Startseite » Marsch für Frieden » Sicherheitsexperte Oliver Thränert sieht im neuerlichen Atomtest Nordkoreas keine Gefahr für die internationale Ordnung – Ich denke, dass der neue Führer Kim Jong-un Stärke gegenüber den eigenen Militärs demonstrieren will, die er zum Großteil von den Hebeln der Macht entfernt hat. Er will quasi seine interne Machtbasis stärken. Außerdem mag der neuerliche Test auch technische Gründe gehabt haben. Die ersten beiden Tests waren ja nach unseren Informationen nicht sehr erfolgreich.

Sicherheitsexperte Oliver Thränert sieht im neuerlichen Atomtest Nordkoreas keine Gefahr für die internationale Ordnung – Ich denke, dass der neue Führer Kim Jong-un Stärke gegenüber den eigenen Militärs demonstrieren will, die er zum Großteil von den Hebeln der Macht entfernt hat. Er will quasi seine interne Machtbasis stärken. Außerdem mag der neuerliche Test auch technische Gründe gehabt haben. Die ersten beiden Tests waren ja nach unseren Informationen nicht sehr erfolgreich.

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Experte: „Kim Jong-un will Machtbasis stärken“

INTERVIEW | MANUELA HONSIG-ERLENBURG,13. Februar 2013, 13:50
  • Oliver Thränert: "Die einzige Möglichkeit, noch Druck auf Pjöngjang auszuüben, hat China."
    foto: thomas langholz /eth zürich

    Oliver Thränert: „Die einzige Möglichkeit, noch Druck auf Pjöngjang auszuüben, hat China.“

  • Proteste gegen die Tests in Südkorea.
    foto: reuters/kim hong-ji

    Proteste gegen die Tests in Südkorea.

Sicherheitsexperte Oliver Thränert sieht im neuerlichen Atomtest Nordkoreas keine Gefahr für die internationale Ordnung

Oliver Thränert, Leiter des Thinktanks des Center for Security Studies der ETH Zürich, geht im Kurzinterview mit derStandard.at davon aus, dass der Atomtest Nordkoreas hauptsächlich innenpolitische Gründe hat.

derStandard.at: Nordkorea hat Dienstagfrüh bestätigt, einen weiteren Atomtest unternommen zu haben. Atomtests in den Jahren 2006 und 2009 hatten jeweils UNO-Sanktionen zur Folge. Welche Strafmaßnahmen drohen Nordkorea jetzt?

Thränert: Der UN-Sicherheitsrat wird sich mit dem dritten Test Nordkoreas befassen müssen. Allerdings steht Nordkorea bereits unter derart drastischen Sanktionen, dass weitere Verschärfungen schwer vorstellbar sind. Die einzige Möglichkeit, noch Druck auf Pjöngjang auszuüben, hat China. Denn Nordkorea ist in sehr hohem Maß von chinesischen Energielieferungen abhängig. Ich glaube aber nicht, dass der Atomtest für die internationale Ordnung gravierende Folgen haben wird.

derStandard.at: Nordkoreas engster Verbündeter China hat den Atomtest „entschieden“ abgelehnt. Ein erster Hinweis darauf, dass China zu Sanktionen gegen Nordkorea bereit ist?

Thränert: Das könnte ein Hinweis sein, muss es aber nicht. China muss nach außen hin Empörung zeigen, da Nordkorea mit diesem dritten Test gegen UN-Resolutionen verstoßen hat. Es kann sein, dass China seine Wirtschaftsbeziehungen mit Nordkorea überdenkt, besonders was die Energielieferungen betrifft. Ich denke, es ist nicht in Chinas Interesse, dass Nordkorea in einem noch höheren Maße zu einem Unsicherheitsfaktor in der Region wird und damit dazu einlädt, dass die USA und andere westliche Länder ihre militärische Präsenz in der Region verstärken.

derStandard.at: Warum begeht Nordkorea bewusst diese Provokation und setzt sich über geltende UNO-Resolutionen hinweg?

Thränert: Nordkorea hat sich noch nie darum gekümmert, ob sein Verhalten als Provokation aufgefasst wird. Ich denke, dass der neue Führer Kim Jong-un Stärke gegenüber den eigenen Militärs demonstrieren will, die er zum Großteil von den Hebeln der Macht entfernt hat. Er will quasi seine interne Machtbasis stärken. Außerdem mag der neuerliche Test auch technische Gründe gehabt haben. Die ersten beiden Tests waren ja nach unseren Informationen nicht sehr erfolgreich. Was wir noch nicht wissen, ist, ob Nordkorea eine Plutoniumbombe oder tatsächlich eine Uranbombe getestet hat. Und man weiß auch nicht, inwiefern es stimmt, was Nordkorea jetzt selbst behauptet, nämlich dass getestet wurde, um die Miniaturisierung von Atomsprengköpfen voranzutreiben. Das wäre wichtig, um Atomsprengköpfe tatsächlich auf Raketen setzen zu können. (Manuela Honsig-Erlenburg, derStandard.at, 12.2.2013)

Oliver Thränert ist Leiter des Thinktanks des Center for Security Studies der ETH Zürich. Thränerts Forschungsschwerpunkte sind internationale Rüstungskontrolle und Abrüstung, die Nichtverbreitung von ABC-Waffen, nukleare Abschreckung und Raketenabwehr.

http://derstandard.at/1360161493176/Nordkorea-Atombombentest-Sanktionen-UN-Sicherheitsrat


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