Startseite » Marsch für die soziale Ausrichtung der Wirtschaft » Europa habe zwar die Finanzkrise ersteinmal in den Griff bekommen, sie dabei aber gegen eine Wirtschaftskrise eingetauscht. Der Preis der Vermeidung des Finanzkollapses ist Rezession und Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit in peripheren Staaten Europas ist nicht nur extrem hoch, sondern steigt weiter. Das Wirtschaftswachstum der meisten Länder in Europa ist gering oder negativ. Jetzt suchen die Länder weltweit die Lösung ihrer Probleme zu Lasten der anderen Länder. Sie suchen ihre eigenen Währungen zu schwächen, damit ihre Produkte billiger werden im Vergleich mit denen der Konkurrenz. Während einige Marktbeobachter der Ansicht sind, dass ein regelrechter Währungskrieg noch nicht ausgebrochen sei, sondern noch bevorstehe, sind andere überzeugt, dass die Welt längst in einer solchen Auseinandersetzung stecke.

Europa habe zwar die Finanzkrise ersteinmal in den Griff bekommen, sie dabei aber gegen eine Wirtschaftskrise eingetauscht. Der Preis der Vermeidung des Finanzkollapses ist Rezession und Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit in peripheren Staaten Europas ist nicht nur extrem hoch, sondern steigt weiter. Das Wirtschaftswachstum der meisten Länder in Europa ist gering oder negativ. Jetzt suchen die Länder weltweit die Lösung ihrer Probleme zu Lasten der anderen Länder. Sie suchen ihre eigenen Währungen zu schwächen, damit ihre Produkte billiger werden im Vergleich mit denen der Konkurrenz. Während einige Marktbeobachter der Ansicht sind, dass ein regelrechter Währungskrieg noch nicht ausgebrochen sei, sondern noch bevorstehe, sind andere überzeugt, dass die Welt längst in einer solchen Auseinandersetzung stecke.

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Debatte um «Währungskriege»

Von der Finanzkrise in die Wirtschaftskrise

Öffnet die Geldschleusen weiter: Die Bank of Japan in Tokio.
Öffnet die Geldschleusen weiter: Die Bank of Japan in Tokio. (Bild: Reuters)
Die Finanzkrise im Euro-Raum hat sich zwar beruhigt, doch die Wirtschaftslage ist bedenklich. Forderungen nach kompetitiver Abwertung sind aufgekommen.
Andreas Uhlig

Auf den ersten Blick sind die Meldungen widersprüchlich: Im Währungsraum des Euro sind die Zinsen, die hochverschuldete Länder für neue Kredite und Anleihen zahlen, kontinuierlich gefallen. Im Vergleich zum Sommer des vorigen Jahres hat sich der Kapitalmarkt spürbar beruhigt. Doch fundamentale Daten zeigen ein anderes Bild. Die Arbeitslosigkeit in peripheren Staaten ist nicht nur extrem hoch, sondern steigt weiter. Das Wirtschaftswachstum der meisten Länder in Europa ist gering oder negativ. Den Widerspruch auf den Punkt gebracht hat Jeff Kleintop von LPL Financial, einer US-Brokerfirma und Organisation unabhängiger Finanzberater. Europa habe zwar die Finanzkrise in den Griff bekommen, sie dabei aber gegen eine Wirtschaftskrise eingetauscht. Der Preis der Vermeidung eines Finanzkollapses seien Rezession und Arbeitslosigkeit gewesen. Die Europäische Zentralbank könne und wolle immer nur eine Krise bekämpfen.

Wettlauf in die Schwäche

In dieser Situation verwundert es wenig, wenn Forderungen nach dem Einsatz einer wirtschaftspolitischen Keule aufkommen. In einem Zeitungsinterview hat Hans Redeker, Chefstratege für Devisen bei der Bank Morgan Stanley, seine feste Überzeugung geäussert, dass die Euro-Region dringend eine schwache Währung brauche, damit sie ihre wirtschaftlichen Probleme lösen könne. Die gegenwärtig zu verzeichnende Stärke des Euro werde im Laufe des Jahres einer Schwäche weichen, denn «Europa» werde sich intensiv bemühen, den Wert seiner Währung zu reduzieren. Die Politik gewänne dann Zeit, die strukturellen Probleme der Region anzupacken und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Die Euro-Region wäre mit diesem Vorgehen allerdings nicht allein, denn weltweit bemühten sich Regierungen und Notenbanken intensiv, ihre Währungen zu schwächen.

Das Schlagwort des Währungskrieges, der kompetitiven Abwertung, um Wettbewerbsvorteile zu gewinnen, ist seit einigen Wochen wieder in Mode. Aber nicht erst seitdem der neue japanische Regierungschef, Shinzo Abe, die Notenbank zu einem aggressiveren Kurs einspuren will, um so der Deflationsfalle zu entkommen, gibt es Klagen über längst ablaufende Währungsmanipulationen. Vor allem aufstrebende Länder kritisieren, dass ihre Währungen durch die monetären Krisenmassnahmen der Industrieländer einem heftigen Aufwertungsdruck ausgesetzt seien. Während einige Marktbeobachter der Ansicht sind, dass ein regelrechter Währungskrieg noch nicht ausgebrochen sei, sondern noch bevorstehe, sind andere, wie Nick Beecroft von Saxo Capital Markets, überzeugt, dass die Welt längst in einer solchen Auseinandersetzung stecke. Die Waffen seien vor allem die enorme Ausweitung der Notenbankbilanzen und die extrem tiefen Geld- und Kapitalmarktzinsen. Das, was verkürzt als Währungskrieg bezeichnet wird, findet einerseits zwischen den Zentren der industrialisierten Welt, also den USA, der Euro-Zone, Grossbritannien sowie Japan, und anderseits zwischen den beiden Blöcken der Industriestaaten und der aufstrebenden Länder statt. Tiefere Kurse mögen einzelnen Ländern zwar kurzfristig Vorteile bringen; sind aber mit unerwünschten Konsequenzen verbunden. Vor allem drohe eine Abwärtsspirale, betont Stephen Lewis von der Londoner Monument Securities, die zu einem Währungskollaps, Kapitalkontrollen und hoher Marktvolatilität führen könne. Die Gefahr dieser Abwärtsspirale ergibt sich aus der Tatsache, dass nicht jeder gegen jeden abwerten kann. Und falls eine momentane Linderung wirtschaftlicher Probleme eintritt, erhalten Regierungen den Freiraum, sich vor zwingenden Reformen zu drücken.

Alarmierende Verstösse

Deutlich gegen kompetitive Abwertungen und Politisierung der Wechselkurse hat sich Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, ausgesprochen. Bisher sei das globale Währungssystem ohne einen Wettlauf von Abwertungen durch die Krise gekommen. Er sehe aber in einigen Ländern alarmierende Verstösse gegen die Unabhängigkeit der Notenbanken, die von ihren Regierungen zu aggressiverer Geldpolitik aufgefordert würden. Weidmanns Versicherung, die Welt sei bisher ohne Wettlauf ausgekommen, mag Brian Reading von Lombard Street Research nicht folgen. Gerade die Wirtschaftspolitik Deutschlands sei seit Jahren eine bewusst durchgeführte kompetitive interne Abwertung gegenüber anderen Euro-Ländern.

http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/von-der-finanzkrise-in-die-wirtschaftskrise-1.17965452


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