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Minen, Felder und Fabriken Der komplexe Weg unserer Alltagsprodukte: viele der in Deutschland verwendeten und konsumier ten Rohstoffe, von Nahrungsmitteln bis zu Metallen, stammen aus Entwicklungsländern. Auch viele Endprodukte aus unseren Warenhäusern werden in Entwicklungsländern gefertigt. Immer häufiger werden soziale und ökologische Missstände entlang der Produktionskette bekannt, unter denen die Menschen in den Entwicklungsländern besonders leiden.

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Liebe Leserinnen
und Leser,
viele der in
Deutschland verwendeten
und
konsumier ten
Rohstoffe, von
Nahrungsmitteln
bis zu Metallen,
stammen aus Entwicklungsländern.
Auch viele Endprodukte aus unseren
Warenhäusern werden in Entwicklungsländern
gefertigt. Immer
häufiger werden soziale und ökologische
Missstände entlang der Produktionskette
bekannt, unter denen
die Menschen in den Entwicklungsländern
besonders leiden.
Südwind hat in diesem Jahr die
gesamte Wertschöpfungskette von
drei Produkten untersucht: Bananen,
Kakao und Mobiltelefonen.
Vom Anbau bzw. Abbau des Rohstoffs,
der Weiterverarbeitung über
den Handel bis zu den Kundinnen
und Kunden und letztlich der Entsorgung
stellen wir alle Schritte und
Beteiligten dar. Bei allen Unterschieden
zwischen diesen Produkten und
ihren Wertschöpfungsketten zeigt
sich, dass auch viele Gemeinsamkeiten
bestehen.
Mit dieser Ausgabe möchten wir
Ihnen Einblick in die Wertschöpfungsketten
dieser Produkte geben.
Sie werden sowohl die existierenden
Missstände benannt finden als auch
Vorschläge für Verbesserungen der
Situation von Menschen, die in Entwicklungsländern
Produkte für den
Weltmarkt anbauen bzw. produzieren.
Martina Schaub,
Geschäftsführerin, SÜDWIND e.V.
Die verschiedenen Stufen bei
der Herstellung von Alltagsprodukten
sind heutzutage
schwieriger nachzuverfolgen als früher.
Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe:
Zum einen enthalten Alltagsprodukte
mittlerweile Dutzende verschiedene
Rohstoffe. Allein ein Mobiltelefon
besteht beispielsweise aus mindestens
40 Stoffen, der größte Teil davon Metalle.
Zum anderen ist die Produktherstellung
in viele verschiedene Stufen aufgespalten,
die von unterschiedlichen
Firmen und oft in unterschiedlichen
Staaten ausgeführt werden. Selbst bei
Produkten mit kürzeren Herstellungsketten
bestehen große Probleme, wie
das Beispiel Kakao belegt.
Kaum Sanktionsmöglichkeiten
Internationale Abkommen sollen
verhindern, dass es innerhalb dieser
Wertschöpfungsketten zu Missständen
kommt. Bereits in der „Allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte“ von
1948 wurde festgehalten, dass alle
Menschen das Grundrecht auf „gerechte
und befriedigende Arbeitsbedingungen“
besitzen. Weiter heißt es:
„Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard,
der seine und seiner Familie
Gesundheit und Wohl gewährleistet“
(Artikel 23-25). Doch diesen sehr allgemeinen
Erklärungen fehlen Umsetzungsbestimmungen.
Um Regeln in der Arbeitswelt zu
schaffen, wurde angesichts des schnellen
Wachstums des internationalen
Handels die im Jahr 1919 gegründete
Internationale Arbeitsorganisation (International
Labour Office – ILO) immer
wichtiger. In dieser Sonderorganisation
der Vereinten Nationen entwickeln
Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften,
Regierungen und Arbeitgebern
aus 183 Staaten – darunter
alle großen und wirtschaftlich bedeutenden
Länder – gemeinsam Mindeststandards
für alle Beschäftigungsverhältnisse.
Acht der verabschiedeten
Konventionen wurden zu sogenannten
Kernarbeitsnormen zusammengefasst,
die für alle ILO-Mitgliedsländer verbindlich
sind. Die ILO hat allerdings
keine Sanktionsmöglichkeiten gegen
Unternehmen und Staaten, die die
Konventionen nicht durchsetzen.
Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer
Regulierungen von Unterorganisationen
der Vereinten Nationen,
die sowohl den Umweltsektor als auch
beispielsweise die Rechte indigener
Völker umfassen. Die OECD hat ebenfalls
Richtlinien für Unternehmen entworfen.
Allen diesen Bestimmungen
gemein ist, dass es bei Verstößen an
Sanktionsmechanismen mangelt.
Nationale Gesetze
Auch die Regierungen der Staaten,
in denen die Rohstoffe abgebaut
oder die Fabriken für die Endprodukte
stehen, haben eine Vielzahl von Gesetzen
erlassen, die soziale und ökologische
Mindeststandards festlegen.
Doch vielen Regierungen mangelt es
entweder an der Fähigkeit, die eigenen
Gesetze durchzusetzen, oder an dem
Willen dazu. Korruption kann dabei
ein Rolle spielen, doch auch der Wille,
Investoren anzulocken, und die Angst,
Arbeitsplätze zu gefährden.
„Sorgfaltspflicht“
Um die Debatte über Wege zur Beseitigung
von Missständen voranzutreiben
wurde vom Generalsekretär der
Vereinten Nationen mit John Ruggie
ein Sonderbeauftragter für Wirtschaft
und Menschenrechte eingesetzt. Dieser
wertete Hunderte Studien aus, die sich
mit Missständen in Wertschöpfungsketten
befassen, und veröffentlichte ab
dem Jahr 2008 mehrere Berichte.
Ruggie sieht zwar an erster Stelle die
Regierungen in der Pflicht, die Einhaltung
der Menschenrechte in der Wirtschaft
durchzusetzen. Geschieht dies
nicht, tragen seiner Meinung nach
Unternehmen eine Verantwortung für
Missstände in der eigenen Produktion
sowie bei den Zulieferern, etwa bei
Kinderarbeit oder sehr unsicheren Arbeitsbedingungen.
Über die Arbeitsrechte
hinaus betont er insbesondere
das Recht auf einen angemessenen
Lebensstandard, Bildung und soziale
Sicherheit.
Ein zentraler Begriff in der Argumentation
von Ruggie ist die Sorgfaltspflicht
(„due diligence“): Unternehmen
sollen in ihrer täglichen Geschäftspraxis
sicherstellen, dass sie in allen
Geschäftsabläufen nationale Gesetze
und grundsätzliche Menschenrechte
einhalten. Opfern von Menschenrechtsverletzungen
soll der Zugang
zu Rechtsmitteln und Wiedergutmachung
erleichtert werden. Ruggies Berichte
führten zu den im Juni des Jahres
2011 durch den Menschenrechtsrat
der Vereinten Nationen verabschiedeten
Richtlinien, die allerdings keine
bindenden Gesetze sind.
Ursprünglich wurde der Begriff „Wertschöpfungskette“ angewendet, um die
Abläufe der Beschaffung und Produktion innerhalb von Unternehmen zu beschreiben.
Mittlerweile wird die Bezeichnung auch verwendet, um die gesamte
Produktionskette vom Anbau oder Abbau eines Rohstoffes, die Weiterverarbeitung,
den Handel und die Kundinnen und Kunden bis hin zur Entsorgung
zu erfassen.
Analysiert wird neben der Verteilung der Kosten auch die Macht innerhalb
der Wertschöpfungskette. Entwicklungspolitisch orientierte Forschungseinrichtungen
fragen zudem, wie die Situation der Menschen verbessert werden
kann, die in Entwicklungsländern Produkte für den Weltmarkt anbauen oder
produzieren.
Verschiedene Produkte mit
ähnlichen Problemen
Lange Wertschöpfungskette – keine Verantwortung der Unternehmen?
Definition einer Wertschöpfungskette
Minen, Felder und Fabriken
Der komplexe Weg unserer Alltagsprodukte

weiter hier http://www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2012/2012-46_Taz-Beilage_Wertschoepfungsketten.pdf


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