Startseite » Afrika » Malische Soldaten sollen auf ihrem von französischen Truppen unterstützten Vormarsch in mehreren Orten Verdächtige hingerichtet haben, darunter Tuareg. Nach Informationen der Internationalen Vereinigung für Menschenrechte FIDH gab es solche Hinrichtungen in Sevare, Mopti, Niono und anderen Ortschaften. Nach Angaben der FIDH wurden die Opfer der Unterstützung der Islamisten verdächtigt oder waren im Besitz von Waffen. Einige hätten sich bei Kontrollen nicht ausweisen können oder hätten schlicht einer verdächtigen Volksgruppe wie den Tuareg angehört. Französische Soldaten kämpfen gegen militante Islamisten, verzweifelte Zivilisten flüchten in Strömen in die Nachbarländer – die Bilder aus Mali zeigen Krieg, Verwüstung und Leid. Dabei galt das Land lange als einer der wenigen demokratischen Vorzeigestaaten Afrikas.Von 1992 bis 2012 gab es ein Mehrparteiensystem mit friedlichen Machtwechseln nach Wahlen. Doch die wirtschaftliche Lage blieb bis heute trist: Die meisten Einwohner kämpfen ums tägliche Überleben. Die durchschnittliche Lebenserwartung der knapp 16 Millionen Einwohner liegt bei 53 Jahren, mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten.

Malische Soldaten sollen auf ihrem von französischen Truppen unterstützten Vormarsch in mehreren Orten Verdächtige hingerichtet haben, darunter Tuareg. Nach Informationen der Internationalen Vereinigung für Menschenrechte FIDH gab es solche Hinrichtungen in Sevare, Mopti, Niono und anderen Ortschaften. Nach Angaben der FIDH wurden die Opfer der Unterstützung der Islamisten verdächtigt oder waren im Besitz von Waffen. Einige hätten sich bei Kontrollen nicht ausweisen können oder hätten schlicht einer verdächtigen Volksgruppe wie den Tuareg angehört. Französische Soldaten kämpfen gegen militante Islamisten, verzweifelte Zivilisten flüchten in Strömen in die Nachbarländer – die Bilder aus Mali zeigen Krieg, Verwüstung und Leid. Dabei galt das Land lange als einer der wenigen demokratischen Vorzeigestaaten Afrikas.Von 1992 bis 2012 gab es ein Mehrparteiensystem mit friedlichen Machtwechseln nach Wahlen. Doch die wirtschaftliche Lage blieb bis heute trist: Die meisten Einwohner kämpfen ums tägliche Überleben. Die durchschnittliche Lebenserwartung der knapp 16 Millionen Einwohner liegt bei 53 Jahren, mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten.

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 Vorzeigedemokratie ins Chaos

INFOGRAFIK | STEFAN BINDER, 24. Jänner 2013, 05:30

Von 1992 bis 2012 galt das afrikanische Land als Vorbild auf dem Kontinent, doch seit einem Militärputsch und der Sezession des Nordens rutscht das Land immer tiefer in die Krise. Doch wer sind die wichtigsten Akteure in dem komplexen Konflikt?

Malis Armee soll Gegner hingerichtet haben

24. Jänner 2013, 10:26
  • Ein französischer Soldat außerhalb der Stadt Sevare, mehr als 600 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako.
    foto: thibault camus/ap/dapd

    Ein französischer Soldat außerhalb der Stadt Sevare, mehr als 600 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako

Getötete Tuareg und Araber sollen mit islamistischen Rebellen zusammengearbeitet haben

Bamako – Berichte über Menschenrechtsverletzungen malischer Truppen bei der Rückeroberung Nordmalis aus Islamistenhand beunruhigen Frankreich. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sprach von einem „Risiko“, ohne die Vorwürfe zu bestätigen. Er rief in französischen Medien die malischen Offiziere zu „extremer“ Wachsamkeit auf: „Die Ehre steht auf dem Spiel.“

Mehrere Hinrichtungen

Malische Soldaten sollen auf ihrem von französischen Truppen unterstützten Vormarsch in mehreren Orten Verdächtige hingerichtet haben, darunter Tuareg. Nach Informationen der Internationalen Vereinigung für Menschenrechte FIDH gab es solche Hinrichtungen in Sevare, Mopti, Niono und anderen Ortschaften. In Sevare seien am Donnerstag mindestens elf Menschen getötet worden. Es gebe Berichte über 20 weitere Hinrichtungen in dem Gebiet, bei denen die Leichen anschließend hastig verbrannt worden seien.

Nach Angaben der FIDH wurden die Opfer der Unterstützung der Islamisten verdächtigt oder waren im Besitz von Waffen. Einige hätten sich bei Kontrollen nicht ausweisen können oder hätten schlicht einer verdächtigen Volksgruppe wie den Tuareg angehört. Am 21. Januar sei ein Imam von malischen Soldaten verschleppt worden.

„Die Tuareg sind unsere Freunde“, sagte Le Drian dazu. „Die Tuareg sind in Nordmali zu Hause. Wir müssen sie als Malier achten wie alle anderen.“ Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt. „Das sind schwerwiegende Vorwürfe, denen gründlich nachgegangen werden muss“, sagte er bei einem Spanienbesuch am Donnerstag.

Ansar Dine spaltet sich

Unterdessen hat sich eine islamistische Gruppe im Norden Malis, Ansar Dine, aufgespalten. Die von Ansar Dine abgespaltene neue Gruppe namens Islamische Bewegung von Azawad (MIA) kündigte am Donnerstag an, eine friedliche Lösung in dem Konflikt anzustreben. Sie wolle sich „vollkommen von jeglicher terroristischen Gruppierung distanzieren“, hieß es in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Sie sei entschlossen, „alle Formen von Extremismus und Terrorismus zu bekämpfen“.

Die Tuareg-Gruppierung Ansar Dine wird von Iyag Ag Ghaly geführt, der bereits in den 1990er Jahren eine wichtige Rolle im Tuareg-Aufstand spielte, bevor er nach einem Friedensschluss als malischer Diplomat nach Saudi-Arabien entsandt wurde. Anfang Dezember traf sich die Gruppe zu Verhandlungen mit der Regierung, doch ein Anfang Jänner geplantes weiteres Treffen sagte sie ab. Sie fordert Autonomie für den Norden und die Umsetzung des islamischen Rechts der Scharia.

Einsatz Frankreichs gegen Islamisten

Frankreich hatte Mitte Jänner in den Mali-Konflikt eingegriffen, um bei der Rückeroberung des im vergangenen Frühjahr durch Islamisten eroberten Nordens zu helfen. Der Einsatz der afrikanischen Mali-Truppe kommt derweil in Fahrt. Es seien bereits 1.000 Soldaten der westafrikanischen Truppe in Mali, sagte Le Drian. Soldaten aus Burkina Faso seien ohne den Umweg über Bamako direkt in Markala eingetroffen. Die Europäische Union will voraussichtlich noch im Februar 200 bis 250 Militärausbilder nach Mali schicken, um die einheimische Armee zu schulen.

Die USA unterstützten Frankreichs Mali-Feldzug mit dem Einsatz von Aufklärungsdrohnen und Transporthilfen. „Wir haben mit den USA eine nützliche und wirksame Zusammenarbeit“, sagte Le Drian. Es gehe dabei nicht um Kampfdrohnen, sondern um Aufklärung und Logistik. (APA, 24.1.2013)

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  • DIE AKTEURE 

Am Donnerstag wurde bekannt, dass die malischen Streitkräfte beschuldigt werden Tuareg und Araber hingerichtet zu haben. Sie hätten mit den islamistischen Kämpfern zusammengearbeitet lautet der Vorwurf.

Französische Soldaten kämpfen gegen militante Islamisten, verzweifelte Zivilisten flüchten in Strömen in die Nachbarländer – die Bilder aus Mali zeigen Krieg, Verwüstung und Leid. Dabei galt das Land lange als einer der wenigen demokratischen Vorzeigestaaten Afrikas. Von 1992 bis 2012 gab es ein Mehrparteiensystem mit friedlichen Machtwechseln nach Wahlen. Doch die wirtschaftliche Lage blieb bis heute trist: Die meisten Einwohner kämpfen ums tägliche Überleben. Die durchschnittliche Lebenserwartung der knapp 16 Millionen Einwohner liegt bei 53 Jahren, mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten. Dürreperioden haben der Landwirtschaft nachhaltig geschadet.

60 Prozent des 1,2 Millionen Quadratkilometer großen Landes sind von Wüste bedeckt. Die Wüste ist auch die Heimat der 300.000 bis 400.000 Tuareg im Norden des Landes. Im Laufe der letzten Jahrzehnte lehnten sie sich wiederholt gegen Zentralregierungen der Region auf und verlangten einen eigenen Staat – oftmals mit Gewalt. Die Kampfstärke des Volkes machte sich auch der ehemalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi zu Nutze und rekrutierte die Tuareg für seine Streitkräfte. Nach Gaddafis Sturz kehrten viele zurück und schlossen sich Aufständischen im Norden Malis an. Nach einem Militärputsch gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré am 22. März 2012 eroberte die MNLA, die Nationalbewegung der Tuareg, gemeinsam mit mehreren Islamistengruppen wie der Ansar Dine und der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO) den Norden Malis. Im April riefen sie dort die unabhängige Islamische Republik Azawad aus. Daraufhin schockierten die radikalen Islamisten die westliche Welt: In Timbuktu, wo Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe zum Weltkulturerbe gehören, ließen die Islamisten mehrere historische Heiligtümer zerstören.

Zulauf für Islamisten

Nach ihrem Sieg überwarfen sich Tuareg und militanten Islamisten, blutige Gefechte waren die Folge. Die Regierung Malis hoffte daher auf eine Einigung mit einem Teil der Rebellen und verhandelte mit den Tuareg und Ansar Dine über eine politische Lösung. Doch auch im Süden Malis blieb es alles andere als ruhig: Am 11. Dezember zwang das Militär Regierungschef Cheikh Modibo Diarra zum Rücktritt. Interimspräsident Dioncounda Traoré bestimmte Django Sissoko zum neuen Ministerpräsidenten. Unterdessen wuchsen die Bewegungen der Islamisten stetig. 6.000 islamistische Kämpfer sollen sich in Nordmali befinden, darunter tausende Jihadisten aus Ägypten, dem Sudan und anderen Staaten. Dazu kämen bis zu 15.000 Bewaffnete ohne Ausbildung in Timbuktu und Gao. (Stefan Binder, derStandard.at, 24.1.2013)

http://derstandard.at/1358303971837/Mali-Von-der-Vorzeigedemokratie-ins-Chaos


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