diesem Problem wenigstens teilweise Rechnung zu tragen sind im Folgenden zwei Listen aufgeführt.

Steueroasen 2002 und älter [Bearbeiten]

Hier kann deshalb nur eine beispielhafte Auswahl von Ländern und Gebieten genannt werden, die in zwei Quellen in der Vergangenheit als Steueroasen bezeichnet wurden. Bekannte Steueroasen sind (nach OECD[15] und Diamond[16]):

* – nur in der Liste der OECD enthalten [15]
Nur in der Liste von Hines and Rice (1994) enthalten waren: [16]

Einteilung nach Umsetzung der OECD-Standards (2009) [Bearbeiten]

Im Rahmen des G 20-Gipfeltreffens in London einigten sich die Regierungschefs auf die Veröffentlichung einer neuen Liste durch die OECD, aufgrund der Umsetzung der OECD-Standards in Bezug auf Einkommen– undVermögensteuern.[17][18] Dabei wurde diese Liste in vier Teile kategorisiert:[19]

Die Liste zum Zeitpunkt des Treffens kann in der OECD Datenbank eingesehen werden.[20]

Die aktuelle Liste vom Mai 2012 zeigt die großen Fortschritte:[21]

  • Staaten und Gebiete, die sich dem internationalen Steuerstandard verpflichtet haben und diesen weitgehend umgesetzt haben (sogenannte Weiße Liste): Hier stehen die meisten beobachteten Staaten wobei China die speziellen Verwaltungsgebiete Hongkong und Macao, die sich dem internationalen Steuerstandard verpflichtet haben, nicht einschließt.
  • „Steueroasen“ (‚Tax Havens‘), die sich weitgehend dem internationalen Steuerstandard unterworfen haben, diesen aber noch nicht umgesetzt haben (sogenannte Graue Liste): Hier ist nur noch Nauru verzeichnet.
  • Andere Finanzzentren, die sich weitgehend dem internationalen Steuerstandard unterworfen haben, diesen aber noch nicht umgesetzt haben (sogenannte Graue Liste): Hier ist nur noch Guatemala verzeichnet.
  • Die Schwarze Liste (2009) von Staaten oder Finanzzentren, welche sich nicht dem internationalen Steuerstandard unterworfen haben, wurde im November 2011 auf dem G20-Gipfel in Cannes revidiert.[22]

Einige Veränderungen im Ablauf:

30 Staaten wurden noch im Jahr 2000 als Steueroasen nach Definition des OECD-Berichts von 1998 eingestuft.

Am 7. April 2009 gab die OECD bekannt, dass sich die vier Staaten Costa Rica, Malaysia, Philippinen und Uruguay dem internationalen Steuerstandard verpflichtet haben und sie bis Ende 2009 ein Gesetz zu dessen Umsetzung vorschlagen werden. Die vier Länder wurden damit von der sogenannten Schwarzen Liste gestrichen und in die sogenannte Graue Liste aufgenommen. Damit haben sich laut OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría sämtliche vom ‚OECD Global Forum‘ beobachteten Staaten dem internationalen Standard in Bezug auf Einkommen- und Vermögensteuern verpflichtet.[23]

Nach Veröffentlichung der Liste wurden bis September 2009 Österreich, Belgien, Luxemburg, die Schweiz, Monaco, San Marino, Aruba, Bermuda, die Virgin Islands, die Cayman Islands, die Niederländischen Antillen und Bahrain von der Grauen Liste gestrichen und auf die Weiße Liste gesetzt.[24]

Kritik an Einteilung in Steueroasen [Bearbeiten]

Gegenüber der Einteilung in Steueroasen gibt es hinsichtlich der Kriterien Kritik nicht nur aus den betroffenen Ländern, da in den OECD-Listen gewisse Länder nicht bzw. in einer „weißen“ Kategorie auftauchen. So zählen die britischen Kanalinseln trotz ihrer Trustgesetzgebung und einige US-Bundesstaaten zu bekannten Plätzen der internationalen Geldwäscherei. Ein Indiz dafür ist die Möglichkeit, anonym eine Firma zu gründen, wie der australische Professor Jason Sharman erklärt.[25] Die Gründung einer anonymen Firma wird im Internet offensiv beworben, wobei Großbritannien, Spanien, oder Panama und immer noch die Niederländischen Antillen und ebenso andere Karibikstaaten empfohlen werden. Offenbar war die wirtschaftliche Macht dieser Länder aber ein Grund, nicht gegen diese Zentren vorzugehen, obwohl Schätzungen allein für den US-Bundesstaat Delaware von etwa 6.000 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögen ausgehen.[26]

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Nicholas Shaxson: Schatzinseln: Wie Steueroasen die Demokratie untergraben (Originaltitel: Treasure Islands: Dirty Money, Tax Havens and the Men Who Stole the World übersetzt von Peter Stäuber) Rotpunkt, Zürich 2011, ISBN 978-3-85869-460-7.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. ↑ a b Dharmapala, Dhammika und Hines Jr., James R. (2006) Which Countries Become Tax Havens?
  2.  Daniel Schönwitz: „Wo Palmen und Steuervorteile locken” In: Handelsblatt
  3.  TJN (2005) The Price of Offshore
  4.  The Economist (2007) Places in the sun
  5.  http://economictimes.indiatimes.com/news/international-business/13-trillion-pounds-in-offshore-tax-havens-report/articleshow/15093725.cms
  6.  http://uk.reuters.com/article/2012/07/22/uk-offshore-wealth-idUKBRE86L03W20120722?feedType=RSS&feedName=topNews
  7.  http://www.bbc.co.uk/news/business-18944097
  8.  http://www.taxjustice.net/cms/upload/pdf/Inequality_120722_You_dont_know_the_half_of_it.pdfInequality: You don’t know the Half of it S. 10ff.
  9.  OECD (2009) List of Uncooperative Tax Havens
  10. ↑ a b The Economist (2007) All together now
  11.  Tagesschau:Steinbrück droht der Steueroase Schweiz (nicht mehr online verfügbar)
  12.  Süddeutsche:Steuerstreit: Liechtenstein und Andorra geben nach
  13.  ORFDer Spagat beim Bankgeheimnis vom 14. März 2009.
  14.  Appel de Genève – Texte der ersten Appelle, französisch auf attac.org, mehr dazu auch auf fr.wikipedia Appel de Genève
  15. ↑ a b OECD (2000) 2000 Progress Report: Towards Global Tax Co-operation: Progress in Identifying and Eliminating Harmful Tax Practices
  16. ↑ a b Liste nach: Diamond, W. H. und Diamond, D. B. (2002) Tax Havens of the World. Matthew Bender Books. nach: Dharmapala, Dhammika und Hines Jr., James R. (2006) Which Countries Become Tax Havens?
  17.  OECD-Standards: „Articles of the Model Convention with respect to taxes on income and Capital“
  18.  OECD, Centre for Tax Policy and Administration, 2. April 2009
  19.  OECD, 2. April 2009: „A Progress Report on the Jurisdictions surveyed by the OECD Global Forum in Implementing the Internationally agreed Tax Standard“
  20.  Schwarze Liste der OECD am 2. April 2009
  21.  Aktuelle Schwarze Liste OECD Mai 2012
  22.  „Beim G20-Gipfel in Cannes (Frankreich) haben die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrienationen eine neue Liste der sogenannten Steuerparadiese aufgestellt.“ (Tageblatt, AFP: Die neue schwarze Liste steht. Tageblatt, 4. November 2011.
  23.  OECD, 7. April 2009: „Four more countries commit to OECD tax standards“
  24.  CH/Aufnahme auf die Weisse Liste der OECD Handelszeitung, 25. September 2009, abgerufen am 16. Dezember 2012
  25.  New study – Britain and the U.S. may be the dirtiest tax havens Tax Research UK (Blog Richard Murphy)
  26.  Peter Hossli: Steueroasen in Delaware in Die Weltwoche, Ausgabe 11/09 vom 11. März 2009. Abgerufen am 3. Oktober 2012

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Steueroase – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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