Startseite » Marsch für die soziale Ausrichtung der Wirtschaft » Davos zeigte: In den Chefetagen der Grossbanken hat sich trotz Finanzkrise nicht viel geändert. Von Geständnis oder zumindest etwas Bescheidenheit kann keine Rede sein. Im Gegenteil. Was sich der Chef der Großbank JP Morgan, Dimon, ( Bei Dimon ist es die unbeschränkte Geldspritze der Notenbank, die den Grossteil seiner Branche inklusive JP Morgan über Wasser hält) heuer in den Schweizer Alpen leistete, grenzt schon an Grössenwahn. Anstelle von Bescheidenheit und Lernfähigkeit ist derselbe Protz wie vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 spürbar. Zentral ist dabei die Einstellung der Banker, dass sie einerseits das Recht auf hohe Renditen (und Boni) haben und anderseits im Fall einer Krise von der Gesellschaft gerettet werden sollten. Ob das direkt mit Steuergeldern oder wie derzeit mithilfe von Notenbanken geschieht, spielt keine Rolle. Problematisch aus Sicht der Anleger ist, dass diese Einstellung nichts mit nachhaltigem Wirtschaften zu tun hat.

Davos zeigte: In den Chefetagen der Grossbanken hat sich trotz Finanzkrise nicht viel geändert. Von Geständnis oder zumindest etwas Bescheidenheit kann keine Rede sein. Im Gegenteil. Was sich der Chef der Großbank JP Morgan, Dimon, ( Bei Dimon ist es die unbeschränkte Geldspritze der Notenbank, die den Grossteil seiner Branche inklusive JP Morgan über Wasser hält) heuer in den Schweizer Alpen leistete, grenzt schon an Grössenwahn. Anstelle von Bescheidenheit und Lernfähigkeit ist derselbe Protz wie vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 spürbar. Zentral ist dabei die Einstellung der Banker, dass sie einerseits das Recht auf hohe Renditen (und Boni) haben und anderseits im Fall einer Krise von der Gesellschaft gerettet werden sollten. Ob das direkt mit Steuergeldern oder wie derzeit mithilfe von Notenbanken geschieht, spielt keine Rolle. Problematisch aus Sicht der Anleger ist, dass diese Einstellung nichts mit nachhaltigem Wirtschaften zu tun hat.

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Protzende Banker sind Warnsignale

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Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, ist freilich kein Lance Armstrong. Dennoch gibt es Parallelen.
Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, ist freilich kein Lance Armstrong. Dennoch gibt es Parallelen. (Bild: Reuters)
dek. New York

Jamie Dimon ist freilich kein Lance Armstrong. Doch Parallelen bestehen trotzdem. Eine davon ist, dass beide ohne Mithilfe von aussen ihren Status als Branchenleader niemals hätten erreichen können. Bei Armstrong war es Doping, das von obskuren südeuropäischen Doktoren verschrieben wurde. Bei Dimon ist es die unbeschränkte Geldspritze der Notenbank, die den Grossteil seiner Branche inklusive JP Morgan über Wasser hält. Interessant ist auch die Entwicklung beider Männer. Während Armstrong vor gut einer Woche sein Geständnis vor den Kameras der US-Wahrheits-Diva Oprah Winfrey abgab, stand Dimon inmitten des Davoser Wirtschafts-Palavers, wo er sich mit Gleichgesinnten selber auf die Schulter klopfte.

Von Geständnis oder zumindest etwas Bescheidenheit kann keine Rede sein. Im Gegenteil. Was sich Dimon heuer in den Schweizer Alpen leistete, grenzt schon an Grössenwahn. Grossbanken seien keineswegs obskur, sie seine bloss komplex. Er ging weiter und verglich die Komplexität einer Bank mit der Komplexität von Flugzeugen. Diese seien schliesslich auch schwer verständlich und müssten nicht ständig reguliert werden. Der Vergleich ist eine Beleidigung von Flugzeug-Ingenieuren, deren Arbeit in den letzten Jahrzehnten im Gegensatz zum Bankensystem keine Katastrophen zur Folge hatte. Wenn Passagiere das Gefühl hätten, dass Flugzeuge mit derselben Präzision und dem Risikoverhalten von Investmentbankern gebaut werden, würde wohl kaum jemand einsteigen.

Das Problem mit der Einstellung Dimons ist, dass sie zeigt, wie sich in den Chefetagen der Grossbanken trotz Finanzkrise nicht viel geändert hat. Anstelle von Bescheidenheit und Lernfähigkeit ist derselbe Protz wie vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 spürbar. Zentral ist dabei die Einstellung der Banker, dass sie einerseits das Recht auf hohe Renditen (und Boni) haben und anderseits im Fall einer Krise von der Gesellschaft gerettet werden sollten. Ob das direkt mit Steuergeldern oder wie derzeit mithilfe von Notenbanken geschieht, spielt keine Rolle. Problematisch aus Sicht der Anleger ist, dass diese Einstellung nichts mit nachhaltigem Wirtschaften zu tun hat. Wie soll man dem Finanzmarkt trauen, wenn sich im Kern der Krise, dem Bankensystem, offenbar so gut wie nichts geändert hat?

Selbst für kühle Hedge-Funds-Manager, die sich von protzenden Bankenchefs nicht beeindrucken lassen, ist die gegenwärtige Lage ungemütlich. Sie sehen nämlich in den Zahlen, genauer in den fallenden Renditen am Kreditmarkt, was in Davos unter Bankern zu spüren war. Die Selbstgenügsamkeit am Bondmarkt zeigt sich in den rekordtiefen Spannen zwischen Junk-Bonds und Anleihen mit hoher Bonität. Auch am Aktienmarkt leuchten die Warnsignale. Im Zentrum steht dabei der VIX-Future, der die kurzfristige implizite Volatilität am Aktienmarkt misst.

Diese ist so tief wie schon lange nicht mehr, was laut Analytikern darauf zurückzuführen ist, dass die Marktteilnehmer keine Notwendigkeit sehen, sich mit Optionen gegen Kurskorrekturen abzusichern. Die tiefen Junk-Bond-Spreads und die tiefen Notierungen des VIX-Future sind laut Analytikern typischerweise gute Kontraindikatoren. Mit anderen Worten: Wenn diese Messwerte so tief fallen, folgt in der Regel eine turbulente Zeit am Finanzmarkt. Gegenwärtig sind die Risiken allerdings nicht sichtbar. Wie lange sich die tiefen Spreads noch halten können, ist laut Fondsmanagern die zentrale Frage für die kommenden Wochen.

http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/protzende-banker-sind-warnsignale-1.17967542


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