Startseite » Marsch für die soziale Ausrichtung der Wirtschaft » Zwei Drittel der Deutschen glauben, dass die soziale Gerechtigkeit in den vergangenen drei bis vier Jahren abgenommen hat. „Die Bevölkerung favorisiert schon seit längerem einen flächendeckenden Mindestlohn.“ Interessant ist jedoch, dass sich im internationalen Vergleich ein völlig anderes Bild ergibt. Zwar finden 34 Prozent der Deutschen, dass es in Schweden am meisten soziale Gerechtigkeit gebe – Deutschland folgt jedoch mit 23 Prozent auf Platz zwei.

Zwei Drittel der Deutschen glauben, dass die soziale Gerechtigkeit in den vergangenen drei bis vier Jahren abgenommen hat. „Die Bevölkerung favorisiert schon seit längerem einen flächendeckenden Mindestlohn.“ Interessant ist jedoch, dass sich im internationalen Vergleich ein völlig anderes Bild ergibt. Zwar finden 34 Prozent der Deutschen, dass es in Schweden am meisten soziale Gerechtigkeit gebe – Deutschland folgt jedoch mit 23 Prozent auf Platz zwei.

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Deutsche vermissen soziale Gerechtigkeit
Angela Sommersberg
Eine Aktivistin des globalisierungskritischen Netzwerks Attac bei einer Demonstration vor dem Berliner Reichstag.
Foto: dpa
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Das Allensbach-Institut hat 3000 Menschen gefragt, für wie gerecht sie die Gesellschaft halten. Die Studie offenbart: Die Deutschen empfinden ihre Gesellschaft in vielen Bereichen als ungerecht.

Zwei Drittel der Deutschen glauben, dass die soziale Gerechtigkeit in den vergangenen drei bis vier Jahren abgenommen hat. 64 Prozent der Bevölkerung sind dieser Meinung. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft herausgefunden, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Befragt wurden 3000 Deutsche ab 16 Jahren im Dezember 2012 und Januar 2013.

Als soziale Gerechtigkeit definieren die Bürger etwa, dass man von dem Lohn für seine Arbeit gut leben kann (91 Prozent), dass alle Kinder die gleichen Chancen auf eine gute Schulbildung haben (90 Prozent) oder dass der Staat für eine Grundsicherung sorgt, damit niemand in Not gerät (77 Prozent). Die Wahrnehmung der Deutschen, dass die soziale Gerechtigkeit abnimmt, ist nicht neu. „Als Oskar Lafontaine seinen Wahlkampf 1997/1998 mit dem Leitmotiv Gerechtigkeitslücke geführt hat, haben wir angefangen, uns intensiv mit dem Thema zu befassen“, sagt Professorin Renate Köcher, Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, die die Studie vorgestellt. „In den letzten 15 Jahren empfinden die Deutschen eher, dass die Gerechtigkeit zurückgeht, als dass sie ihr näher kommen.“ Als Grund sieht Köcher intensive Diskussionen über Themen wie Armut in der Gesellschaft.

Schweden auf Platz eins

Interessant ist jedoch, dass sich im internationalen Vergleich ein völlig anderes Bild ergibt. Zwar finden 34 Prozent der Deutschen, dass es in Schweden am meisten soziale Gerechtigkeit gebe – Deutschland folgt jedoch mit 23 Prozent auf Platz zwei. Die geringste soziale Gerechtigkeit sprechen die Befragten den USA (25 Prozent) und China (66 Prozent) zu. „Die Deutschen differenzieren also klar zwischen der Frage, wie nahe wir in Deutschland selbst der sozialen Gerechtigkeit kommen, und wie wir im internationalen Vergleich abschneiden“, sagt Köcher.

Als ungerecht empfinden die Deutschen, wenn Geringverdiener nur etwas mehr Geld bekommen als Arbeitslose (76 Prozent) oder wenn Unternehmen, die Gewinne machen, Beschäftigte entlassen (75 Prozent). Menschen aus den unteren sozialen Schichten, etwa angelernte Arbeiter, empfinden den Arbeitsmarkt als schlecht durchlässig (46 Prozent). Um die Verteilungsgerechtigkeit zu verbessern, sollten Mindesteinkommen sichergestellt werden (76 Prozent). Köcher: „Die Bevölkerung favorisiert schon seit längerem einen flächendeckenden Mindestlohn.“

Als verantwortlich für Gerechtigkeit sehen die Befragten die Politiker. 73 Prozent sind überzeugt, dass die Politik viel tun kann, um Gerechtigkeit voranzubringen. Dabei stellen sie der Politik aber ein schlechtes Zeugnis aus. Köcher: „Schon vor zehn Jahren gaben die Menschen an, die Politik sorge dafür, dass die soziale Ungerechtigkeit größer wird.“ Konkret wünschen sich die Bürger, dass der Staat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert (71 Prozent). Der Frauenquote und dem Betreuungsgeld erteilen die Befragten aber eine Absage. Nur rund 20 Prozent unterstützen diese Maßnahmen. Vom Staat fordern 70 Prozent der Befragten, dass Schüler besser auf das Berufsleben vorbereitet werden.

Zufrieden mit Steuersystem

Das Steuersystem hingegen wird immer mehr als gerecht wahrgenommen. Während vor knapp zehn Jahren noch 78 Prozent das System als ungerecht empfanden, teilen diese Meinung heute nur noch 49 Prozent. Da zuletzt keine Veränderungen im Steuersystem stattgefunden haben, erklärt sich Köcher die Veränderung mit dem Aufschwung der vergangenen Jahre. „In unseren Umfragen geben viele an, dass sich ihre materielle Lage verbessert hat.“ Wer mehr Geld auf dem Konto hat, empfindet das Steuersystem also plötzlich nicht mehr als ungerecht.

http://mobil.fr-online.de/cms/politik/umfrage-deutsche-vermissen-soziale-gerechtigkeit,4232484,21821688,view,asFitMl.html


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