Startseite » Uncategorized » So hat Italiens Demokratie funktioniert: Senator hat sich von Berlusconi mit fünf Millionen bestechen lassen und seine Partei verlassen! Für die Übergabe des Geldes gibt es insgesamt fünf Zeugen. Um Prodi zu stürzen, habe man „einen richtigen Krieg geführt.

So hat Italiens Demokratie funktioniert: Senator hat sich von Berlusconi mit fünf Millionen bestechen lassen und seine Partei verlassen! Für die Übergabe des Geldes gibt es insgesamt fünf Zeugen. Um Prodi zu stürzen, habe man „einen richtigen Krieg geführt.

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Senator gesteht Bestechung durch Berlusconi

3. März 2013, 17:48
  • Beppe Grillo zeigte sich zugeknöpft.
    foto: ap

    Beppe Grillo zeigte sich zugeknöpft.

Der Cavaliere habe ihm drei Millionen Euro bezahlt, um die Regierung Prodi zu sabotieren, sagte Sergio De Gregorio den Staatsanwälten

Berlusconi dementiert. Grillo war indes anderweitig beschäftigt.

Es ist das bisher gefährlichste Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Premier: Ein Senator seiner Rechtsallianz hat gestanden, von Silvio Berlusconi drei Millionen Euro erhalten zu haben, um 2006 die Regierung Prodi zu Fall zu bringen. Nach Erhalt der Summe war der 53-jährige Sergio De Gregorio von der Linkspartei „Italien der Werte“ zu Berlusconis Forza Italia übergelaufen.

Der Neapolitaner erklärte, das Geld sei ihm in mehreren Raten bezahlt worden. Eine Million sei als Unterstützung für seine politische Bewegung von Auslandsitalienern getarnt gewesen. De Gregorio, gegen den mehrere Gerichtsverfahren laufen, hatte sich vor einigen Wochen bei der Staatsanwaltschaft gemeldet, um „sein Gewissen zu erleichtern“. Der ehemalige Regierungschef Romano Prodi, der im Senat nur über eine hauchdünne Mehrheit verfügte, war durch mehrere Überläufer zum Rücktritt gezwungen worden. Prodi erklärte, falls die Ermittlungen diesen Tatbestand erhärten sollten, handle es sich um einen „Anschlag auf die Demokratie“.

De Gregorio gestand, das Geld angenommen zu haben, weil er „bis zum Hals in Schulden gesteckt“ habe. Zweck der Zahlungen sei eine „Sabotage der Regierung Prodi mit allen Mitteln“ gewesen. Für die Übergabe des Geldes gibt es insgesamt fünf Zeugen, darunter De Gregorios Steuerberater, seine Sekretärin und seinen Fahrer. Ein Teil des Geldes sei ihm in einem Aktenkoffer im Parlament übergeben worden. Berlusconi habe versucht, auch andere Senatoren zu bestechen.

Der Parlamentarier Giuseppe Caforio bestätigte den Staatsanwälten, man habe ihm fünf Millionen Euro geboten, um seiner Partei Italien der Werte den Rücken zu kehren. Berlusconi erklärte, es sei klar, dass die Staatsanwälte De Gregorio zur Falschaussage gezwungen hätten. Es handle sich um den üblichen „Putschversuch der Gerichtsbarkeit“.

Diese Aussage wurde von De Gregorio umgehend dementiert. Um Prodi zu stürzen, habe man „einen richtigen Krieg geführt“, so der Senator in einem Interview mit der Tageszeitung La Stampa. Dem Senator droht nun am 13. März, wenn mit dem Ende der Legislatur auch seine Immunität ausläuft, Verhaftung oder Hausarrest. Berlusconi erwarten im März Urteile in drei wegen des Wahlkampfs ausgesetzten Gerichtsverfahren, darunter im Ruby-Prozess um Sex mit Minderjährigen.

Am 23. März will seine Partei dem Cavaliere mit einer Großkundgebung den Rücken stärken.

Der Sieger der italienischen Wahlen, der Chef der Protestbewegung Fünf Sterne Beppe Grillo, machte indes mit einem bizarren Auftritt Schlagzeilen. In der Toskana zeigte er sich der Öffentlichkeit am Sonntag mit Maske und Anorak totalverhüllt. Zuvor hatte er erklärt, dass das politische System Italiens noch heuer zusammenbrechen werde. „Ich gebe den alten Parteien noch sechs Monate. Dann ist hier Schluss. Dann können sie die Pensionen nicht mehr zahlen und auch die öffentlichen Gehälter nicht mehr.“ Deswegen müssten Italiens Staatsschulden neu ausgehandelt werden. (Gerhard Mumelter aus Rom /DER STANDARD, 4.3.2013)


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