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Die Lage in Fukushima ist nicht unter Kontrolle! Doch Asien setzt trotzdem verstärkt auf Atomkraft: Weltweit sind 68 Reaktoren in Bau – 43 davon in Asien. Noriaki Yamashita vom japanischen Institut für Erneuerbare Energien sagt, das Wichtigste sei, den Kampf gegen Atomkraft nie aufzugeben. «Erneuerbare Energien sind nicht perfekt, aber in jedem Fall besser als andere Energiequellen.»

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Asien setzt trotz Fukushima verstärkt auf Atomkraft

Während die Schweiz nach der AKW-Katastrophe in Japan heftig über die Energiewende debattiert, löst das Unglück in anderen Ländern kein Umdenken aus. Weltweit sind 68 Reaktoren in Bau – 43 davon in Asien.

Eine verheerende Katastrophe: Satellitenaufnahmen zeigen das zerstörte und rauchende Kernkraftwerk Fukushima.

Eine verheerende Katastrophe: Satellitenaufnahmen zeigen das zerstörte und rauchende Kernkraftwerk Fukushima.
Bild: Reuters

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Katastrophe in Fukushima: Die ChronologieKatastrophe in Fukushima: Die Chronologie
Ein Jahr nach Erdbeben und Tsunami ist die Lage im AKW Fukushima alles andere als unter Kontrolle.

Kein öffentlicher Aufschrei, keine Energiewende: Das Reaktor-Unglück in Fukushima im März 2011 hat in Asien ausserhalb Japans wenig aufgeregte Reaktionen ausgelöst. Die meisten Länder setzen weiter auf Atomkraft.

Während die Schweiz und Deutschland nach der Katastrophe in Japan den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, wird in Asien kräftig in dieselbe investiert. Weltweit sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA 68 Atomreaktoren im Bau, 43 davon in Asien: 29 in China, 7 in Indien, 4 in Südkorea und 3 in Japan.

630 Gigawatt im Jahr 2035

Dutzende weitere sind geplant, ebenfalls vor allem in Asien. Vietnam etwa will bis 2030 acht Reaktoren bauen. Der erste soll 2020 ans Netz gehen. Indonesien plant vier Reaktoren bis 2025, Malaysia mindestens zwei in den nächsten 20 Jahren.

Weltweit werde die Atomkraftkapazität von 393 Gigawatt im Jahr 2009 auf 630 Gigawatt 2035 steigen, prognostiziert der Industrieverband World Nuclear Association (WNA). Für den Zuwachs sorgt hauptsächlich Asien. Die Stimmung bei der Nuclear Power Asia-Konferenz Anfang des Jahres in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur war entsprechend positiv.

Steigender Energiebedarf

«Viele asiatische Länder wollen Atomenergie, weil ihr Energiebedarf mit der Industrialisierung rasant steigt», sagt Akira Maru, der im japanischen Konzern Hitachi die Sparte Reaktorbau verantwortet. Und eigene Ressourcen zur Energieerzeugung, Gas- und Ölvorkommen gingen zur Neige.

Malaysia beispielsweise fördert zwar Öl und Gas, doch will das Land den Energiemix ausweiten, wie der Chef der malaysischen Atomkraftfirma Malaysia Nuclear Power, Mohamad ZamZam Jaafar, sagt. Der Reaktorunfall in Fukushima, wo wegen Verstrahlung 160’000 Menschen ihre Heimat verlassen mussten, habe die Pläne verzögert – aber nur kurz.

«Fukushima passierte kurze Zeit, nachdem wir gegründet worden waren», sagt Jaafar. Die Machbarkeitsstudie für die malaysischen Reaktoren habe dadurch sechs Monate länger gedauert als geplant.

Greenpeace: Jede Menge Alternativen

Arif Fiyanto, Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace in Südostasien, sagt, das Fukushima-Desaster habe «das Interesse der asiatischen Regierungen an einer Fortsetzung ihrer Atomprogramme nicht gemindert». Dabei hätten die Länder jede Menge Alternativen, um ihren Bedarf aus nachhaltigen Energiequellen zu decken, sagt er: Geothermie, Wasserkraft, Solar- und Windparks.

Korruption sei in Asien ein zusätzlicher Gefahrenfaktor: Wenn Sicherheitsauflagen mit Schmiergeldzahlungen umgangen würden, drohe ein noch grösserer Unfall als in Fukushima, warnt Fiyanto.

Die Sprecherin des französischen Instituts für Reaktorsicherheit IRSN, Ilma Choffel de Witte, sieht diese Gefahr nicht, wie sie an der Konferenz in Kuala Lumpur sagte. «Verglichen mit der chemischen Industrie ist die Atomindustrie sehr viel stärker reguliert», sagte sie. Nicht nur die eigenen Regierungen, sondern auch internationale Organisationen wie die IAEA überwachten die Sicherheit.

Noriaki Yamashita vom japanischen Institut für Erneuerbare Energien sagt, das Wichtigste sei, den Kampf gegen Atomkraft nie aufzugeben. «Erneuerbare Energien sind nicht perfekt, aber in jedem Fall besser als andere Energiequellen.»

http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Asien-setzt-trotz-Fukushima-verstaerkt-auf-Atomkraft/story/31013284


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