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Werftarbeiter blockierten das westlich von Athen gelegenen Städtchen Elefsina mit Fahrzeugen. Sie haben seit einem Jahr keinen Lohn mehr erhalten und streiken seit zehn Tagen. Blockaden planen auch die Landwirte, vor allem in Nord- und Mittelgriechenland. Auf ihrem Forderungskatalog stehen die Senkung der Strom- und Treibstoffpreise sowie höhere Abnahmepreise für ihre Produkte

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Griechenland

Neue Streikwelle in Griechenland

International Dossier: Griechenland an der Wegscheide Gestern, 18:03
In Griechenland ist es erneut zu Streiks gekommen. Protestiert wurde vor allem gegen Sparmassnahmen. Weitere Streiks wurden angekündigt. Bauern drohen mit der Blockade von Strassen und Grenzübergängen.

Griechenland war am Donnerstag von einer Streikwelle betroffen. Arbeitsniederlegungen gab es vor allem im Gesundheitssektor, im Fährverkehr, bei der Kommunalverwaltung, der Eisenbahn sowie beim öffentlichen Nahverkehr und beim staatlichen Energieerzeuger. Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen das mit den Geldgebern vereinbarte Spar- und Konsolidierungsprogramm sowie gegen eine Notstandsverordnung der Regierung in der vergangenen Woche, durch die Streikende gezwungen wurden, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Protestkundgebungen

Für den Freitag sind weitere Arbeitsniederlegungen geplant, unter anderem der Seeleute. Sie wollen mit einem Warnstreik gegen Veränderungen im Arbeits- sowie im Versicherungsrecht protestieren. Zudem weisen sie auf die hohe Arbeitslosigkeit in ihrer Branche hin. Komplette Schiffsbesatzungen würden für geleistete Arbeit nicht mehr bezahlt. Der Schiffsverkehr spielt in Griechenland wegen der zahlreichen Inseln eine besonders wichtige Rolle.

In Athen fanden am Donnerstag zahlreiche Kundgebungen statt. Um eine möglichst grosse Beteiligung zu erreichen, hatte die Dachgewerkschaft Öffentlicher Dienst zu einer mehrstündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Werftarbeiter blockierten das westlich von Athen gelegenen Städtchen Elefsina mit Fahrzeugen. Sie haben seit einem Jahr keinen Lohn mehr erhalten und streiken seit zehn Tagen.

Gestärkte Koalition

Blockaden planen auch die Landwirte, vor allem in Nord- und Mittelgriechenland. Auf ihrem Forderungskatalog stehen die Senkung der Strom- und Treibstoffpreise sowie höhere Abnahmepreise für ihre Produkte. Allein ausserhalb der Stadt Larissa haben sie über tausend Traktoren abgestellt. Sie drohen damit, Autobahnen, Grenzübergänge und Häfen zu blockieren. Angesichts der Protestfront ist mehr denn je politisches Fingerspitzengefühl gefragt. Seit Tagen verhandeln Regierungsmitglieder mit den Vertretern der Bauern.

In den ersten Monaten galt die seit Juni amtierende Dreiparteienregierung aus Konservativen, Sozialisten und Linken unter Ministerpräsident Antonis Samaras als instabil, die Opposition legte in Umfragen zu. Nach den jüngsten Erhebungen hat sich dieser Trend zugunsten der Regierung gewendet. Beobachter bringen das zum Teil mit der Auszahlung einer Kredittranche von mehr als 52 Milliarden Euro an Griechenland in Verbindung, was als Erfolg von Samaras gewertet wird. Selbst der Koalitionspartner Pasok scheint sich wieder etwas gefangen zu haben, nachdem Anschuldigungen, auch der Parteivorsitzende Evangelos Venizelos habe Datenlisten manipuliert, hatten abgewehrt werden können.

Auf der Suche nach Geld

Um stabil zu bleiben, braucht die Regierung noch weitere Erfolge. Ein solcher wäre beispielsweise die Privatisierung öffentlichen Eigentums in grösserem Stil. Auf der Suche nach potenziellen Investoren war Samaras in dieser Woche ins Emirat Katar geflogen. Im Februar stehen Reisen nach Russland und China auf dem Programm. Anschliessend will Samaras in die USA reisen.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/griechenland-streiken-gegen-sparmassnahmen-1.17972963


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