Startseite » Marsch für faire Nord-Süd-Beziehungen » Wir stecken mittendrin, im Klimawandel. Polkappen und Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen oder Stürme zerstören Hab und Gut der Menschen, steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, langanhaltende Dürren oder sintflutartige Regenfälle verringern und vernichten die Ernten. Die Folgen des Klimawandels treffen die in Armut lebenden Men­schen in den Entwicklungsländern am stärksten, obwohl sie kaum zu der Krise beigetragen haben. Das wirksamste Mittel dagegen ist das rasche Absenken der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Vor allem die reichen Industrieländer stehen in der Verantwortung, denn sie sind nicht nur maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich, sie verfügen auch über ausreichend Wohlstand und Wirtschaftskraft, um die eigenen Emissionen abzusenken und zudem die armen Länder gegen die Folgen des Klimawandels und bei der klimafreundlichen Entwicklung zu unterstützen.

Wir stecken mittendrin, im Klimawandel. Polkappen und Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen oder Stürme zerstören Hab und Gut der Menschen, steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, langanhaltende Dürren oder sintflutartige Regenfälle verringern und vernichten die Ernten. Die Folgen des Klimawandels treffen die in Armut lebenden Men­schen in den Entwicklungsländern am stärksten, obwohl sie kaum zu der Krise beigetragen haben. Das wirksamste Mittel dagegen ist das rasche Absenken der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Vor allem die reichen Industrieländer stehen in der Verantwortung, denn sie sind nicht nur maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich, sie verfügen auch über ausreichend Wohlstand und Wirtschaftskraft, um die eigenen Emissionen abzusenken und zudem die armen Länder gegen die Folgen des Klimawandels und bei der klimafreundlichen Entwicklung zu unterstützen.

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Klimawandel und Klimapolitik

Wir stecken mittendrin, im Klimawandel. Polkappen und Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen oder Stürme zerstören Hab und Gut der Menschen, steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, langanhaltende Dürren oder sintflutartige Regenfälle verringern und vernichten die Ernten. Die Folgen des Klimawandels treffen die in Armut lebenden Men­schen in den Entwicklungsländern am stärksten, obwohl sie kaum zu der Krise beigetragen haben. Mehr zu den Folgen des Klimawandels.

Das wirksamste Mittel dagegen ist das rasche Absenken der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Vor allem die reichen Industrieländer stehen in der Verantwortung, denn sie sind nicht nur maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich, sie verfügen auch über ausreichend Wohlstand und Wirtschaftskraft, um die eigenen Emissionen abzusenken und zudem die armen Länder gegen die Folgen des Klimawandels und bei der klimafreundlichen Entwicklung zu unterstützen. Mehr zu Energie- und Klimapolitik.

Folgen des Klimawandels

Unsere interaktive Karte erzählt mit anschaulichen Berichten, Photos und Videos von den konkreten Folgen des Klimawandels, die zunehmend die Lebengsrundlagen der Menschen beeinträchtigen. Foto: NASA, Grafik: Oxfam

Folgen des Klimawandels

Wir stecken mittendrin, im Klimawandel. Polkappen und Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen oder Stürme zerstören Hab und Gut der Menschen, steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, langanhaltende Dürren oder sintflutartige Regenfälle verringern und vernichten die Ernten. Die Folgen des Klimawandels treffen die in Armut lebenden Men­schen in den Entwicklungsländern am stärksten, obwohl sie kaum zu der Krise beigetragen haben.

Oxfam informiert über die Folgen des Klimawandels in den armen Ländern. Diese Folgen sollten ein zentrales Argument für den Klimaschutz auch in Deutschland werden, zumal sich die Erkenntnis, dass Klimaschutz für Deutschlands Entwicklung unterm Strich erhebliche Vorteile mit sich bringt, nur langsam durchsetzt und allzu oft an der Kurzsichtigkeit der Politik hängenbleibt. Die schlimmsten Szenarien des Klimawandels werden dann nicht zu verhindern sein und die hehren Ziele der Weltgemeinschaft, bis 2015 die Zahl der Hungernden und der in Armut lebenden Menschen zu halbieren, unerreichbar werden.

Oxfam setzt sich aber auch für die Unterstützung der Menschen in den armen Ländern beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels ein. Zusammen mit unseren Partnern vor Ort helfen wir bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen etwa in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Wir beobachten zudem genau, wie etwa Deutschland seine internationalen Zusagen bei der Klimafinanzierung erfüllt, also der finanziellen Unterstützung für die armen Länder bei der Bewältigung des Klimawandels.

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27 | September | 2012

Neue Studie: Gewaltige Klimaschäden bremsen schon heute die weltweite Entwicklung

Climate Vulnerability Monitor

Der Klimawandel fordert schon heute jährlich 400.000 Menschenleben und verursacht wirtschaftliche Schäden in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar – jedes Jahr. Das zeigt der heute in New York vorgestellte Climate Vulnerability Monitor 2012. Er beziffert erstmals umfassend die Schäden des Klimawandels und zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft.

Die neue Studie entstand im Auftrag von 20 Regierungen unter der Federführung von DARA und dem Climate Vulnerable Forum. Sie analysiert für 184 Länder anhand von 34 verschiedenen Indikatoren den neuesten wissenschaftlichen Sachstand zu den Folgen des Klimawandels, darunter zum Anstieg des Meeresspiegels, zur Artenvielfalt, oder den Folgen von Dürren, Überschwemmungen und Unwetterkatastrophen.

Die Analyse kommt unter anderem zu diesen Ergebnissen:

  • Der Klimawandel fordert jährlich bereits heute 400.000 Menschenleben, weil zunehmend Dürren und Überschwemmungen die Ernten beeinträchtigen und Hunger und Unterernährung verschärfen. Weil sich außerdem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser immer schwieriger gestaltet, erkranken zudem mehr und mehr Menschen an ansteckenden Krankheiten, die sich auch in Zukunft wegen des Klimawandels weiter ausbreiten werden.
  • Das Versäumnis der Regierungen, dem Klimawandel entschieden zu begegnen, kostet die Welt bereits heute 1,6 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, etwa 1,2 Billionen US-Dollar. Rechnet man außerdem die Schäden der fossilen Energieträger ein (z.B. Luftverschmutzung), dürften sich diese Kosten bis 2030 verdoppeln.
  • Die Schäden in der Landwirtschaft und der weltweiten Nahrungsmittelproduktion dürften bis 2030 auf etwa 500 Milliarden US-Dollar pro Jahr anwachsen – konzentriert vor allen in den armen Ländern.
  • Am stärksten betroffen sind die Länder mit geringem Pro-Kopf-Einkommen, wo bis 2030 die jährlichen Schäden auf durchschnittlich elf Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen dürften. Das bedeutet, dass in 20 Jahren für je neun Dollar Wirtschaftsleistung ein weiterer Dollar für die Begleichung von Klimaschäden draufgeht.
  • Auch die großen Wirtschaftsnationen büßen bei der wirtschaftlichen Entwicklung ein: In den USA ist bis 2030 mit zwei Prozent weniger Wachstum zu rechnen, in Indien sogar mit fünf Prozent weniger.
  • Die Kosten einer Transformation der Weltwirtschaft auf einen klimafreundlichen Entwicklungspfad sind weitaus geringer als die Begleichung der Folgeschäden: Knapp 0,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung wären dafür nötig, darunter jährlich 150 Milliarden US-Dollar an Hilfsleistungen für die Bewältigung des Klimawandels in den armen Ländern.
Mehr lesen

Studienergebnisse und Bericht: „Climate Vulnerability Monitor: A Guide to the Cold Calculus of a Hot Planet“

16 | November | 2011

Klimazeuginnen berichten über Folgen des Klimawandels

Die drei Klimazeuginnen aus Südafrika, Nigeria und Papua-Neuguinea demonstrieren in Jänschwalde. © Gordon Welters/Oxfam

Drei Klimazeuginnen aus Südafrika, Nigeria und Papua-Neuguinea berichten über die Folgen des Klimawandels in ihren Ländern.

Im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Durban/Südafrika waren drei Klimazeuginnen von Oxfam zu einem Besuch nach Polen und Deutschland eingeladen, um über die Folgen des Klimawandels in ihren Ländern zu berichten. In Armut lebende Menschen sind den Folgen des Klimawandels besonders stark ausgesetzt, obwohl sie selbst kaum dazu beitragen.

Hauwa Umar-Mustapha (Nigeria) berichtete von schwer vorhersehbaren Wetterbedingungen in Nigeria. Einerseits sind in den letzten Jahren viele Flüsse ausgetrocknet und Wasserquellen versiegt, andererseits kommt es häufiger zu Überschwemmungen und Bodenerosion. Dadurch sind die Ernteerträge in diesen Gebieten drastisch gesunken.

 

Zukiswa Nomwa (Südafrika) machte darauf aufmerksam, dass der Klimawandel nicht nur auf dem Land drastische Auswirkungen haben kann, sondern auch in Städten. Sie berichtete über die Wasserknappheit in den Randgebieten von Kapstadt. Besonders Frauen seien betroffen, da sie für die Ernährung ihrer Familien verantwortlich sind.

Serafhina Aupong (Papua-Neuguinea) erzählte von den Folgen des steigenden Meeresspiegels. In Papua-Neuguinea kommt es immer häufiger zu Überschwemmungen, wodurch ganze Ernten vernichtet werden und Dörfer umgesiedelt werden müssen.

Mehr über die Klimazeuginnen

Klimazeuginnen berichten dem Umweltausschuss

Um auf die negativen Folgen des Klimawandels in armen Ländern aufmerksam zu machen, sprachen die drei Klimazeuginnen vor dem Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Sie forderten die deutsche Politik auf, sich noch stärker für den Klimaschutz einzusetzen – auch bei der Weltklimakonferenz in Durban.

Video: Klimazeuginnen beim Umweltausschuss

Gespräche mit engagierten Schülern und Jugendlichen

Die drei engagierten Frauen besuchten mehrere Schulen, um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, welche drastischen Auswirkungen der Klimawandel für die Menschen in ihren Ländern bedeutet. Sie stießen dabei auf großes Interesse bei den Kindern und Jugendlichen, wie auch die anschließende Diskussion über das mögliche Engagement für den Klimaschutz zeigte.

Video: Gespräche mit Schülerinnen und Schülern

Die Klimazeuginnen diskutierten über die Gefahren des Klimawandels

In Stade sprachen sie mit Vertretern von Bürgerinitiativen gegen den Neubau von Kohlekraftwerken, um sich über die lokalen und globalen Auswirkungen der deutschen Energiepolitik auszutauschen.

In Jänschwalde trafen die Klimazeuginnen auf Betroffene der umwelt- und klimaschädlichen Braunkohlenutzung, deren Dörfer durch den Braunkohletagebau verschwinden. Gemeinsam demonstrierten sie vor dem Kohlekraftwerk Jänschwalde gegen diese klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Das von Vattenfall betriebene Kraftwerk Jänschwalde ist die drittgrößte CO2-Schleuder Europas, für deren Weiterbetrieb fünf neuen Tagebaue geplant sind, wodurch mehr als 3.000 Menschen ihre Dörfer verlassen müssten.

Video: Klimazeuginnen bei Protestaktion gegen Kohlekraft

http://www.oxfam.de/informieren/klimafolgen#nachricht-3337

Etwa ein Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen entsteht durch das Verbrennen von Kohle zur Stromerzeugung – 2008 waren das etwa 310 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Energie- und Klimapolitik

Das wirksamste Mittel gegen den Klimawandel ist das rasche Absenken der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Vor allem die reichen Industrieländer stehen in der Verantwortung, denn sie sind nicht nur maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich, sie verfügen auch über ausreichend Wohlstand und Wirtschaftskraft, um die eigenen Emissionen abzusenken und zudem die armen Länder gegen die Folgen des Klimawandels und bei der klimafreundlichen Entwicklung zu unterstützen.

Oxfam setzt sich für ein gerechtes und ambitioniertes globales Abkommen ein und verfolgt dazu die internationalen UN-Klimaverhandlungen. Entscheidend dabei sind drei Prinzipien: Erstens müssen die globalen Emissionen so weit sinken, dass die globale Erwärmung auf unter 1,5° C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt bleibt. Zweitens muss jedes Land seinen fairen Anteil zum weltweiten Klimaschutz beitragen. Drittens brauchen die Entwicklungsländer finanzielle und technologische Unterstützung für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels, der die mühsam erreichten Fortschritte bei der Bekämpfung weltweiter Armut wieder zunichtezumachen droht.

Oxfam verfolgt aber auch die Klimapolitik der Bundesregierung, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 die deutschen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent abzusenken. Hier ist noch viel zu tun: Der Ausbau der regenerativen Energien oder die Wärmedämmung im Gebäudebestand gehen zu langsam voran, der Emissionshandel schützt bisher eher die Industrie vor Veränderung als das Klima, weiterhin sind in Deutschland knapp 20 neue Kohlekraftwerke in Planung oder im Bau. Dabei ist ambitionierter Klimaschutz technologisch möglich, ökonomisch sinnvoll und angesichts der Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen in den armen Ländern dringend geboten.

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10 | Dezember | 2012

Nach UN-Klimakonferenz: Welt weiter auf 4-Grad-Kurs, arme Länder bleiben mit den Folgen weitgehend allein

Foto: Ein leerer Korb inmitten von vertrocknetem Mais vor der glitzernden Skylin
Ein leerer Korb inmitten von vertrocknetem Mais vor der glitzernden Skyline von Doha: Qumrunnessa Nazly aus Bangladesch veranschaulicht die gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels auf Nahrungsmittelversorgung und -preise. © Richard Casson/Oxfam

Trotz der wichtigen Verabschiedung einer zweiten Runde des Kyoto-Protokolls und eines Verhandlungsfahrplans für ein neues Klima-Abkommen ab 2020 ist die UN-Klimakonferenz in Doha eine herbe Enttäuschung. Die Ergebnisse der Konferenz führen weder zu mehr Klimaschutz noch zur versprochenen Erhöhung der finanziellen Hilfen für die armen Länder bei der Bewältigung des Klimawandels.

Die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz:

Kyoto-Protokoll

In der in Doha beschlossenen zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verpflichten sich die EU und knapp zehn weitere Industrieländer zur Reduktion von Treibhausgasen bis 2020. Jedes Land hat dafür individuelle Emissionsobergrenzen für den Zeitraum 2013-2020 in den Annex B des Kyoto-Protokolls eingetragen.

Ein wichtiger Konstruktionsfehler des Kyoto-Protokolls wurde allerdings nicht behoben: Auf Druck von Polen, Russland und der Ukraine dürfen Milliarden überschüssiger Emissionsgutschriften aus der ersten Periode des Kyoto-Protokolls in die zweite transferiert werden – dort können Länder diese Gutschriften kaufen, anstatt selbst  aktiv Klimaschutz zu betreiben. Zusätzlich sind für einige Länder die Emissionsobergrenzen in der zweiten Periode weit über den zu erwartenden Emissionen bis 2020 angelegt, sodass sich im Laufe der kommenden Jahre weitere „heiße Luft“ ansammeln wird, die insgesamt ein Volumen von 13 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalenten erreichen könnte – das ist der dreifache Jahresausstoß Europas. Die EU und weitere der Kyoto-Staaten haben daher in Doha erklärt, dass sie zumindest die Gutschriften aus der ersten Periode nicht kaufen werden. Das eigentliche Problem ist daher, was nach 2020 passiert. Bliebe die „heiße Luft“ im neuen Abkommen nach 2020 erhalten, wie es Polen, Russland und die Ukraine wollen, würde dies seine Wirksamkeit erheblich beeinträchtigen.

Klimaschutz bis 2020

Neben den Kyoto-Protokoll-Staaten haben auch die Industriestaaten ohne künftige Kyoto-Verpflichtung (USA, Kanada, Neuseeland, Russland und Japan) sowie viele der Entwicklungs- und Schwellenländer Klimaschutzziele bzw. -maßnahmen zugesagt. Vor allem wegen der schwachen Reduktionsziele der Industrieländer reichen die geplanten Anstrengungen bei Weitem nicht aus. Schlupflöcher bei den Emissionsrechenregeln schwächen die Ziele weiter ab. Doha hat hier also fast nichts erreicht – das Abschlussdokument der Konferenz fordert zwar alle Industrieländer auf, ihre Klimaschutzziele zu verbessern; außerdem sieht eine Revisionsklausel vor, dass die Kyoto-Protokoll-Staaten bis spätestens 2014 ihre Klimaschutzziele zumindest einmal überprüfen sollen. Ob die Ziele dadurch verschärft werden, ist aber ungewiss – für die kleinen Inselstaaten ein Muss; für die USA mit ihrem bescheidenen Reduktionsziel von nur 3 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 weiterhin eine „red line“. Tatsächlich steuert die Welt auch nach Doha auf eine Erwärmung von vier Grad zu.

Jetzt sollen weitere Optionen (z.B. Emissionen aus dem internationalen Schiffsverkehr, der keinem Land direkt zugeordnet werden kann und daher auch durch kein Reduktionsziel abgedeckt wird) diskutiert werden, wobei in Doha nur ein vager Fahrplan für die weiteren Gespräche beschlossen wurde. Nur zwei Länder haben in Doha neue Klimaschutzmaßnahmen angekündigt: Monaco und die Dominikanische Republik, die ihre Emissionen bis 2030 um 25 Prozent unter das Niveau von 2010 drücken will – für ein Entwicklungsland ein ehrgeiziges Ziel.

Klimafinanzierung

Besonders enttäuschend ist das Doha-Ergebnis hinsichtlich der finanziellen Hilfen der Industrieländer für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in den armen Ländern. 2009 hatten die Industrieländer versprochen, für die Jahre 2010-2012 insgesamt 30 Mrd. US-Dollar als Fast-Start-Finanzierung zur Verfügung zu stellen, und diese Hilfen bis 2020 auf 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr zu steigern.

Mit dem Ende der Fast-Start-Zusage hatten in Doha nur einige Länder die Höhe ihrer künftigen Klimafinanzierung angekündigt, darunter Deutschland (1,8 Mrd. Euro für 2013) oder Großbritannien (2,2 Mrd. Euro für 2013 und 2014).Wegen des Widerstands der Industrieländer, aber vor allem wegen der Totalblockade der USA enthält das Doha-Ergebnis keine Vereinbarungen über das Anwachsen der Mittel insgesamt. Die armen Länder verlassen Doha also ohne die Zusicherung, dass die finanzielle Unterstützung nach 2012 nicht absinkt, sondern wie versprochen weiter anwächst. Nicht nur wissen die Länder nun nicht, mit welcher Unterstützung sie rechnen können, um sich gegen den Klimawandel zu wehren. Die Entwicklungsländer sehen darin auch einen Vertrauensbruch, der die Verhandlungen für ein künftiges Abkommen erheblich beeinträchtigen könnte.

Neuer Klima-Vertrag ab 2020

Bis 2015 soll ein neues Klima-Abkommen verhandelt werden, dass ab 2020 gilt und alle Länder zu Klimaschutz verpflichten soll. Das wurde so bereits Ende 2011 auf der UN-Klimakonferenz in Durban beschlossen. Für die eigentlichen Verhandlungen ist es noch zu früh. In Doha fanden eher Sondierungsgespräche statt, diskutiert wurde allerdings der Fahrplan für die kommenden Verhandlungen, nach dem jetzt Ende 2014 der Vertragsentwurf vorliegen soll. Die Diskussionen in Doha haben schon vorgezeichnet, dass es in den kommenden drei Jahren vor allem darum gehen wird, wie aus dem allgemeingültigen Gerechtigkeitsprinzip der Klimarahmenkonvention (dem Prinzip der „gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten“) abzuleiten ist, wer nach 2020 über welche Verpflichtung wie viel Klimaschutz beizusteuern haben wird, sowie um die angemessene Unterstützung der Entwicklungs- und Schwellenländer.

Dass es jetzt einen groben Fahrplan für die Verhandlungen gibt, ist ein wichtiger Schritt. Allerdings dürften die kommenden Konferenzen erheblich von der Unzulänglichkeit der Klimaschutz-Ziele der Industrieländer sowie der Ungewissheit bei der Klimafinanzierung überschattet werden – ein Start unter keinem guten Stern.

Loss and Damage

Seit Jahren fordern die kleinen Inselstaaten und die Least Developed Countries einen globalen Mechanismus, der dort greifen soll, wo Anpassungsbemühungen nicht mehr ausreichen, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Das ist etwa dann der Fall, wenn der steigende Meeresspiegel wegen wiederkehrender Überschwemmungen und der Versalzung von Böden und Grundwasser ganze Landstriche (oder gleich ganze Inselstaaten) dauerhaft unbewohnbar macht oder wenn das Land so austrocknet, dass es keine Lebensgrundlagen für die Menschen mehr bietet. Vor zwei Jahren wurde das Thema in einem Arbeitsprogramm geparkt, stand aber in Doha wieder auf der Agenda. Die USA und auch Europa wehren sich gegen einen solchen Mechanismus, der letztlich auch Kompensation und Rehabilitation für entstandene Schäden oder den Verlust von Lebensgrundlagen, Heimat und Kultur vorsehen könnte. Das Doha-Ergebnis sieht nun vor, dass ein weiteres Jahr auf Expertenebene gearbeitet und erst dann über einen solchen Mechanismus nachgedacht werden soll – auf den ersten Blick nicht mehr als ein Verschieben; bei genauerem Hinsehen aber ein winziger Schritt vorwärts, denn dass am Ende ein solcher Mechanismus stehen könnte, ist explizit festgehalten.

29 | Juni | 2012

Abschalten allein genügt nicht: Bericht der Klima-Allianz zum ersten Jahr der Energiewende

Wer aussteigt, muss auch richtig einsteigen. Ein Jahr nach den Bundestagsbeschlüssen zur Energiewende vom Juni 2011 legt die Klima-Allianz, der auch Oxfam angehört, ihre Analyse zum Stand der Energiewende vor.

 

Darin kritisiert das Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsverbänden, Gewerkschaften und Kirchen, dass ein schlüssiges Konzept der Bundesregierung weiterhin fehlt, um die gesteckten Ziele verlässlich zu erreichen. Insbesondere sei ein nationales Klimaschutzgesetz längst überfällig, das die Programme zum Ausbau erneuerbarer Energien, zur Entwicklung von Speichertechnologien, zur Steigerung von Energieeffizienz und zum Netzausbau umfassend integriert und so mehr Planungssicherheit für die kommenden Jahre schafft.

Dem Bericht nach ist die Bundesregierung auffallend konzeptlos, was die klimafreundliche Wende im Verkehrsbereich angeht. Die Klima-Allianz fordert eine klimafreundliche Mobilitätsstrategie, darunter strikte CO2-Grenzen für Autos, eine Reform der klimaschädlichen Dienstwagenbesteuerung, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Beendigung der Subventionen für den Flugverkehr.

Für das zweite Jahr der Energiewende fordert die Klima-Allianz außerdem den engagierten Einsatz der Bundesregierung für die Anhebung des europäischen Klimaschutzziels auf 30 Prozent Reduktionen bis 2020 – ohne diesen Schritt sei die deutsche Energiewende von vorneherein vom Scheitern bedroht.

Den Bericht der Klima-Allianz gibt es hier.


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