Startseite » Uncategorized » Die Gehälter für Busfahrer betrugen einst 1.500 Euro netto pro Monat. Jetzt sind sie auf 750 Euro gesunken. Unser Protest richtet sich auch gegen die Abschaffung des Nationalen Tarifvertrages und die Reduzierung des Mindestlohnes um 22 Prozent. Er soll jetzt 586 Euro brutto pro Monat betragen. Auch wenn Löhne und Gehälter massiv gesenkt wurden: Griechenlands Wettbewerbsfähigkeit ist nicht gestiegen. Im Gegenteil. Unser Land hinkt in diesem Punkt sogar einigen afrikanischen Ländern hinterher. Griechenland ist für sie ein Versuchstier. Die Troika glaubt an das Dogma des Schocks – für die Wirtschaft und auch für die Gesellschaft.

Die Gehälter für Busfahrer betrugen einst 1.500 Euro netto pro Monat. Jetzt sind sie auf 750 Euro gesunken. Unser Protest richtet sich auch gegen die Abschaffung des Nationalen Tarifvertrages und die Reduzierung des Mindestlohnes um 22 Prozent. Er soll jetzt 586 Euro brutto pro Monat betragen. Auch wenn Löhne und Gehälter massiv gesenkt wurden: Griechenlands Wettbewerbsfähigkeit ist nicht gestiegen. Im Gegenteil. Unser Land hinkt in diesem Punkt sogar einigen afrikanischen Ländern hinterher. Griechenland ist für sie ein Versuchstier. Die Troika glaubt an das Dogma des Schocks – für die Wirtschaft und auch für die Gesellschaft.

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SCHULDENKRISE„Griechenland ist für die Troika ein Versuchstier“

Die Reformer der Troika gehen zu weit, sagt Griechenlands Gewerkschaftschef Jannis Panagopoulos. Im Interview fordert er neue Milliarden an Aufbauhilfe für sein Land.

Proteste am Hafen von Piräus (Archivbild vom 6. Februar)

Proteste am Hafen von Piräus (Archivbild vom 6. Februar)

ZEIT ONLINE: Herr Panagopoulos, Ihre Gewerkschaft ruft an diesem Mittwoch erneut zum Generalstreik auf – obwohl Griechenland doch zuletzt einige Fortschritte gemacht hat. Wie begründen Sie ihren Aufruf?

Jannis Panagopoulos: Wir protestieren gegen das Ende von 42 Branchenverträgen, die 400.000 Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft betreffen. Die Verträge werden einfach nicht erneuert. Unser Protest richtet sich auch gegen die Abschaffung des Nationalen Tarifvertrages und die Reduzierung des Mindestlohnes um 22 Prozent. Er soll jetzt 586 Euro brutto pro Monat betragen. In Griechenland gibt es außerdem kein Arbeitsrecht mehr, wie wir es in anderen Ländern Europas kennen.

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ZEIT ONLINE: Was heißt das für die Arbeitnehmer?

Panagopoulos: Die Arbeitslosigkeit ist auf offiziell 27 Prozent gestiegen. In Wahrheit beträgt sie wohl mittlerweile mehr als 30 Prozent, denn in der Krise grassiert die Schwarzarbeit und unversicherte Arbeit. Ferner sind die Arbeitseinkommen drastisch gesunken. Berücksichtigt man die Reduzierung beziehungsweise Streichung des Steuerfreibetrags sowie die Steuererhöhungen für die Arbeitnehmer, dann sind die Arbeitseinkommen im privaten und öffentlichen Sektor um bis zu 50 Prozent eingebrochen.

ZEIT ONLINE: Können Sie ein repräsentatives Beispiel nennen?

Panagopoulos: Die Gehälter für Busfahrer betrugen einst 1.500 Euro netto pro Monat. Jetzt sind sie auf 750 Euro gesunken.

ZEIT ONLINE: Was fordern Sie?

JANNIS PANAGOPOULOS

ist seit 2006 Chef der Dachgewerkschaft der Privatangestellten in Griechenland.

Panagopoulos: Dass der Mindestlohn wieder auf 751 Euro brutto pro Monat angehoben wird. Auch muss hierzulande wieder das europäische Arbeitsrecht gelten. Auch wenn Löhne und Gehälter massiv gesenkt wurden: Griechenlands Wettbewerbsfähigkeit ist nicht gestiegen. Im Gegenteil. Unser Land hinkt in diesem Punkt sogar einigen afrikanischen Ländern hinterher.

ZEIT ONLINE: Der Generalstreik ist der 34. seit dem Ausbruch der Krise. Sie müssen sich fragen lassen, was die 33 Streiks zuvor gebracht haben.

Panagopoulos: Wir haben verhindert, dass die Kürzungen bei Löhnen und Gehältern noch stärker ausgefallen sind. Und wir haben Zeit gewonnen. Ich habe die Technokraten von Griechenlands Geldgeber-Troika kennengelernt und festgestellt, welche Lust sie auf noch größere Einschnitte haben. Griechenland ist für sie ein Versuchstier. Die Troika glaubt an das Dogma des Schocks – für die Wirtschaft und auch für die Gesellschaft. Das Problem ist: Die Troika-Technokraten kennen sich zwar damit aus, wie man Löhne, Gehälter und Renten kürzt. Sie haben aber keine Ahnung davon, wie man Preise zum Fallen bringt. Die Lebenshaltungskosten sind weiterhin hoch, Griechenland ist ein teures Land. Die Folge ist, dass der Grieche nicht einmal mehr seine Steuern zahlen kann. Nicht weil er nicht will, sondern weil er nicht mehr kann.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-02/interview-Panagopoulos


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